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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Mai02

Aus dem Inhalt
Eine andere Welt ist möglich

Sozivation 

- Neue Genossenschaften als Pioniere Sozialer Innovationen

Neue Produkte, Erschließen von Märkten, veränderte Umgangsformen und die Umsetzung kreativer Entscheidungs- und Eigentumsformen war schon immer ein wesentliches Kennzeichen genossenschaftlicher Unternehmen in ihrer Gründungs- und Aufbauphase. Viele selbstverwaltete Betriebe, aber auch zahlreiche Organisationen aus dem Umfeld der neuen sozialen Bewegungen haben hier Neuland beschritten und wichtige Meilensteine in Richtung gesellschaftlicher Veränderung auf der einzelorganisatorischen Ebene gelegt. Ein kleiner Ausschnitt davon wird in dem Schwerpunkt Sozivation konzeptionell und praxisbezogen veranschaulicht.

Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - Der Begriff Innovation steht für Neuerung und Veränderung. Kommt ergänzend die Bezeichnung sozial hinzu, geht es vor allem um die Erprobung und Einführung neuer Konzepte, Institutionen und Organisationsformen sowie die Eroberung neuer Tätigkeitsfelder. Dabei stellt Innovation allerdings kein Wert an sich: "Neu" bedeutet nicht von vornherein "besser". Dennoch kann es positive soziale Veränderungen nur geben, wenn Neues gewagt wird. Hinzu schwingt bei der Formulierung Soziale Innovationen immer auch schon ein positiver Beiklang mit.

Infrastruktur bereitstellen

Die Genossenschaften haben in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Innovationen erprobt und umgesetzt. Das Bestreben nach Innovation gehört bei Genossenschaften, insbesondere in der Aufbau- und Pionierphase, ebenso zu den Erforderlichkeiten wie das Weiterentwickeln bewährter Verfahren und der sorgsame Umgang mit knappen Ressourcen. Wenn Aktive in Genossenschaften Neues wagen sollen, hat dies drei Voraussetzungen: Sie müssen wollen, sie müssen können und sie müssen dürfen. Innovationen sind abhängig von förderlichen Rahmenbedingungen innerhalb und außerhalb der Organisation. Die Erprobung und Durchsetzung neuer Ideen braucht eine verlässliche Infrastruktur.

Entsprechend werden im letzten Teil des Schwerpunktes drei genossenschaftliche Ansätze dargestellt, die sich das Bereitstellen einer solchen Infrastruktur zur Aufgabe gemacht haben. Die INNOGEN eG - eine Genossenschaft für die Entwicklung und Vermarktung von innovativen Produkten und Dienstleistungen aller Art - konzentriert sich dabei stärker auf überprüfbare Innovationen wie Produkte und Dienstleistungen und betreut und begleitet deren Markteinführung. Dagegen hat sich die innova eG iG, Entwicklungspartnerschaft für Selbsthilfegenossenschaften, zur Hauptaufgabe gemacht, die Qualifizierungen von am Arbeitsmarkt Benachteiligten zu organisieren. Sie sollen so in die Lage versetzt werden, Selbsthilfegenossenschaften zu gründen und sich mit dieser Organisationsform am Markt zu behaupten. Beide Ansätze verknüpfen will eine Projektinitiative in Berlin, indem parallel technische Innovationen mittlerer Reichweite mit genossenschaftlichen Existenzgründungen und Ausgründungen zum Erfolg gegen Arbeitslosigkeit verknüpft werden.

Mitglieder fördern

Vorweg werden allerdings erst zwei zentrale Bestandteile genossenschaftlicher Organisationen auf der konzeptionellen Ebene erläutert: die Mitgliederorientierung und die Partizipation. Sie können als soziale Bausteine und auch als soziale Innovationen bezeichnet werden, für die die genossenschaftliche Organisation oftmals als Metapher schlechthin steht.

Günther Ringle, Hochschulprofessor am Genossenschaftsinstitut der Universität Hamburg verdeutlicht, dass insbesondere Mitgliederzufriedenheit und Mitgliederbindung entscheidend für die langfristige soziale und wirtschaftliche Stabilität von Genossenschaften sind. Sonja Menzel, vom Sächsischen Verein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V., richtet ihren Blick stärker auf die Aspekte Mitgliederbeteiligung und -partizipation und veranschaulicht die konkreten Möglichkeiten hierzu am Beispiel der Wohnungsbaugenossenschaften. Über dem gesamten Schwerpunkt "schweben" die Anfang August geplanten Alternativen Genossenschaftstage. Sie werden unter dem Themenschwerpunkt soziale Innovationen organisiert und aus diesem Grunde vor den skizzierten Beiträgen kurz dargestellt.

Schwerpunktthema Seite 7-10

 

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Stand: 07. August 2008