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März 1999

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Frauenprojekt wird AG

AKTIONSKARAWANE DER INDISCHEN BASISBEWEGUNG "KRRS"

InterContinental Caravan

maerz.jpg (57742 Byte)Schwindlig wird der CONTRASTE-Redaktion bei all den Gegen-Aktivitäten, die im Vorfeld und während der offiziellen Treffen der führenden Wirtschaftsmächte (EU-Gipfel und G7-Gipfel) geplant sind. Über die Vielfalt der geplanten Aktivitäten hatte CONTRASTE in der letzten Ausgabe informiert. Kurz vorgestellt hatten wir auch die geplante Rundreise durch Europa im Mai und Juni von 500 Bauern und Bäuerinnen aus Indien. In dieser Ausgabe informieren wir ausführlicher über diese Initiative und deren Hintergründe. Entnommen haben wir die nachfolgenden Beiträge einer Dokumentation des Projektes.

Das Projekt

Am Anfang nannten es die indischen InitiantInnen und wir europäischen KoordinatorInnen nur "TCP" - Totally Crazy Project. Nun laufen seit mehreren Wochen in Europa, Indien und einigen Ländern Südamerikas und Afrikas Vorbereitungen für die "Interkontinentale Karawane für Solidarität und Widerstand", die im Frühsommer 1999 Europa besuchen wird. Das Projekt entstand im Rahmen der weltweiten Koordination "Peoples' Global Action" auf Initiative der größten indischen Bauernorganisation KRRS, die rund 10 Millionen Mitglieder vereint.

Warum eine Karawane nach Europa?

Den InderInnen geht es einerseits um Austausch und Kontakt mit lokalen Bauern und Bäuerinnen, sowie politischen Basisorganisationen, andererseits darum, einer breiten europäischen Öffentlichkeit ihre Situation und die direkten Auswirkungen des "Freien" Handels und der WTO-Abkommen zu vermitteln. Zitat aus einem Brief aus Indien: "Wir wollen dem Norden vermitteln, wie der Süden das System der Ausbeutung und des Genozids erlebt, das von Euren Regierungen und internationalen Institutionen wie der WTO und den multinationalen Konzernen aufgezwungen wird. Wir wollen Euch aus erster Hand eine Vorstellung davon geben, welche Auswirkungen diese Institutionen auf uns haben und wie sie unser Leben zerstören. Im Süden ist die Dringlichkeit einer radikalen politischen Veränderung offensichtlich. Wir hoffen, daß dieses Projekt dazu beitragen wird, dieses Bewußtsein in der europäischen Öffentlichkeit zu verbreiten."

Neben einem direkten Austausch und der öffentlichen Information wollen die InderInnen und ihre BegleiterInnen auch die Institutionen und multinationalen Konzerne, die ihre desolate Situation zu einem großen Teil zu verantworten haben, mit ihrer Präsenz konfrontieren.

Aus der Sicht von uns europäischen KoordinatorInnen bestehen die Ziele der Karawane vor allem in einem breiten Kontaktnetz und dem Austausch zwischen verschiedenen Gruppen und Menschen, die sich wehren. Wir wollen auch hier in Europa eine Kraft entwickeln, die sich der ungerechten Weltordnung widersetzt und mit der Vernetzung von lokalen Alternativen eine neue Perspektive aufzeigt. Arbeitslosen- und Bauernorganisationen, kirchliche, Solidaritäts- und Umweltgruppen, Gewerkschaften, Studierende, Friedensorganisationen und Centri sociali unterstützen die Karawane in 12 Ländern Europas, weitere Basisorganisationen und Einzelpersonen werden um Unterstützung angefragt. Wir wollen den indischen Bauern und Bäuerinnen und anderen VertreterInnen von Basisbewegungen des Trikonts die Möglichkeit geben, hierher zu kommen und für sich selber zu reden; wir wollen aber auch die sich verschlechternde Situation in Europa thematisieren, denn auch hier sind die Auswirkungen der neoliberalen Politik spürbar. Nicht zuletzt möchten wir eine Diskussion um Alternativen anregen und uns daran beteiligen.

In jedem Land werden einige zentrale Veranstaltungen oder Aktionen zu spezifischen Themen stattfinden, beispielsweise Demonstrationen oder Kundgebungen vor multinationalen Konzernen oder kulturelle Veranstaltungen, die den Austausch zwischen den GastgeberInnen und den TeilnehmerInnen fördern. Daneben soll Raum bleiben für etwas Ruhe und Entspannung. Die Route richtet sich zu einem Teil nach bereits geplanten Anlässen, wie zum Beispiel dem "For Mother Earth"-Marsch nach Brüssel für die Abschaffung aller Atomwaffen oder einer Großdemonstration und Konferenz von progressiven christlichen Organisationen in Italien.

Die Karawane fällt zeitlich zusammen mit zwei wichtigen politischen Ereignissen, die im Juni in Köln stattfinden werden: Mit dem EU-Gipfeltreffen und dem G7/G8-Gipfeltreffen. Ein Teil der Karawane wird sich an den Gegenveranstaltungen zum EU-Gipfel beteiligen, ihren Abschluß findet die Karawane zum G7/G8-Treffen, bevor die TeilnehmerInnen nach Amsterdam zurückreisen und nach Hause fliegen.

Unterstützung durch holländische Kollektive

Die Kosten für den Flug werden von den TeilnehmerInnen und ihren Organisationen selber erbracht; die europäischen Koordinationskomitees sind für Unterkunft, Verpflegung, Transport und alle weiteren Kosten verantwortlich.

Der Transport erfolgt durch Busse, die von einem holländischen Bus-Kollektiv vorbereitet und unentgeltlich gefahren werden. Das holländische Kollektiv Rampenplan, das über mobile Küchen mit allem Inventar verfügt, wird die ganze Tour begleiten und mit lokaler Hilfe bei den Großanlässen kochen.

Fortsetzung auf Seite 7

 

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Stand: 07. August 2008