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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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März 2006

Aus dem Inhalt
Ex-Steffi

GÄRTNERN ALS GESELLSCHAFTS-PROJEKT

Alternative Permakultur


Lebendige Wiesenmäher                                           Foto: CONTRASTE

Von einer "Idiotie des Landlebens" ist kein Hauch zu spüren in der Permakultur-Szene. Vermutlich hatte Karl Marx, als er diese an den Pranger stellte, mangelhafte intellektuelle Bildung und kleinliche soziale Kontrolle unter Dörflern im Auge - falls nicht einfach die verbreitete Arroganz des Städters dahinter steckte. In den heutigen Permakultur-Zentren wirken Gärtner und Architekten, Stadtplaner, Botanik-Experten, Ökologen, Ökonomen, Gastronomen, Pädagogen, Handwerker, Künstler und Philosophen zusammen - viele sind mancherlei davon zugleich. Einige leben und arbeiten in selbstverwalteten Gemeinschaften, andere betreiben lokale Ökonomie. Manche sehen Selbstversorgung durch Permakulturgärten in Verbindung mit gemeinschaftlichem Leben und kooperativer Vernetzung als Chance, den Kapitalismus zu überwinden.

von Ariane Dettloff, Redaktion Köln - Der Begriff Permakultur leitet sich aus dem englischen "permanent agriculture" ab und wurde 1974 von den australischen Ökologen und Landschaftsplanern Bill Mollison und David Holmgren geprägt. 1981 wurde Mollison für sein Permakultur-Konzept der Alternative Nobelpreis verliehen. Bill Mollison und David Holmgren definieren Permakultur als ein intergriertes, sich selbst entwickelndes System aus mehrjährigen und sich selbst vermehrenden einjährigen Pflanzen und Tierarten, die für den Menschen nützlich sind. Grundgedanke ist das Wirtschaften in und mit ökologischen Kreisläufen im Sinne einer dauerhaften und nachhaltigen Nutzung. Permakultur ist neben einer alternativen Form der Landwirtschaft auch eine Lebensphilosophie. Eine der Wurzeln der Permakultur-Bewegung neben indianischen Traditionen und Anbau-Techniken indischer Ureinwohner und z.B. der Chagga-Bevölkerung Tansanias bildet auch die Naturgärtnerei des japanischen Landwirts und Philosophen Masanobu Fukuoka.

Als "Nichtstun-Landwirtschaft" oder "Landwirtschaft für Faule" wird Permakultur von Anhängern bezeichnet. Klingt vielversprechend, oder? Wie kommt es dann, dass sie so wenig praktiziert wird? Kaum eine Kommune hierzulande wendet sie in größerem Maßstab an. Dennoch gibt es einige erfolgreiche Beispiele, von denen unser Schwerpunkt vier herausgreift: Die "Allmende" in Verden als selbstverwaltetes Projekt der Selbstversorgung, die selbstverwaltete Firma "Baumrausch" bei Bremen als auch ökonomisch erfolgreiches Projekt, die marktförmig agierende Kräuter-Werkstatt "essbare Landschaften" in Süderholz bei Stralsund und den subsistenzwirtschaftlichen Permakulturgarten "Sualmana" in den Niederlanden. Alle legen auch Wert auf die soziale Seite des Ansatzes und sehen ihre Tätigkeit als Beitrag zu einer umwelt- und sozialverträglicheren Form des Wirtschaftens.

Von den anderen Permakultur-Projekten ist das bekannteste der Krameterhof des "Agrar-Rebellen" Sepp Holzer im österreichischen Salzkammergut. Dort gedeihen dank raffinierter Anlage sogar südländische Obstsorten in 1.000 bis 1.500 m Höhe über dem Meeresspiegel. Außerdem entsteht in Österreich mit seiner Hilfe der erste rollstuhlgerechte Permakulturgarten (www.krameterhof.at). Während man sich in den USA über eine Spezial-Zeitschrift, den "Permaculture Activist", regelmäßig über Aktuelles aus der Bewegung informieren kann, existiert hierzulande noch kein solches Publikationsorgan. Vielleicht kommt das bald - die Szene wächst.

Schwerpunktthema Seite 7 bis 10 

 

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Stand: 07. August 2008