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Nationaler Surfkrieg

Der nachfolgende Beitrag war eigentlich für die CONTRASTE-Ausgabe vom November 2001 vorgesehen, jedoch haben wir uns wegen seiner Aktualität - wie Ihr dem nachfolgenden Text entnehmen könnt - dazu entschlossen diesen jetzt schon auf unserer Website zu veröffentlichen.

Nicht der Rede wert wäre die Meldung, dass uns unlängst die Warnung erreichte, CONTRASTE.ORG - unser eigener Webspace - wäre bestens mit einer neurechten Homepage verlinkt. Das passiert, darüber sollte aber eigentlich gar nicht berichtet werden, da es die Säcke, die unter nationale-anarchie.de ihren nationalen Irrsinn mit dem gesamten literarischen Umfeld der Linken vernetzen, nurmehr aufwertet.

Aus gegebenen Anlass müssen wir trotzdem darüber sprechen. Diese Neonazis organisieren nämlich einen regelrechten nationalen Surfkrieg. Da hat es doch tatsächlich eine Achse Berlin/Moskau geschafft, auch indymedia.org regelrecht zu unterwandern. So meldet info-pool-network heute (1.10.2001) aktuell:

"Wie sich herausgestellt hat, wird die russische Indymedia Seite (www.russia.indymedia.org) von dem in neurechten und rechtsradikalen Kreisen bekannten Wladimir Wiedemann alias Wladimir Guzman zusammengestellt. Gerade das liefert eine plausible Erklärung, wieso der Redakteur die im open posting auf dieser Seite veröffentlichten neurechten Texte konsequent in Schutz nimmt.

Wladimir Wiedemann hat sich durch seine Vorträge bei den "Europäischen Synergien", einem internationalen Netzwerk der Neuen Rechten, durch die Herausgabe einer eigenen, ebenso neurechten Zeitschrift sowie seine Kontakte selbst zu den radikalsten Kreisen der russischen Neonazis eindeutig als Rechtsradikaler positioniert. Da dies in der Antiglobalisierungsbewegung offenbar nicht bekannt war, ist es Wiedemann gelungen, sich unter vermutlich "falscher Flagge" als Gestalter der russischen Indymedia-Seite anzubieten und diese Seite seit Januar 2001 zu betreiben."

Drum prüfe, wer sich im Internet bindet. Aber natürlich nicht nur da. Die neurechte Indymedia-Invasion muss weitergehende Hintergründe haben. Irgendwie hatte dieser Wiedemann es wohl offensichtlich geschafft, sich in ein internationales Netzwerk von GlobalisierungsgegnerInnen einzuschleichen und für sich und seine Nazimafia mit der erwähnten Achse Berlin/Moskau den größten Teil Europas einfach zu reservieren.

Da hört es aber nun wirklich auch auf. Es ist eine Sache, CONTRASTE mit einer wirren homepage verlinkt zu wissen, auf der abstruse Texte von RAF->KPD-AO->FDP->NPD Mahler stehen. Dagegen können wir nichts machen. Handlungsspielraum besteht gewiss aber schon in der Post-Genua-Ära, insofern Schwarze Blöcke unter Regieanweisung der Polizei von Schwarzhemden der Italonazis manipuliert wurden. Und alle Stricke sind da gerissen, wo unsere internationalen Vernetzungspartner sich als Nazis entpuppen.

Akuter Handlungsbedarf entsteht auf jeden Fall, wenn (wie derzeit unter www.gegen-globalisierung.de) unverblümte Nazipropaganda zum "Global-Action-Day" am 27.10.2001 nach Heidelberg mobilisiert. NPD-Jugendorganisationen aus ganz Süddeutschland wollen dabei sein. Wir auch! Denn...

Auch darum wird es künftig gehen: GlobalisierungsgegnerInnen sollten nicht auf der nationalen Welle surfen...

 

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Stand: 07. August 2008