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Ökobank am Ende ?

ÖKOBANK E.G., FRANKFURT

Ökobank und GLS Gemeinschaftsbank kooperieren - zwangsläufig

Die GLS Gemeinschaftsbank e.G. und die Ökobank e.G., immerhin die wichtigsten Alternativbanken der Bundesrepublik, werden in Kürze einen Kooperationsvertrag abschließen. Die vor mehr als zehn Jahren mit viel Optimismus gestartete Frankfurter Ökobank schlüpft unter das Dach der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank. Die Banksparte mit 34.000 Kunden wird von GLS übernommen, das Ökobank-Fondsgeschäft bleibt eigenständig. Ein entsprechender Kooperationsvertrag solle bis zum Herbst abgeschlossen werden, teilten beide Finanzinstitute in Frankfurt mit.

Burghard Flieger - Die Gespräche über die Kooperation erfolgten auf Initiative der Ökobank. Damit reagieren die Alternativbanker in Frankfurt auf ihre finanzielle Schieflage, nachdem 1999 der Wertberichtigungsbedarf für drohende Kreditausfälle in Höhe von rund 18 Millionen DM nicht mehr aus eigenen Mitteln finanziert werden konnte. Wie bereits bekannt muss aufgrund erheblicher Wertberichtigungen (Rückstellungen für drohende Kreditausfälle) die Sicherungseinrichtung der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Anspruch genommen werden. Dies hat in der Folge eine Neubesetzung des Vorstands erforderlich gemacht, die so kurzfristig unmöglich schien. Diese Problematik hat ab April die Situation bei der Ökobank verschärft.

In dieser Situation hat sich die Ökobank eG an die GLS Gemeinschaftsbank eG in Bochum gewandt, um Unterstützung hinsichtlich der Vorstandsbesetzung und als Partnerbank zu bekommen. Da auch die Sicherungseinrichtung es für wünschenswert hält, wenn sich die Ökobank eine Partnerin sucht, kommt hierfür auch ausschließlich die GLS Gemeinschaftsbank in Frage. Aufgrund einer ähnlichen Geschäftspolitik, 25-jähriger Erfahrung, mehreren Vorständen und guten Kontakten zu den genossenschaftlichen Verbänden sieht sich die GLS in der Lage, als Partnerbank zur Verfügung zu stehen.

Die Aufsichtsräte beider Alternativbanken stimmten im Mai und Juni dem Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen beiden Finanzeinrichtungen zu. Die bisherigen Überlegungen gehen dabei davon aus, dass die Zusammenarbeit auf der Grundlage eines Ausgliederungskonzeptes erfolgen wird. D.h,. die Bankgeschäfte würden aus der Ökobank ausgegliedert und auf die GLS übertragen werden. Die Ökobank bliebe als Körperschaft bestehen und wäre - bis auf weiteres - nach wie vor die "Muttergesellschaft" der Unternehmensgruppe Ö&CO. Diese bestehen aus Ökovision LUX SA, Ökonsult GmbH und der Ökofinanz Frankfurt GmbH. Dem Übertragungskonzept müssen im Herbst die jeweiligen Mitgliederversammlungen zustimmen.

Ungleiche Partnerschaft

Nahe liegend wäre eine sofortige Fusion gewesen. Aufgrund der Größe der Ökobank mit 24.000 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von 380 Millionen, bestände kurzfristig allerdings das Problem eines Ungleichgewichts. Die GLS erweist sich, auch wenn sie wirtschaftlich gesund ist, als das kleinere Bankinstitut mit 330 Millionen DM Bilanzsumme und nur 12.000 Genossenschaftsmitgliedern.

In den Gesprächen mit den Verbänden wurden von der GLS eine Reihe von Bedingungen für diesen Schritt gestellt. Dazu gehören vor allem die Übernahme der Kreditrisiken und die Abdeckung von etwaigen Betriebsverlusten aus dem übertragenen Bankgeschäft der Ökobank. "Die Verhandlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, die Verbände haben diese Unterstützung jedoch bereits zugesichert", so Thomas Jorberg, Mitglied des Vorstands der GLS und seit dem 15.06.2000 Mitglied des Vorstands der Ökobank. Wie Jorberg weiter ausführt, sehen beide Banken in dem anstehenden Schritt eine große Chance im Sinne der gemeinsamen Zielsetzung ihrer jeweiligen Mitglieder, Kundinnen und Kunden.

 

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Stand: 07. August 2008