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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Mai00

Aus dem Inhalt
Repression

 

EXPO 2000

EXPO No! Widerstand aufbauen!

Mai00.jpg (24602 Byte)In zwei Begriffe gepackt, lässt sich eine Expo wie folgt beschreiben: Sie ist die größte Veranstaltungsform auf der Welt (größer als Olympia) und sie ist eine Messe nicht für einzelne Produkte oder Firmen, sondern für den Kapitalismus und moderne Herrschaftsideologie im Ganzen. Der Widerstand gegen die Expo, ähnlich verkürzt dargestellt, soll dazu dienen, insgesamt und über die bisherigen Ein-Punkt-Beziehungen hinweg eine Widerständigkeit und politische Handlungsfähigkeit zu entwickeln, grundlegende Kritik an den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu üben und die Expo zu nutzen, um durch eine Vielzahl kleiner und einige große Aktionen die Lethargie, Resignation und den Mangel an kreativen Aktionskonzepten der letzten Jahre zu überwinden, um als politische Bewegung gesellschaftlich wirksam zu werden und wieder Menschen für einen Kampf um weit gehende gesellschaftliche Veränderungen gewinnen zu können.

Jörg Bergstedt, Red. Umweltschutz von unten - Das ist viel - aber nötig. Die Expo 2000 ein Anlass, die genannten Ziele zu verfolgen, d.h. Gegenmacht von unten zu organisieren, die auch über die Expo hinausreicht. Die Expo 2000 ist die zentrale Werbeschau des Kapitalismus. Doch sie könnte das Gegenteil werden: Sie ist Gelegenheit, für einen Aufbau gesellschaftlicher Gegenbewegung, denn ...

niemals haben sich die Ziele des neoliberalen Machtausbaus so offen gezeigt wie hier.
die harte Ausgrenzung der Menschen aus der Welt gekoppelt mit der Tatsache, dass die Menschen (als SteuerzahlerInnen) diesen Showdown ihrer entgültigen Entmachtung durch einen Technikfetisch auch noch bezahlen müssen, kann breitere Unterstützung für einen Widerstand gegen die Expo und gegen die dadurch beworbene Politik und Wirtschaft bringen.
die Expo verbindet fatale Aussagen zu allen Themenbereichen, d.h. eine politische Gegenbewegung am Symbol Expo könnte zu einem Bündnis über bisherige Themengrenzen hinweg führen.
die Expo schafft eine Möglichkeit, ihr Visionen und Bilder einer Gesellschaft von unten entgegenzustellen und unter der Frage "Wem gehört die Zukunft?" die grundlegende Herrschaftsfrage zu stellen.
die Expo ist dank ihrer aggressiven Werbung und den überall verteilten Projekten und Veranstaltungen extrem leicht angreifbar - inhaltlich wie physisch: In Hannover und Umgebung erzeugt die Expo eine hohe Auslastung von Straßen und Schienen, die technischen Einrichtungen und Leitsysteme sind für Störungen anfällig. Die Kameras und Objekte sind weltweit auf Hannover als Schauplatz gerichtet. Die Expo selbst erzeugt neben der Eröffnungsphase selbst ständige Kristallisationspunkte wie die Tage der einzelnen Nationen oder großer Konzerne, die Thementage zu Wanderungsbewegungen von Menschen oder der Bevölkerungsentwicklung. In der Fläche liegen die weltweiten Projekte oder finden thematische Tagungen statt - jedes einzelne Detail kann Angriffspunkt sein. Direkte Aktion bis hin zur Sabotage können große Wirkung haben.

Der Expo-Widerstand wird von sehr unterschiedlichen Gruppen getragen. In vielen Regionen haben sich Bündnisse gebildet, teilweise zusätzlich noch stadt- oder kreisweit. Dabei werden die bisherigen Teilbereichsgrenzen überwunden. In den Bündnissen wird nicht nur der Expo-Widerstand diskutiert, sondern auch andere übergreifende Projekte angegangen: Autonome Zentren, unabhängige Medien, Solidaritätsstrukturen, Veranstaltungsreihen usw. Das ist gewollt: Expo-Widerstand ist nur der Beginn für einen gemeinsamen Widerstand, der aus vielen Facetten bestehen kann und soll. Was geschieht, wird von unten bestimmt, ist also von Stadt zu Stadt bzw. je nach Region unterschiedlich.

Gemeinsam aber ist der Wille, einen unübersehbaren Auftakt zu schaffen durch die Blockade und Verhinderung, zumindest aber weit gehende Störung der Expo-Eröffnung. Unter dem Motte "Expo lahm legen" gibt es rund um den Eröffnungstag 1.6. (Himmelfahrt) eine ganze Aktionswoche (Auftakt: 27.5. mit einer Großdemonstration in Hannover), am 1.6. und solange es geht dann vielfältige Stör- und Blockadeaktionen mit dem Ziel, alle wichtigen Straßen, Kreuzungen, Straßenbahnen und Bahnlinien, Bahnhöfe und Eingänge, Versorgungsund Kommunikationsleitungen der Expo lahm zu legen - ein Fest des Widerstandes. Auch wenn es in vielen Details ganz anders ablaufen muss und wird - die Aktionen von Seattle bei der Verhinderung der WTO stehen Pate der Idee, die Expo-Eröffnung anzugreifen und lahm zu legen, um einen spürbaren Beginn einer Widerständigkeit zu schaffen, die dann weitergeht:

Lokal, regional, überregional und international!

Schwerpunkthema Seite 6 bis 9

 

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Stand: 20. Mai 2007