Contite1.jpg (10220 Byte)

CONTRASTE im September 2008: Globale Gesundheit und geistiges Eigentum: Warum Patente krank machen ·  WTO, TRIPS  und Patente · Gesundheit und AIDS im südlichen Afrika · Alternativer Weltgesundheitsbericht: Global Health Watch 2005-2006 · Berliner Erklärung: Keine Patente auf Medikamente  · medico-report 27: Patienten, Patente und Profite +++ VertreterInnen-Versammlung der OekoGeno eG: Vorstand schafft VertreterInnen ab +++  Subversive Klangwelten:  TV Smith: In the Arms of my Enemy +++ Das Projekt TS in der Altmark: Aktionsplattformen statt platte Aktionsformen +++ Ticker Repressiion und Rechtsfälle +++  25 Jahre "Dörrwies e.V.": Quo Vadis Dörrwies +++  Zur Seichtigkeit des Reformismus: Mindesthohn +++ Rezension: Debatte um Militanz beim G8-Gipfel 2007 +++ Netzwerk News: Flüchtlingen aktiv helfen +++ Hamburg: Filme made in Israel +++ 43. Solothurner Filmtage: Schweiz - Rückgang des intoleranten Populismus? +++ 1968, ein Jahr medialer Abwicklung: Reif fürs Museum? +++ Rolf Schwendter erhielt den Preis Marburger Leuchtfeuer 2008: "Manche regeieren die Welt, andere sind die Welt" +++ Tagungsbericht: Energiegenossenschaften - Kraftakte für eine nachhaltige Versorgung · Energieverbrauchergenossenschaften: David gegen Goliath - Gaslieferung zum Niedrigpreis gestartet  · Bioenergiedörfer: Autonomie ist Trumpf - weitere Dörfer nutzen Fernwärme +++ u.v.m.

Monatszeitung für Selbstorganisation

 

Home Nach oben Bestellungen

Terror der Arbeit

ZUR KRITIK DER AUTORITÄREN ARBEITSGESELLSCHAFT

Terror der Arbeit

Der jahrelang beklagte und verspottete Reform-Stau hat sich mittlerweile aufgelöst. Inzwischen herrscht enthemmter Reform-Taumel. Die Agenda 2010 übertrifft die kühnsten Sozialabbau-Träume der damaligen Gefolgsleute Helmut Kohls.

Anne, Anders Arbeiten, Berlin - Schröders GenossInnen, phantasielos wie nicht anders zu erwarten, meckern und motzen jetzt zwar noch ein wenig. Letztlich werden sie sich auf die traditionelle sozialdemokratische Tugend der devoten Unterordnung besinnen und ihrem unersetzlichen Herrn, dem Gerhard "Rücktritt"Schröder, treu dienen. Die Reform-GestalterInnen loben sich selbst für ihren Mut, auch schmerzliche Reformen durchzusetzen. Ihr Mut besteht im wesentlichen darin, Anderen Schmerzen zu bereiten, insbesondere die Lebenssituation der Arbeitslosen immer bedrohlicher zu verschlechtern, und damit die Nicht-Arbeitslosen nachhaltig zu disziplinieren. Disziplinieren wofür? Für die Arbeit. 

Und hier könnte die Ursache dafür liegen, warum es bisher keine nennenswerte Opposition gegen diese ganz große Koalition der autoritären Einschüchterung gibt. So lange die Gewerkschaften, die PDS, attac und andere Linke weiterhin fromm und demütig die heilige Kuh "Arbeit" anbeten, wird ihnen nichts anderes übrig bleiben als genauso fromm und opferbereit "notwendige Einschnitte" hinzunehmen, notwendig dafür, auf dass endlich "Arbeit" komme. Sie beklagen, konform mit allen kapitalistischen FoltermeisterInnen, die Arbeitslosigkeit als das Grundübel, als das Krebsgeschwür unserer Gesellschaft.

Dabei ist bei Licht besehen die Arbeitslosigkeit nicht das Problem, sondern die Lösung: In einer Produktivität-steigernden und Arbeit-einsparenden kapitalistischen Ökonomie bräuchte eigentlich immer weniger gearbeitet werden. Allgemeine Entlastung von unangenehmer, unattraktiver Arbeit, bislang ungekannter Zeitreichtum könnte die Perspektive sein. Nur, was heißt dieses "bräuchte" und dieses "könnte"? Diese Konjunktive heißen, dass es zwar reale Möglichkeiten sind, dass der Zug der tatsächlichen gesellschaftlichen Entwicklung jedoch immer schneller in die entgegengesetzte Richtung rast, nämlich in die Richtung der Gesellschaft des Arbeitszwanges. Je überflüssiger die Leute für die Arbeit werden, desto härter müssen sie - deshalb! - gegeneinander um Arbeit konkurrieren, und zwar nicht um Traumberufe, sondern um immer unattraktivere und immer sinnlosere Jobs. 

Diese Entwicklung ist unschön, idiotisch und auch gefährlich (Armut macht krank, verkürzt das Leben), aber vorerst nicht aufzuhalten, denn alle spielen brav mit: Die Arbeitslosen fordern nicht, wie es am vernünftigsten wäre, einfach mehr Geld, und zwar langfristig, sondern gehen der ganzen Welt damit auf die Nerven, indem sie ständig beteuern, wie gern sie doch arbeiten würden, wenn man sie nur ließe. Und die in Lohnarbeit Beschäftigten passen argwöhnisch auf die Arbeitslosen auf, dass diese nur ja nicht zu viel Spaß am Leben haben.

Worauf kommt es an? Einmal: Der Arbeit den Respekt aufzukündigen, diese Art von unterwürfiger Verehrung beenden, die noch nie besonders viel mit der Würde des Menschen zu tun hatte. Und: Die Lohnabhängigkeit als die peinliche gesellschaftlich bedingte Grundsituation aller Individuen a) zu erkennen und b) zu kritisieren und c) so weitgehend als möglich abzuschaffen. Lehnen wir uns zurück und freuen uns über eine Welt, in der es immer weniger Arbeit gibt! 

Wer noch Fragen und Einwände hat, ist herzlich eingeladen zur DISKUSSIONSVERANSTALTUNG der Initiative Anders
Arbeiten - oder gar nicht: TERROR DER ARBEIT - ZUR KRITIK DER AUTORITÄREN ARBEITSGESELLSCHAFT
Montag, den 23.6.2003 um 19.30 Uhr im Kato am U-Bahnhof Schlesisches Tor in Berlin-Kreuzberg. Die Veranstaltung versteht sich als Opposition zur Vorherrschaft von Sozialabbau und autoritärer Arbeitsgesellschaft.

Kontakt:
Anders Arbeiten, c/o Netzwerk Berlin,
Gneisenaustr. 2a, D-10961 Berlin, Tel.:
(0 30) 691 30 72, Fax 691 30 05
Email: buero@andersarbeiten.de
www.andersarbeiten.de

 

Home ] Nach oben ]

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: CONTRASTE
Copyright © 1999 CONTRASTE Monatszeitung für Selbstorganisation
Stand: 07. August 2008