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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Sommer 1999

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FREIBURGER WOHNUNGSBAUGENOSSENSCHAFTEN

Vielfalt in der Gleichheit

Gesichter einer zukunftsfähigen Unternehmensform

juli.jpg (36044 Byte)"Wohnen bei Genossenschaften hat schon immer mehr bedeutet, als ein Dach über dem Kopf". Dies betont der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) zurecht in seiner "Gebrauchsanweisung" mit dem Titel "Wohnen bei Genossenschaften". In jeder Stadt findet dieses "mehr" seine eigenständige Ausdrucksform. Gleichzeitig läßt sich fast jede größere Stadt in Deutschland als Spiegel und Ausdruck dieser Vielfalt nutzen. Das Beispiel Freiburg veranschaulicht bestens die spannende Unterschiedlichkeit und Kreativität, die in dieser Form der gemeinschaftlichen Selbsthilfe steckt.

Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - Von anderen Bauträgern unterscheiden sich Genossenschaften nicht nur durch ihre Geschichte als Solidargemeinschaft. Sie sind gewachsen aus der Grunderkenntnis, daß eine Gruppe von Menschen ein Ziel erreichen kann, für dessen Verwirklichung der einzelne oft zu schwach ist. Sie zeichnen sich deshalb in der überwiegenden Mehrzahl dadurch aus, daß sie die Mitglieder ihrer Gemeinschaft nicht nur respektieren, sondern bei dem Gut Wohnen besonders fördern wollen. Hohe Gewinnerzielung und Spekulation mit Eigentum bleiben so als Ziele ausgeschlossen.

Die meisten traditionellen Wohnungsbaugenossenschaften entstanden im Zusammenhang mit der Arbeiterbewegung oder anderen gesellschaftspolitisch motivierten Bewegungen. Besonders deutlich wird dies bei zwei der drei dargestellten älteren genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen. Der Bauverein Breisgau gehört zu den zahlreichen Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland, die dieses Jahr ihr Hundertjähriges feiern. "Besitzlose Arbeiter" waren die vorrangige Zielgruppe, so daß preisgünstiges Bauen immer im Vordergrund stand und auch heute noch steht.

Das trifft ebenfalls zu für die Baugenossenschaft "Familienheim". Vor 60 Jahren gegründet gilt sie als Keimzelle der katholischen Baugenossenschaften. Christliches Gedankengut motiviert sie dazu, vor allem preisgünstige Wohnungen für einkommensschwache kinderreiche Familien zu erstellen. Dagegen verfolgt die seit nun 80 Jahren bestehende Heimbau das Ziel, "ein gepflegtes bezahlbares Wohnen oberhalb der Mitte."

Noch erheblich differenzierter entwickeln die neuen Freiburger Wohnungsbaugenossenschaften ihre jeweils eigenständige Identität: Die Thomas-Armbruster-Mietergenossenschaft versucht sich an der Selbstverwaltung eines Hochhauses in einem Stadtteil mit schwieriger Sozialstruktur. Stadt und Frau legt ihren Schwerpunkt auf architektonische Lösungen für frauengerechtes Wohnen. Sie betritt damit Neuland in einer Zeit, in der sozialen Innovationen eher zurückhaltend begegnet wird. Im Unterschied dazu ist der Ansatz der Wohnungsbaugenossenschaft GENOVA breiter angelegt, auch wenn ökologisches Bauen eindeutig ein Schwergewicht darstellt. Gemeinsam ist ihnen allen das Ringen um neue wohnreformerische Qualitäten. Ein Überblick zu den wohnungsgenossenschaftlichen Entwicklungen in Deutschland rundet den Schwerpunkt ab.

Seite 6 bis 9.

Foto: Der älteste Bestand des Bauverein Breisgau: Mit dem Bau dieses Hauses in der Emmendinger Straße in Freiburg wurde bereits 1903 begonnen.

 

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Stand: 20. Mai 2007