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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Editorial

ZU DIESER AUSGABE:

Um dem ersten Nato-Angriffskrieg in Europa, der zugleich der dritte Angriffskrieg deutscher Militärs gegen Serbien/Jugoslawien nach 1914 und 1941 ist, und um der gleichgeschaltet scheinenden bürgerlichen Presse ein Stück Gegenöffentlichkeit entgegenzustellen, haben wir uns spontan dazu entschlossen, einen großen Teil dieser Ausgabe den aktuellen Geschehnissen zu widmen.

NEIN ZUR NATO!

Neben der grundsätzlichen politischen Kritik an einem Krieg an sich gibt es die juristische Seite: Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig und nach dem Grundgesetz nicht zulässig. Denn es handelt sich weder um einen Verteidigungskrieg - kein Natostaat wurde angegriffen - noch um militärisches Eingreifen im Auftrag des UN-Sicherheitsrats. Im Gegenteil, die UNO wurde mit dem Beschluß zur Kriegsführung übergangen, womit ihre zukünftige politische Rolle schwer beschädigt sein dürfte.

Dieser Krieg zeigt aber auch, was uns in Zukunft erwartet, soll doch zum bevorstehenden 50. Jubiläum der NATO deren neue Rolle als imperialistisches Bündnis festgeschrieben werden. Angesichts der Entstehungsgeschichte diese Krieges drängt sich der Eindruck auf, daß hier ein Präzedenzfall geschaffen wurde, der beliebig wiederholbar sein könnte. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum gerade hier die Verteidigung der Menschenrechte einen solchen Völkerrechtsbruch rechtfertigt, während die Verfolgung anderer Bevölkerungsgruppen in anderen Ländern, z.B. der KurdInnen in der Türkei, nicht einmal zu eindeutigen politischen Reaktionen Anlaß gibt.

Mit dem Beginn des Krieges hat sich die Situation der albanischen Bevölkerung im Kosovo drastisch verschlechtert. Doch selbst vor Ostern erklärte die Menschenrechtsorganisation »Human Rights Watch« noch, daß es nachgewiesenermaßen ethnische Vertreibungen und einzelne Morde im Kosovo gäbe, wollte jedoch nicht soweit gehen, dies als Völkermord zu bezeichnen. Jedoch fürchtet sie, daß es zu einem solchen kommen könnte.

Die politische Position des nationalistischen Diktators Milosevic ist durch den Krieg eher gefestigt als in Frage gestellt worden. Die Angriffe der NATO treffen ja nicht Herrn Milosevic persönlich, sondern die Bevölkerung. Sie hat unter Notsituationen durch Zerstörung der Infrastruktur des Landes zu leiden. Und die Angriffe auf serbische Truppen treffen zwangsverpflichtete Männer, nicht die Verantwortlichen des Terrors.

Die Redaktion

 

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Copyright © 1999 CONTRASTE Monatszeitung für Selbstorganisation
Stand: 07. August 2008