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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Januar03

Aus dem Inhalt
Repression

 

NEUES TARIFSYSTEM DER DEUTSCHEN BAHN


Bleibt Bahnfahren attraktiv?


Foto: VCD
Mit der Einführung des neuen Tarifsystems
am 15. Dezember 2002 ist das Bahnfahren nicht
attraktiver geworden. Der Fahrgastverband
"PRO BAHN" hat Nachbesserungen beim neuen Preis
und Tarifsystem der Deutschen Bahn (DB) gefordert.
"Besonders die Umwandlung des Interregio zum
Intercity führt zu Preiserhöhungen von bis zu
100 Prozent", so der stellvertretende
Bundesvorsitzende Joachim Kemnitz. Eine
"empfindliche Angebotslücke" sieht der Verband auch
für jüngere Kunden zwischen 14 und 26 Jahren.
Nachfolgend eine Zusammenfassung der wichtigsten
Kritikpunkte.



Redaktion Heidelberg - Die bisherigen Interregio-Züge
erhalten einen neuen Namen und neuen Lack. Sonst ändere sich
nichts. Sowohl Pendler als auch Gelegenheitsfahrer seien
betroffen - ob mit oder ohne Bahncard. "Eine
Fahrt im Intercity von Paderborn nach Warburg ist im
Vergleich zum Angebot im Nahverkehr überzogen teuer", so
Kemnitz. Bisher konnten Regionalzüge und der
Interregio zum gleichen Fahrpreis genutzt werden.

Weiteren Nachbesserungsbedarf sieht Kemnitz für die
Kundengruppe zwischen 14 und 26 Jahren. Mit dem Aus
für die Bahncard Junior und dem Twen-Ticket fallen die
Angebote für diese Zielgruppe weg. "Ein Student wird mit
20 Jahren genauso behandelt wie ein Erwachsener",
stellt Kemnitz fest. Auch ein Jugendlicher mit 15 muss für
die Bahncard 60 EUR zahlen, wenn er nicht über die Familie
eine Bahncard für 5 EUR erhalte. Hier solle die DB
sich noch neue Ansätze überlegen, um gerade für jüngere
Kunden attraktiv zu beleiben. Der flexible Einzelreisende
zahlt künftig drauf, auch auf langen Strecken, die von
der DB mit "gesenkten Grundpreisen" intensiv beworben
werden. "Kiel-Berchtesgaden ist die Ausnahme", so Kemnitz.
Die durchschnittliche Reiseweite im Fernverkehr beträgt 220
Kilometer - und das entspricht einer Fahrt von
Hamburg nach Hildesheim-Ost.

PRO BAHN hatte Anfang Dezember Bundesverkehrsminister Manfred
Stolpe (SPD) über 10.000 Unterschriften
für den Erhalt der Bahncard 50 überreicht. Unter dem
Motto "Mehr Pep mit Mobilcard" hatte der Verband in
den letzten Monaten immer wieder auf die Mehrbelastungen
hingewiesen und Protestpostkarten sowie E-Mails gesammelt.
Die Tarifhoheit liegt nach wie vor beim Bund,
der sich als Eigentümer der DB nicht der politischen
Verantwortung entziehen kann. Auch künftig will der Verband
die weiteren Entwicklungen kritisch begleiten.

Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) will weiter
um die Regelung mit der alten Bahncard 50 kämpfen.
Der VCD hatte eine Übergangsregelung von drei Jahren
gefordert. Danach sollte der Verbraucher entscheiden.
"Doch das kostet die Bahn Geld", weiß Annette Volkens
vom VCD. "Der Grundpreis für Fernstrecken sinkt. Gibt
man jetzt auf den niedrigen Preis 50% Rabatt, macht
man Verlust."

Auch Michael Frömming, Landesvorsitzender des
niedersächsischen VCD steht dem neuen Tarifsystem kritisch
gegenüber. Vor allem für Stammkunden sieht er
schwerwiegende Nachteile: "Durch die geringere Attraktivität
der Bahncard25 verprellt sich die Bahn ihre treuesten Kunden.
Hier sehen wir die größte Gefahr, dass zum
Beispiel Pendler auf das Auto umsteigen." Auch die
weitgehende Abschaffung des Interregio benachteilige die
Menschen, die auf den Zug angewiesen sind. Diese Zuggattung
wird durch zum Teil durch zuschlagpflichtige Intercitys
ersetzt, die mit VNB-Tickets gar nicht oder nur
mit Aufschlägen zu nutzen sind.

Unsere Redaktion Bremen-Umland hat sich ausführlich mit dem
neuen Tarifsystem auseinandergesetzt...


Unser Schwerpunktthema Seite 7 bis 10

 

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Stand: 20. Mai 2007