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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Dezember 2006

Aus dem Inhalt
Kongress ein riesiger Erfolg

 

UNTERSTÜTZUNGSSTRUKTUREN

GenoDach: Dachgenossenschaft für gemeinschaftliche Wohnungsinitiativen

Aufgabe einer Dachgenossenschaft ist das zur Verfügung stellen eines organisatorischen und rechtlichen Rahmens für Projekte gemeinschaftlichen Wohnens. Diesen wird so ermöglicht, die Vorteile einer Wohnungsgenossenschaft zu nutzen: Teilneutralisierung des Kapitals, Haftungsbegrenzung, wirtschaftliche Prüfung, demokratische Struktur, sozialer Förderauftrag, Einbindung externen Kapitals etc. Gleichzeitig können sie jedoch auch die Besonderheiten überschaubarer Wohnprojekte genießen mit Aspekten wie hohe Gruppenautonomie, Selbstorganisation, Eigenverantwortung, überschaubare Nachbarschaftsstruktur und Kostengünstigkeit.


Der Neubau Grether Ost ist ein Projekt des Mietshäuser Syndikats, hier mit
Transparent gegen den geplanten Wohnungsverkauf in Freiburg

Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - Veranstaltungen zum Thema gemeinschaftliches Wohnen erweisen sich von der Zahl der BesucherInnen immer wieder als Erfolg. Zu Veranstaltungen dieser Art kommen jeweils zahlreiche Interessierte, um sich über die Möglichkeiten zu informieren, in genossenschaftlichen Wohnprojekten zu wohnen. Fragen zu stellen, erste Kontakte zu knüpfen oder sich selbst zur Gründung eines neuen Wohnprojekts anregen zu lassen, stehen dabei im Mittelpunkt. In Relation zum Interesse kommen allerdings vergleichsweise nur wenige gemeinschaftliche Wohnprojekte zustande.

Unterstützende Strukturen

Gründe hierfür liegen vor allem in dem erforderlichen hohen Aufwand, den zahlreichen Stationen, die zu gehen sind, bis der Bezug einer gemeinsamen Immobilie geschafft ist. Dieser wäre in vielen Fällen nicht in dem Maße erforderlich. Um ihn zu verringern, müsste nur ein Rahmen vorhanden sein, der den Interessierten einen Teil der Arbeit erspart. Gleichzeitig sollte er die Chance bieten, sich in einer eigenständigen Gruppe zu organisieren. Es ist also eine Struktur erforderlich, die die Möglichkeit der Nutzung einer stabilen Wohnungsgenossenschaft aufweist und diese verbindet mit den Vorteilen kleiner Wohninitiativen wie Selbstbestimmung und überschaubare Gemeinschaft, Wahlnachbarschaft und Kostenersparnis durch Eigenverantwortung.

Mit dem innovativen Ansatz einer eierlegenden Wollmilchsau für Wohnprojekte wird seit einiger Zeit in verschiedenen Städten wie Stuttgart, Hamburg, München, Zürich, Bielefeld und Dortmund experimentiert. Der dafür genutzte Begriff ist der der Dachgenossenschaft. Hinter dem Begriff steckt ein bisher in ihren einzelnen Facetten noch nicht ausgeklügelte Struktur. Unter dem rechtlichen Dach einer eingetragenen Genossenschaft werden die Vorteile professioneller Strukturen der Wohnraumerstellung und -verwaltung mit den Möglichkeiten des Wohnens in überschaubaren Gruppen mit Gleichgesinnten bzw. mit Menschen mit analogen Interessen und Bedarfen organisiert. Es wird insofern ein Spagat organisiert zwischen rationeller Organisation und kontinuitätssichernden Rechtsrahmen sowie dezentraler, selbstorganisierter, gruppenverantwortlicher Gestaltung des eigentlichen Wohnraums mit Überschaubarkeit und Nähe zu Gleichgesinnten.

Vielfältige Facetten

Im Themenschwerpunkt werden die Idee und bisherige Erfahrungen mit Dachgenossenschaften diskutiert. Hintergrund sind Forschungsergebnisse, die im Rahmen des Programms ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) erarbeitet werden konnten. Barbara Crome und Gabriele Sterzenbach erläutern den Gesamtzusammenhang, der die fundierte Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Dachgenossenschaften überhaupt ermöglicht hat. Wolfgang Kiehle von der Wohnbundberatung NRW geht auf die unterschiedlichen Formen und Merkmale von Dachgenossenschaften ein. Ergänzend hierzu zeigt Britta Becher von der STATTBAU Hamburg Möglichkeiten auf, wie die Risiken der Projektentwicklung eines Wohnprojekts für eine Dachgenossenschaft klein gehalten werden können.

Anschließend werden zwei konkrete dachgenossenschaftliche Ansätze etwas ausführlicher dargestellt. Birgit Pohlmann-Rohr und Martina Buhl beschreiben den Weg der Beginen zu einer eigenen Dachgenossenschaft. Sie sind ebenso wie die Mitglieder des Mietshäuser Syndikats in Freiburg ein Zusammenhang, der auf ausgeprägten gemeinsamen Werten beruht. Das Syndikat versucht allerdings bewusst, eigene kooperative Strukturen zu entwickeln, die nicht auf den Grundlagen des Genossenschaftsgesetzes beruhen. Hinweise auf eine Qualifizierung und die Empfehlung, dachgenossenschaftliche Konzepte in möglichst vielen Regionen und Städten gezielt anzugehen, runden den Schwerpunkt ab.

Schwerpunktthema Seite 7 bis 10

 

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Stand: 20. Mai 2007