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Oktober00

Aus dem Inhalt
Ökostrom Teil 1
Ökostrom Teil 2
Ökostrom Teil 3
Ökostrom Teil 4
Ökostrom Teil 5

ÖKOSTROM VON UNTEN

"Move to Ökostrom"

... aber: Konsequent umsteigen heißt auch: Selbst organisieren, die Machtfrage stellen!

oktob.jpg (84738 Byte)Der Atomnonsens ("Konsens" ist das falsche Wort, denn es gab gar kein Beteiligungsverfahren - alles Sache von Regierenden und Konzernen) hat den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke festgeschrieben. Der Ökostrommarkt entwickelt sich nur recht mühsam - und die großen Energieversorger sind wieder die cleversten: Sie spalten den Ökostromanteil aus dem bisherigen Mischstrom ab und verkaufen ihn nun teurer. HEW, HEAG und andere sind die Vorreiter dieser Strategie. Für die Umwelt kommt dabei gar nichts heraus. Aber für die Unternehmen.

Jörg Bergstedt, Redaktion Umweltschutz von unten - Wer im Markt agiert, muss sich ihm anpassen oder wird darin umkommen. Dieses unumstößliche Gesetz hat in den vergangenen Monaten etliche Ökofirmen hinweggefegt. Diese Gefahr besteht auch beim Ökostrom. Es sei denn, die Machtfrage gehört dazu: Die Energiewende muss von den Menschen ausgehen, nicht vom Markt! "Ökostrom von unten" heißt das Projekt, das in diesem Herbst gestartet ist. Gesucht sind AkteurInnen in Städten und Regionen, die die Idee mit umsetzen. "Ökostrom von unten" geht weit über den platten Appell der Umstellung von Haushalten hinaus. Denn dass damit ein Atomausstieg erreichbar ist, ist genauso ein Märchen wie vor 15 Jahren die Idee, mit dem Abwaschen und Sortieren von Joghurtdeckeln die Rohstoffverschwendung zu besiegen.

Bei "Ökostrom von unten" geht es um alles: Energieerzeugung, Vermarktung und Umstellung von Häusern, öffentlichen Gebäuden, Betrieben usw. Grundlegendes Prinzip ist der Weg "von unten". Das ist eine Machtfrage. Lokale Strom-ErzeugerInnen-VerbraucherInnen-Gemeinschaften (Strom-EVG) sollen die Entscheidungen treffen. Bundesweit tragen die Ökostromanbieter diese Arbeit und organisieren den Stromein- und -verkauf, denn es wäre anstrengend, müsste jede Region eine eigene Firma, Buchhaltung, überregionale Vernetzung usw. organisieren. Die Strom-EVGs und die Ökostromanbieter sind Partner. Sie schließen einen Vertrag oder eine andere Vereinbarung über die jeweiligen Aktivitäten, Entscheidungsrechte usw. Dadurch werden die Regionen autonom, d.h. sie agieren selbstbestimmt, aber nicht losgelöst. Es geht nicht um sinnvolle Regionalmythisierung, sondern um selbstbestimmtes Handeln. Das Optimum wäre das schließliche Ziel: Überall haben die Menschen die Entscheidungshoheit über ihre Energiegewinnung erobert. Wind-, Wasser-, Solar- und Biomasseanlagen werden gemeinsam betrieben, die Netze gehören den BürgerInnen und die Öffentlichkeitsarbeit für die Ökostromumstellung wird zusammen durchgeführt.

Davon ist alles weit entfernt. Bislang startet "Ökostrom von unten" in ersten Regionen, wo Anti-Atom-Gruppen, Energiewendegruppen oder andere Interessierte, aber auch Wind-, Solar, Wasserkraft- oder Biomasse"fans" die Initiative ergriffen haben. Sechs Ökostromanbieter tragen die Idee bundesweit mit. Ihre Tarife, die regionalen Kontaktadressen, die möglichen Stufen von der ersten Idee zur Strom-EVG in einer Region und konkrete Tipps für den Aufbau von Neuanlagen füllen die Internetseiten des Projektes (http://move.to/oekostrom), die grundlegenden Informationen bietet dieser CONTRASTE-Schwerpunkt. Es geht um den Stromwechsel - aber der darf sich nicht auf das Wohnzimmer beschränken. Alles von der Steckdose bis zur Erzeugungsanlage muss erobert werden, weg von denen, die Energie als Profitgrundlage betrachten, ohne Rücksicht auf Verluste.

Schafft 1,2,3 ... 1000 ... Millionen atomstromfreie Zonen! Mehr im Schwerpunkt auf Seite 6 bis 10 und unter http://move.to/oekostrom.

SCHWERPUNKTTHEMA:

Pro & Contra: Grünen Strom lieber verbrauchen oder produzieren?
Seite 6

Ökostromqualität: Im Detail sehr verschieden
Seite 6/7

Strom selber machen: Strom ohne Energiekonzerne, Atom- und Umweltverschmutzung?
Seite 7/8

Schritt für Schritt: Ökostrom von unten durchsetzen
Seite 8

Die Stromtarife
Seite 9

Schritte zur Genossenschaftsgründung: Energiegenossenschaften gründen
Seite 10

 

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Stand: 07. August 2008