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Aus CONTRASTE Nr. 272 (Mai 2007)INTERVIEW MIT ULI UND STEFFEN VOM ORGANISATIONSTEAMLos geht's - gemeinschaftlich und selbstbestimmt leben"Gemeinschaftlich und selbstbestimmt leben - Kommunen stellen sich vor, Gemeinschaften gründen sich", unter diesem Motto findet über Pfingsten, vom 25. bis zum 29. Mai, wieder das "Los Geht's" in Walterhausen statt. Wir sprachen mit Uli und Steffen vom Organisationsteam über die Veranstaltung. Warum gibt es überhaupt eine Veranstaltung wie das Los Geht's? Was soll damit erreicht werden? Die gesellschaftlichen Verhältnisse erfordern neue Antworten, damit den verschiedenen Bedürfnissen und Notwendigkeiten Rechnung getragen werden kann. Klimakatastrophe, ökologische Probleme, Sozialabbau, die Kluft zwischen Arm und Reich, Abbau von bürgerlichen Rechten und individuellen Freiheiten. Diese Auflistung ist keine Schwarzmalerei des Kommenden, sondern eine nicht umfassende Schilderung der jetzigen Situation. Wir müssen anders leben lernen, damit wir diesen fundamentalen Problemen begegnen können. Doch wir können uns nicht weiterhin nur im Beklagen der Situation aufhalten, sondern müssen Räume schaffen, die anderes ermöglichen und Sicherheiten bieten, ohne zerstörend zu sein. Es ist sinnvoll und notwendig, Lebensräume zu schaffen, die wieder eine lebenswertere Zukunft möglich machen. Wer veranstaltet denn das Los Geht's? Wer steht hinter dieser Veranstaltung? Das Los Geht's wird veranstaltet von der Kommune Waltershausen, der Kommune Niederkaufungen und der Villa Lokomuna mit Unterstützung von Menschen aus anderen Kommunen. Das erste Los Geht's fand auf dem Gelände der Kommune Niederkaufungen im Jahr 1999 statt. Das Los Geht's 2007 ist die sechste Veranstaltung dieser Art und wird mittlerweile von den genannten Kommunen getragen. Die veranstaltenden Kommunen sind gemeinsam im Netzwerk der politischen Kommunen, Kommuja, einem kommunitären Zusammenhang von ca. 40 Gemeinschaften. Warum habt ihr für das Los Geht's 2007 den Schwerpunkt auf die Stärkung bestehender Gruppen gelegt? Die bisherigen Schwerpunkte lagen auf den Neugründungen von Gemeinschaften. Mittlerweile gibt es viele bestehende Gruppen, die neue Leute suchen, Verstärkung benötigen und daher eine Plattform wie das Los Geht's gut gebrauchen können. Zwar wäre es sinnvoll, mehr und mehr Kommunen zu gründen. Andererseits müssen die bestehenden Kommunen eine stabile Größe erreichen, damit sie wiederum selbst nach außen wirken können. Wir haben uns in der Vorbereitung auch kritisch mit der Frage der Neugründungen auseinandergesetzt. Es gibt verschiedene und auch sehr berechtigte Gründe, eine neue Gruppe zu gründen. Dennoch ist es eine Illusion davon auszugehen, dass die eigenen Vorstellungen und Ideen bei einer Neugründung eins zu eins umgesetzt werden können. Kommuneleben ist ein Er-Leben des Kompromisses. Den Kompromiss auch mit einer schon bestehenden Gruppe einzugehen, dazu wollen wir auf diesem Los Geht's ermutigen. Warum findet das Treffen in Waltershausen statt? Die Kommune Waltershausen bietet im doppelten Sinne Platz für ein Los Geht's. Zum einen stehen ein großes Gelände und ausreichend Räumlichkeiten zur Verfügung. Zum anderen sucht diese Kommune in Thüringen neue Menschen, die sich für ein Leben in dieser Gemeinschaft entscheiden. Die Kommune Waltershausen zeichnet sich besonders durch die Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten aus, die an diesem Ort möglich sind. Derzeit leben 15 Personen in Waltershausen, obwohl das Projekt gerne auf bis zu 100 Menschen wachsen möchte. Die Arbeitsmarktsituation in Thüringen ist leider nicht befriedigend. Die Kommune bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Verwirklichung eigener Ideen und den Aufbau neuer Arbeitsbereiche. Damit neue Arbeitskollektive aufgebaut werden können, sind neue KommunardInnen in Waltershausen herzlich willkommen. Das Los Geht's findet in Waltershausen auch deshalb statt, um dieser Kommune einen guten Rahmen zu bieten, für sich werben zu können. Entscheidende Impulse für die Gründung dieser Gemeinschaft sind auf mehreren Los Geht's Veranstaltungen gegeben worden. Ist es überhaupt noch zeitgemäß in einer Kommune zu leben? Mehr denn je! Aus verschiedenen Gründen ist dies der Fall. Gemeinschaftsleben weist einen funktionierenden und erprobten Weg aus prekären Lebensverhältnissen, denen sich immer mehr Menschen gegenüber sehen. Gemeinschaftliches Leben bietet nicht nur aus ökonomischen Gründen eine Alternative zu bestehenden Strukturen. Wir müssen zu einer nachhaltigeren Lebensweise kommen und nachweislich bieten gemeinschaftliche Strukturen hier mehr Potential und weisen somit in eine lebenswertere Zukunft. Wo kann ich mich denn über die Kommuneszene und das Leben von und in Kommunen informieren? Auf den Internetseiten der Kommune Niederkaufungen und der Villa Lokomuna finden sich Links zu verschiedenen Kommunenetzwerken. Das eurotopia-Verzeichnis, welches im Buchhandel zu beziehen ist, stellt 350 Kommunen in Europa mit einer kurzen Beschreibung vor (bitte kritisch betrachten, da das Verzeichnis auch ziemlich obskure Gemeinschaften enthält - Anmerkung der Endredaktion). Sinnvoll ist sicherlich, direkt mit einer Lebensgemeinschaft Kontakt aufzunehmen und sich so konkret zu informieren und Aspekte des Kommunelebens kennen zu lernen. Eine sehr gute Möglichkeit ist der Besuch des Los Geht's 2007. Dort werden sich dieses Jahr zwanzig Kommunen und Gründungsinitiativen vorstellen. Informationen dazu und die Möglichkeit sich anzumelden, sind zu finden auf der Homepage www.losgehts2007.de. Das Interview führte Uwe Ciesla, Redaktion Selbstorganisierte Lebensgemeinschaften
LOS GEHT'S IN DER KOMMUNE WALTERSHAUSENVom 25. bis 29.05.2007 (Pfingsten), findet das sechste Gruppengründungstreffen in Waltershausen statt. Veranstaltet wird das Treffen von der Kommune Waltershausen, der Villa Locomuna und der Kommune Niederkaufungen, unterstützt von Menschen aus weiteren Kommunen. Es wird immer deutlicher, dass der Weg, zu dem es angeblich keine Alternative gibt, unweigerlich eine Sackgasse ist. Deshalb suchen überall Menschen nach lebenswerten Alternativen. Da es nicht leicht ist, die Menschen zu finden, mit denen mensch eine Gruppe gründen will, bietet das Treffen mit 200 bis 300 TeilnehmerInnen eine gute Gelegenheit, wichtige Schritte zu machen. Außerdem stellen sich in Waltershausen bestehende Gruppen vor, die neue Mitglieder suchen. Weiterhin gibt es vielfältige Gelegenheiten von den Erfahrungen der bestehenden Gruppen zu lernen. Wir planen zusätzlich einige Diskussionsrunden sowohl mit Leuten, die schon in Kommunen leben, als auch mit anderen Interessierten. Fragen in diesen Diskussionsrunden könnten sein: Welche Auswirkungen haben die zunehmende soziale Entsicherung und wachsende Prekarität auf Kommunen?, Alterungsprozesse in Kommunen - Erfahrungsaustausch und perspektivischer Ausblick, Welchen Sinn macht Vernetzung unter bestehenden Kommunen und Gemeinschaften, welche Chancen und Möglichkeiten liegen darin? Die Konkretisierung dieser Fragen ist noch Planung und letztlich kommt's natürlich drauf an, wer mit diskutieren will. Ihr seid alle herzlich eingeladen! Weitere Infos unter www.losgehts2007.de Anmelden könnt Ihr Euch bei: Steffen Andreae in der Villa Locomuna Tel.: (05 61) 920 09 49 20 |
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