-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE----- Wichtig! Bitte beachten Copyright ========= Archiv-Version der Antifaschistischen Nachrichten ================================================= Da mich immer wieder Anfragen nach „lteren Ausgaben der Antifaschistischen Nachrichten erreichen, stelle ich die gesammelten „lteren Ausgaben im Archiv der Nadeshda zum Download zur Verfgung. Bitte beachten Sie, daá das Copyright der Texte bestehen bleibt. Die Nutzung der elektronischen Ausgabe ist auf private Zwecke beschr„nkt. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an die Redaktion. ÖÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ· ºDiese Datei darf nicht ver„ndert werden. Zur Sicherung ist sieº ºmit einem elektronischen Schutzumschlag versehen. Zur º ºšberprfung brauchen Sie das Programm PGP und meinen º º”ffentlichen Schlssel (bitte per e-mail bei mir anfordern). º ÓÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄĽ Die Verbreitung durch rechtsextreme Mailboxen, insbesondere des sog. Thule-Netzes, ist ausdrcklich untersagt. Die unver„nderte Spiegelung des Archivs auf anderen Servern ist gestattet. Ich bitte in diesem Fall um eine kurze Mitteilung. Sie erhalten die aktuelle Fasssung der gesammelten Ausgaben der AN ber den Fileserver der NAD-MEER. Er ist ber das Internet weltweit erreichbar. Bitte senden sie eine elektronische Nachricht mit dem Inhalt HELP an: Inform@Nad-Meer.gun.de - ---------------------------------------------------------------- Meine Netzadresse: M.DIETZSCH@nadeshda.gun.de Die AN-Redaktion ist zu erreichen ber den Account J.DETJEN@link-k.cl.gun.de Martin Dietzsch (Stand: 1.1.1996) - ---------------------------------------------------------------- Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Frankreichs Rechtsextreme Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 9603 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Frankreichs Rechtsextreme haben Mhe, - ------------------------------------- ihre strategische Position zu bestimmen - --------------------------------------- Eine im konservativen "Le Figaro" und der KP-nahen "L'Humanite" ver”ffentlichte Umfrage des SOFRES-Instituts unter Bewohnern des Groáraums Paris forschte nach dem Zusammenhang zwischen der Haltung zum franz”sischen Streik und den parteipolitischen Pr„ferenzen. Waren es in der sozialistischen W„hlerschaft 82 % und in der kommunistischen 92 %, die sich fr die Antworten "habe Sympathie" oder "bin solidarisch" mit den Streikenden entschieden, so entschieden sich von den W„hlerinnen der brgerlichen Parteien nur 21 % fr diese positiven Antworten. Delikaterweise ist die W„hlerschaft der extremen Rechten ziemlich genau in der Mitte gespalten. 54 % der W„hlerschaft des Front National „uáeren "Sympathie" oder "Solidarit„t" fr die Streiks. Le Pen und seine Partei haben in dieser Frage Mhe mit dem Spagat, den sie einschlagen mssen zwischen der in den 80er von der Rechten abgeworbenen, kleinbrgerlich-reaktion„ren und der in den 90er Jahren eroberten, oftmals ehemals links w„hlenden, sozial unzufriedenen W„hlerschaft. Nicht unbedingt berzeugend wirkten daher die Versuche, einer sozialen Stellungnahme aus dem Wege zu gehen. Etwa wenn Le Pen davon sprach, daá "die soziale Krise nur ein Teil der moralischen Krise der Nation" sei, oder sein neuer Parteisekret„r Bruno Gollnisch sich auslieá, daá es in Frankreich "eine viel bedeutendere kulturelle und ethnische Spaltung denn eine soziale Spaltung" gebe. Zumal es derselbe Bruno Gollnisch (brigens mit einer Japanerin verheiratet) war, der zum ersten Mal seitens des Front National der brgerlichen Regierung teilweise Untersttzung zukommen lieá - abgesehen von der Frage der Atomwaffentests, denen der FN ebenfalls zustimmte. Die Jupp‚-Pl„ne zur Sozialversicherung, so der Parteisekret„r, "nehmen einige unserer Ideen auf" - etwa die, daá "die Verl„ngerung der Lebensarbeitszeit unumg„nglich" sei. Aber auch "die Arbeitsbedingungen, die Feriendauer und anderes" máten "in Frage gestellt werden - fr die Leute im ”ffentlichen und im privaten Sektor". Hier kommt die ultraliberale Wurzel des Front National wieder, der in seinem Programm nur eine soziale "Minimalsicherung fr alle Franzosen" fordert und sich dort insbesondere fr private Sozialversicherungen ausspricht - was bedeutet: wer mehr Geld hat, ist besser abgesichert. Jean-Marie Le Pen fhrte in seinem 1985 erschienenen Buch "Frankreich kehrt zurck" aus: "Es ist angemessen, das soziale und wirtschaftliche Leben zu entreglementieren und zu privatisieren." Gefolgt von zwei Beispielen: das Bildungswesen und die Sozialversicherung. In der FN-Wochenzeitung National Hebdo vom 14.12.95 fhrt Bruno Gollnisch aus, warum er dennoch auch die Regierung nicht untersttzt: "Wie Jean-Marie Le Pen sagt, kann Opfern (Anm.: der Arbeiter) nur in einem nationalen Rahmen zugestimmt werden." Anders gesagt: Nur in einer richtigen Volksgemeinschaft lieáen sich die Arbeiter willig ausbeuten. Und ein Versprechen fr die Zukunft gibt Gollnisch gleich mit ab: "Die Gewerkschaften haben nicht den Gesetzgeber zu ersetzen. Wenn der Front National vom Volk den Auftrag erhalten wird, Frankreich zu regieren, dann kann ich ihnen feierlich versichern, daá er sich nicht dem Diktat der Gewerkschaften unterwerfen wird." Dieselbe Ausgabe des rechtsextremen Wochenblatts konkretisiert dies im Leitartikel: "Gegen die R„delsfhrer, die ein Land auf die Knie zwingen und seine Bewohner als Geiseln nehmen, ist strenges Vorgehen angemessen. (Die Gewerkschaftsfhrer) Viannet und Biondel im Gef„ngnis, das ist die Idee, die vielen Leuten gefallen wrde." Der Leitartikel l„át deutlich die Gespaltenheit des rechtsextremen Potentials erkennen: "Man sagt mir, viele W„hler und Sympathisanten des FN haben gestreikt. Ich antworte: es ist unsere Pflicht, ihnen zu zeigen, daá sie sich haben in die Falle locken lassen." Die Forderungen der Gewerkschaften sind demnach "l„cherlich und ungerecht". Daneben phantasiert National Hebdo ber m”gliche Sabotage an Atomkraftwerken durch Streikende der Stromgesellschaft EDF: "Je verrckter man ist, destomehr gibt's zu lachen." Alles in allem sei die Streikbewegung folgendermaáen zu erkl„ren: "Man verlagert so die politische Debatte vom nationalen Terrain, wo der Front National unschlagbar war, auf ein behauptetes soziales Terrain. Das hat zur Wirkung und zum Ziel, die Linke wieder steigen zu lassen." Um in dem Slogan zu enden: "Weder Jupp‚ noch die Gewerkschaften, sondern Frankreich." Die rechtskatholische und dem FN-Imperium zugeh”rende Tageszeitung Pr‚sent fhrt am 19.12.95 aus, Jupp‚ sein teilweises Nachgeben gegenber den Streikenden vorwerfend: "Er (Jupp‚) ist dieser ideologischen Illusion verfallen, die, vom Terror der franz”sischen Revolution bis zu den kommunistischen V”lkermorden, nur zu sehr ihre kriminelle Perversion gezeigt hat. Die Pflicht einer Regierung ist es niemals gewesen, das >Glck des Volkes< zu sichern, sondern die materiellen, ... nationalen Bedingungen einer (stets unperfekten) Harmonie zu sichern ... deren Perfektion nicht auf dieser Welt zu erwarten ist." Amen! National Hebdo vom 21.12.95 sieht beide Seiten der Klassengesellschaft in einer Verschw”rung zusammenstecken, weil sie keine Volksgemeinschaft sein wollen. "Wir Bger sind gefangen zwischen den einander entgegengesetzten, aber zusammengeh”renden Zangen des einen selben Systems, das versucht, unsere Wut aufzufangen und zu deformieren." Das Blatt erkl„rt seiner Leserschaft: "Die Streiks werden genau deswegen wieder losgehen, weil man die Verlagerung der politischen Debatte auf die gewerkschaftliche Ebene organisiert hat, in der Absicht, den Front National zu eliminieren, um die Kommunistische Partei zu reaktivieren. (... ) Die franz”sische Regierung ist entzckt: Wenn eine gengende Anzahl von Franzosen, in die Falle gelockt durch ihre Man”ver, ihren Protest zur Kommunistischen Partei tr„gt, wird die (gaullistische Regierungspartei) RPR trotz ihrer Fehler ruhig in Malignon (Amtssitz des Premierministers) und im Elysee (Amtssitz des Pr„sidenten) weiterregieren. Deswegen ist es n”tig, daá (CGT-Gewerkschaftschef) Viannet seine Basis nicht entt„uscht. Also wird er von neuen ,Ungeschicklichkeiten' von (Regierungschef) Jupp‚ profitieren, um neue ,Aktionstage' zu lancieren." Aktionstage, die National Hebdo zufolge darin bestehen, daá "diejenigen, die nichts tun, die anderen am Arbeiten hindern". Die dem FN-Imperium ebenfalls angeh”rende, rechtsbrgerlich ausgerichtete Minute (20.12.95) fllt den Titel und eine Doppelseite mit einer Story unter der šberschrift: "Der Streik hat mehrfach get”tet". Es geht dabei um sechs Ertrunkene an einem Stausee, dessen Schleusen angeblich Streikende absichtlich ge”ffnet haben. Am 20. Dezember „uáerte sich dann wieder der "Chef" Jean-Marie Le Pen. Die soziale Bewegung von November/Dezember stelle eine "Revolte von Privilegierten" dar, an gleichlautende Slogans brgerlicher Presseorgane anknpfend. Die Unterdrckung des Streikrechts im ”ffentlichen Dienst fordernd, bezeichnet er Streik als "archaisches und ruin”ses Mittel der Regelung sozialer Konflikte." Die aktuelle Strategie des Front National besteht nun darin, die Gewerkschaften durch die Grndung parteiabh„ngiger st„ndischer Berufsorganisationen zu untergraben. Den Anfang machte im Dezember die Kandidatur einer Liste "Front National de la Police" (FNP) bei den Berufsvertretungswahlen der Polizei (siehe An 26/95). Auf einer Pressekonferenz im November hatte FN-Chef Jean-Marie Le Pen lanciert, daá es im Falle eines Erfolges der FNP-Liste bald auch "einen Front National der Metallarbeiter, der Bauern, der Fischer, der Bankangestellten" geben k”nne. Konkret anvisiert ist fr die n„here Zukunft bereits die Grndung einer FN-nahen Busfahrervereinigung. Hauptzielgruppe aber sind vor allem Mittelstand und Kleinbrgertum. Dafr sind zwei Varianten im Gespr„ch. Zum einen ist Yves Dupont - der innerhalb des FN mit der Schaffung berufsst„ndischer Vereinigungen beauftragt ist - bestrebt, eine "Koordination der Gesch„ftsleute und Handwerker" zu schaffen, um die bisher das Feld beherrschende rechtsbrgerlich orientierte (jedoch einen militanten Flgel aufweisende) Koordination CDCA zu umgehen. Zum anderen gibt es den 1984 beim Front National gegrndeten, doch zwischenzeitlich eingeschlafenen "Zirkel modernes Unternehmen und Freiheiten". Dessen Pr„sident Jean-Michel Dubois ist bemht, seine Aktivit„ten wiederzubeleben und die Struktur in zwei Teile zu zerschneiden, je einen fr den ”ffentlichen Dienst und fr den Privatsektor. Dubois erkl„rte in einem Pressekommunique, "beim n„chsten Kongreá im Februar/M„rz" werde sich der Zirkel "in eine Berufsgruppen-Gewerkschaft umformen". - - (Bernhard Schmid, Paris) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Eindrcke einer Reise - Kal vrita Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 6607 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Eindrcke einer Reise - --------------------- Kal vrita, ein Mitglied der "Gemeinschaft der gemarterten St„dte" Oktober 1995: Die griechische Regierung fordert von der Bundesrepublik Deutschland Wiedergutmachungszahlungen in H”he von 70 Milliarden Dollar fr die Zerst”rungen und Greueltaten, die die deutschen Besatzer in Griechenland im zweiten Weltkrieg angerichtet hatten. Nach Kriegsende war Griechenland diese Wiedergutmachungszahlung zugesprochen worden. Die deutschen Untaten in Griechenland waren Gegenstand im Nrnberger Kriegsverbrecherprozeá. Doch irgendeine Form von Wiedergutmachungszahlungen fr die deutschen Verbrechen auf Kreta, dem Peleponnes und dem Festland blieben aus. Heute haben sich auf dem Peleponnes šberlebende und Nachkommen zu Selbsthilfegemeinschaften zusammengeschlossen, die sich gerichtlich Entsch„digungszahlungen von der Bundesrepublik erstreiten wollen. 12. Dezember 1943: Seit eineinhalb Jahren dauert der Terror deutscher Besatzertruppen auf dem Peleponnes an. Der erste Terrorakt war der Artillerie-Beschuá der Bergstadt Kal vrita am 29. August 1942 gewesen, ausgefhrt von deutschen Truppen, die in P tras stationiert waren - heute Ziel und Ausgangspunkt der F„hren von und nach Griechenland. Diese šberf„lle auf Kal vrita und die umliegenden D”rfer wiederholten sich st„ndig. Die Gegend von Kal vrita war das Zentrum des griechischen Unabh„ngigkeitskampfes gegen die osmanische Besatzung 1821 und auch im zweiten Weltkrieg das Zentrum des Partisanenwiderstandes. Bei Kal rita in dem drei Kilometer entfernten Ort Vysoka befand sich das das Oberkommando der E.L.A.S., der Nationalen Befreiungsarmee Griechenlands, sowie der E.P.O.N., der Panhellenischen Jugendunion. Von hier gingen die Widerstandsaktionen der griechischen Partisanen gegen die deutsche Besatzung aus. Im November hatten die Partisanen 81 deutsche Soldaten gefangengenommen. Sie wollten diese gegen 80 Partisanen austauschen, die sich in deutscher Haft befanden. Das Oberkommando der LXVIII. Armee unter dem Befehlshaber General der Flieger Hellmuth Felmy lehnte einen Austausch ab und berzog die Region Kal vrita mit Terror, Mord und Zerst”rung und ermordeten die gefangenen Partisanen. Als Reaktion darauf wurden die deutschen Soldaten erschossen. Die deutsche Armeefhrung begann daraufhin das "Unternehmen Kal vrita": 28 St„dte, D”rfer und Kl”ster wurden niedergebrannt und etwa 2.000 Menschen ermordet - ber 1.200 am 13. Dezember 1943 in Kal vrita, die gesamte m„nnliche Bev”lkerung ber 15 Jahre. Deutsche Armeesoldaten des 749. J„ger-Regiments unter dem Kommando des Offiziers Tenner aus Patras hatten die Bev”lkerung von Kal vrita zusammengetrieben. Die M„nner wurden auf die Bergkuppe oberhalb der Stadt getrieben. Dort wurden sie erschossen. Die Kinder und Frauen wurden in den Keller der Schule gepfercht, dann wurde die Stadt angesteckt. Frauen und Kinder konnten sich aus der brennenden Schule befreien. Ihren M„nnern, S”hnen und V„tern konnten sie nicht helfen. Auf Urlaub in Griechenland, kreuz und quer ber den Peloponnes: Nach einem Besuch von Olymp¡a fuhren wir nach Kal vrita. Durch eine malerische Landschaft fhrt die Straáe. Arm, karg und hart ist das Leben auf den kleinen Bergd”rfern. Schaf-und Ziegenherden werden am Sp„tnachmittag von den Almen heimgetrieben. Auf Eseln wird der Ernteertrag des Tages in K”rben von den Bauern in die D”rfer gebracht. Zwischendurch Hinweise auf ein nahegelegenes Skigebiet, Touristenbusse stehen auf einem Parkplatz vor dem Eingang einer Grotte. Die Straáe schraubt sich auf ber 1000 m, dann beginnt die Abfahrt zu dem 750 m hoch gelegen Luftkurort Kal vrita, Endpunkt einer Zahnradbahn durch die berhmte Vour ‹kos-Schluchtvon Diakoft¢ am am Golf von Korinth kommend. "Besucht Kal vrita, die gemarterte Stadt Griechenlands", hatten uns deutsche und griechische Freunde geraten. Nach einer Bergkuppe sehen wir Kal vrita unter uns liegen. Noch eine Kurve und wir stehen vor dem Mahnmal, das an die Ermordung der m„nnlichen Bev”lkerung Kal vritas am 13. Dezember 1942 durch die deutsche Armee erinnert. Ein hohes Kreuz und Gedenksteine ragen aus einem Zypressenhain hervor. Die Inschriften auf den Gedenksteinen enthalten die Namen aller Ermordeten und ihr Alter. Kurze Zeit schallt die Geschichte Kal vritas aus einem Lautsprecher auf deutsch. Ein „lterer Herr kommt auf uns zu und fragt nach unserer Nationalit„t: der Brgermeister von Kal vrita, einer der 13 šberlebenden des Massakers, der nicht von dem Kugelhagel getroffen wurde und unter dem Leichenberg berlebte. Er vertrat die Klage Kal vritas in Nrnberg. Wiedergutmachung oder ein Wort der Abbitte irgendwelcher deutscher Stellen hat Kal vrita bis heute nicht erreicht. W„hrend der Stunde, die wir an dem Mahnmal verbringen, kommen Busse mit griechischen Schulklassen und Reisegesellschaften. Sie verweilen alle eine Zeitlang und besuchen die kleine Gedenkkirche. Im Reiseprogramm deutscher Veranstalter findet sich dieser Ort nicht wieder. Gespenstisch kommt einem das Leben in der Stadt vor. Vor den Cafes auf der Straáe sitzen keine alten M„nner wie in jedem anderen griechischen Ort. Jugendliche und alte Frauen bestimmen das Straáenbild. In den L„den wenden sich alte Frauen ab wenn sie bemerken, daá wir Deutsche sind. Tief sitzt das Leid und die Bitternis, die der deutsche Herrschaftsanspruch ber diesen Ort gebracht hat. Es gibt fast keine Familie in Kal rita, die nicht mindestens ein Mitglied am 13. Dezember 1943 verlor. Auch eine Spende der deutschen Kirchen fr den Wiederaufbau der Stadtkirche kann daran nichts „ndern. Die eine Uhr der Stadtkirche steht auf 2.34 Uhr. Das war die Uhrzeit, als Kal vrita zu brennen begann. Gegenber vom Bahnhof befindet sich ein Wandgem„lde mit der Aufrschrift: "Kal vrita, Mitglied der Gemeinschaft der gemarterten St„dte". - (rub) (Quellenhinweis: Dimitris Kaldiris, The Drama of Kalavryta, Athens 1989) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* IG-Farben i.L. kauft Grundstcke in Hilden Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 5582 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** IG Farben i.L. kauft Grundstcke in Hilden - ------------------------------------------ Trotz Protest will der Rat der Stadt Hilden bei Dsseldorf die Anteile der Stadt an der Hildener Aktienbau-Gesellschaft an die Gladbacher Aktienbau-Gesellschaft (GAB) verkaufen. Die Hildener Antifaschisische Initiative wies in einem Offenen Brief an die Mitglieder des Rates darauf hin, daá sich hinter der GAB die IG Farben-Nachfolgegesellschaft verbirgt, und zog die Schluáfolgerung: "Bei dem Geld, das ber die GAB in die Kasse der Stadt flieáen wird, handelt es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um Betr„ge aus dem ,Altverm”gen` eines zumindest ehemals nazi-freundlichen Konzern. Wir halten es daher aus moralischen Grnden fr undenkbar, daá in Hilden zuknftig der soziale Wohnungsbau mit diesem ,Blutgeld` finanziert wird." Auch der Verein zur Erforschung der nationalsozialistischen Verfolgung von Zwangsarbeitern durch IG Farben in Auschwitz hat gegen den Verkauf protestiert. Im Folgenden dokumentieren wir eine Presseerkl„rung dieses Vereins, die wir dem CL-Netz entnommen haben. - (wof) Aus der Erkl„rung Mit Befremden haben wir davon Kenntnis erhalten, daá die der Gesellschaft IG Farben in Liquidation eng verbundene WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG selbst oder ber Tochterfirmen ihre Gesch„fte auf dem hiesigen Wohnungsmarkt wie angekndigt ausweitet. Ungeachtet der sozialpolitischen Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von kommunalem Wohnungseigentum der Stadt Hilden an die 99,54%ige WCM-Tochter Gladbacher Aktienbaugesellschaft AG, M”nchengladbach stellen wir fest: - - WCM ist historisch - als Tochterfirma - und durch personelle Verflechtungen (teilweise identische Aufsichtsratsmitglieder) eine Gesellschaft, die sowohl verm”gensrechtlich als auch politisch mit IG Farben i.L. zusammenh„ngt. Seit 1993, als Dreiviertel der damaligen IG-Aktion„re ihre Liquidationsanteilscheine (Aktien) in WCM-Papiere umtauschen konnten, ist diese Verbindung umso deutlicher geworden. Zum damaligen Zeitpunkt wollte IG Farben i.L. ihren Namen „ndern, weil in der internationalen Presse immer wieder auf die Entstehungsgeschichte und Fragwrdigkeit des Konzerns hingewiesen wurde. Anlaá dafr waren die w„hrend der j„hrlich stattfindenden Hauptversammlungen erfolgten Proteste ehemaliger Zwangsarbeiter, NS-Verfolgter, des Auschwitz-Komitees in der BRD und anderer Organisationen, die auf ein breites Interesse der ™ffentlichkeit stieáen. Der Antrag auf Namens„nderung wurde von einem Frankfurter Gericht abgelehnt. IG Farben i.L. ist seitdem bemht, ihre Grundstcksgesch„fte unter "harmlosen" Namen von Zweiggesellschaften auszuweiten. Das ist aktienrechtlich legitim, „ndert aber nichts an den politisch-moralischen Gegebenheiten. - - IG Farben war im deutschen Nationalsozialismus die kriegswichtigste Firma, die im Schatten der Wehrmacht in allen von Deutschen besetzten europ„ischen L„ndern expandierte. Als einzige Gesellschaft unterhielt sie in Monowitz bei Auschwitz ein eigenes Konzentrationslager, und auf ihrem Werksgel„nde Buna wurden zehntausende von H„ftlingen zu Tode gequ„lt. Unter Aufsicht und auf ausdrcklichen Wunsch des Konzerns wurden grausamste medizinische Menschenversuche vorgenommen. - - IG Farben i.L. ist die juristische Nachfolgefirma des NS-Chemiekonzerns, der 1948 als Kriegsverbrecher verurteilt und nach Beschlssen der Alliierten in mehrere Firmen (u.a. Bayer, BASF, Hoechst) "entflochten" wurde. Die vergleichsweise kleine Liquidationsgesellschaft IG Farben hatte ursprnglich die Aufgabe, u.a. unklare Verm”gensverh„ltnisse und Entsch„digungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter abzuwickeln. - - Die Gesellschaft hat sich entgegen den ihr zugewiesenen Aufgaben nicht selbst aufgel”st, sondern spielt seit vielen Jahren eine dubiose Rolle auf dem bundesdeutschen Aktienmarkt. Ins Schlaglicht der Internationalen Kritik ist die Firma, an deren Aktien "das Blut von Auschwitz" klebt, in den jngsten Jahren zudem durch ihre Verm”gensrckforderungen fr enteigneten Grundbesitz auf dem Gebiet der neuen Bundesl„nder geraten. Ungeachtet ihrer aktienrechtlichen Gepflogenheiten und Entwicklung, haben IG Farben i.L. und ihre Schwestern- und Tochterfirmen eine politische Bedeutung, die im In- und Ausland sorgf„ltig und mit Kritik wahrgenommen wird. Statt die Gedenkst„tte Auschwitz zu untersttzen und "Entsch„digung" an die bislang leer ausgegangenen šberlebenden des IG-eigenen KZ in den ”stlichen L„ndern auszuzahlen, machte der Konzern Gesch„fte, deren Ursprung auf V”lkermord, NS-Verbrechen und Vernichtung durch Arbeit zurckgehen. Die verantwortlichen Entscheidungstr„ger fr den Verkauf von Grundstcken und Wohnungen mssen sich bewuát sein, mit wem sie ihre Verhandlungen fhren. Hans Frankenthal, ehemaliger Zwangsarbeiter von IG Farben, Vorstandsmitglied im Auschwitz-Komitee und im Landesverband der Jdischen Gemeinden Westfalen-Lippe - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Kurzmeldungen Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 18142 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Reichsgrndungsfeier - -------------------- Berlin. Anl„álich der Reichsgrndung im Jahre 1871 treffen sich am 18. Januar die "Monarchiefreunde" zu einer Gedenkfeier im Mausoleum des Charlottenburger Schlosses in Berlin. Als Kontaktadresse fungiert dabei der Landesbeauftragte der "Monarchiefreunde" fr Berlin-Brandenburg, Frank Flaam. Flaam war 1994 in einer Anzeige in der "Jungen Freiheit" als Ansprechpartner fr den Arbeitskreis Berlin der monarchistischen Vereinigung "Tradition und Leben" angegeben. Berhrungs„ngste zum rechten Spektrum kannte die "Traditionsgemeinschaft zur F”rderung des monarchistischen Gedankengutes - Tradition und Leben" eigentlich nie. Schon der damalige Gesch„ftsfhrer des Vereines, Manfred Balmes, bekannte 1978 freimtig: "Wir Monarchisten sind gegen die Republik". So verwundert es nicht, daá 1975 der sp„tere Kopf der neofaschistischen ANS/NA, Michael Khnen , "als deren Repr„sentant in Hamburg" (Braunzone, KB, Buntbuch 1981) auftrat. - - (hma) Zeitler auf "REP"-Liste - ----------------------- Wrzburg. Der ehemalige SPD-Oberbrgermeister Dr. Klaus Zeitler kann die Finger nicht von den "Republikanern" lassen. Zeitler, der im April 1995 die Partei verlieá, als diese vom Bayerischen Innenministerium als verfassungsfeindlich eingestuft wurde, will sich 1996 auf der Liste der "Republikaner" um einen Sitz im Stadtrat bewerben. Die "Republiner", derzeit im Wrzburger Stadtrat durch einen ehemaligen CSU-Lokalpolitiker vertreten, wollen bei der n„chsten Wahlrunde mit einer "offenen Liste" antreten. - - (Main-Echo 29.12.95 - hma) "Republikaner" mit Stiftung abgeblitzt - -------------------------------------- Die Republikaner sind erneut mit ihrem Versuch gescheitert, eine gemeinntzige Stiftung einzurichten, um im Umfeld der Partei steuerbegnstigt eigene Vorstellungen verbreiten zu k”nnen. Das OVG in Mnster kam zu dem Ergebnis, daá die Stiftung das "Gemeinwohl" mit ihrer Arbeit gef„hrden wrde. Nach dem nordrhein-westf„lischen Stiftungsgesetz verbietet eine solche Gef„hrdung des nicht n„her definierten "Gemeinwohls" die zwingend erforderliche Genehmigung der Satzung einer gemeinntzigen Stiftung durch das Innenministerium. Die Republikaner sind in Nordrhein-Westfalen mit ihrem Antrag auf Genehmigung der Satzung von Anfang an auf besondere Schwierigkeiten gestoáen. Das Innenmnisterium lehnte 1993 die Genehmigung der Stiftung ab. Die Republikaner fochten diese Ablehnung vor dem Verwaltungsgericht in Dsseldorf an und gewannen in erster Instanz. Das OVG in Mnster beschr„nkte sich nicht auf die Prfung der offiziellen Papiere und Programme der Partei, sondern studierte auch die vom Verfassungsschutz des Landes ber die Republikaner zusammengetragenenen Unterlagen. Die Richter kamen daraufhin zu dem Ergebnis, daá der Stiftungszweck in Wahrheit "gegen das Gebot der Achtung der Menschenwrde ... sowie gegen das Demokratieprinzip" verstoáe. Als besonders bedeutsam wertete das OVG in diesem Zusammenhang Ver”ffentlichungen von Untergliederungen der Partei, in denen die verfassungsrechtliche Legitimation der demokratischen Parteien ver„chtlich gemacht und verneint wrden. Das Gemeinwohl gef„hrdet sahen die Richter auch durch Hetzschriften der Republikaner, in denen Stimmung gegen in Deutschland lebende Ausl„nder und Asylbewerber gemacht wird. - - (Nach: Frankfurter Rundschau, 18.12.95) 400 demonstrierten in Rathenow gegen die "Nationalen" - ----------------------------------------------------- Berlin. Am 9. Dezember demonstrierten in Rathe-now ca. 400 Menschen gegen die Naziorganisation die "Nationalen". Aufgerufen hatten zu dieser Demo verschiedene Antifa-Gruppen vorwiegend aus Brandenburg und die PDS Rathenow. Die "Nationalen" hatten ebenfalls eine Gegendemonstration angemeldet, die aber vom Polizeipr„sidium Oranienburg verboten wurde. Ihre Ankndigung, sich dann der Antifa-Demo "anzuschlieáen", erwies sich als Seifenblase. In den Redebeitr„gen wurde nicht nur auf die Nazistrukturen aufmerksam gemacht, sondern auch die Jugend- und Kulturpolitik angeprangert. Mehrmals wurden in derVergangenheit besetzte H„user von der Polizei ger„umt. Den Jugendlichen wurde dann ein Ausweichobjekt versprochen, wenn sie einen Verein grnden wrden. Der Verein wurde gegrndet und hat schon verschiedene Konzerte und ein antirassisti-sches Fuáballtunier organisiert. Die Verantwortlichen der Stadt Rathenow reden sich jetzt damit raus, sie h„tten kein Hausfrei: "Wir wrden euch ja gern ein Haus anbieten, aber wir haben leider keines." (Dr. Lemle, Kulturverantwortlicher derStadt Rathenow) - (hga) Rck- und Austritte in der FDP - ------------------------------ Dsseldorf. Der Vorsitzende der Dsseldorfer "Jungen Liberalen" Rene Hagemann-Miksits hat aus Protest gegen die Rechtsentwicklung der FDP seinen Platz im FDP-Kreisvorstand aufgegeben. Bezglich des Ausganges der Mitgliederbefragung in der FDP zum groáen Lauschangriff erkl„rte er: "Die FDP ist als Partei dem Untergang sehr nahe. In dieser Situation vertraut man nun nicht mehr l„nger liberalen šberzeugungen, sondern populistischen Anwandlungen". "Angesichts der groáen Mehrheit fr die Wanze" h„lt der JULI-Kreisvorsitzende die Chancen fr die Bemhungen um liberale Positionen in der FDP "fr unwahrscheinlich". Das Zweidrittel-Votum fr den Lauschangriff scheint in vielen FDP-Kreisverb„nden zu erheblichen Einbrchen gefhrt zu haben, so hatten alleine in der Landeshauptstadt zehn Mitglieder ihr Parteibuch zurckgegeben. Unterdessen hat der dem rechten FDP-Flgel angeh”rende ehemalige Generalbundesanwalt Alexander von Stahl angekndigt, auf dem Berliner Landesparteitag der FDP am 13. Januar die Nachfolge von Gnter Rexrodt als Landesvorsitzender antreten zu wollen. "Mehrere Stellen" wollten "Geld in die Partei stecken", sollte er den Landesvorsitz bernehmen, sagt Stahl. - - (RP 19.12.95, SZ 3.1.96 - hma) Gedenken ohne Reue - ------------------ Japan/Tokio. Mit einer Versp„tung von etwa drei Monaten hat die japanische Regierung den "Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges" in einer Feierstunde begangen. Ursprnglich sollte die Feier am Tag der japanischen Kapitulation, am 15. August, begangen werden, allerdings konnten sich Liberal- und Sozialdemokraten nicht auf einen gemeinsamen Rahmen fr die Feier einigen. Entsprechend verlief auch diese Veranstaltung in der Hauptstadt Tokio, bei der Ministerp„sident Murayama und Kaiser Akihito sprachen. Beide erw„hnten mit keinem Wort die japanische Verantwortung fr den Krieg. Auch eine Entschuldigung fr die japanischen Kriegsverbrechen vermieden die Redner. Die Haltung der japanischen Regierung zur jngsten japanischen Vergangenheit hatte gerade in den asiatischen Nachbarl„ndern zu Protesten gefhrt. So hatte der sdkoreanische Auáenminister Gong Ro Myung alle Treffen mit seinem japanischen Kollegen abgesagt, nachdem Ministerpr„sident Marayama die Kolonialherrschaft als auch vorteilhaft fr Korea bezeichnet hatte. - - (SZ 19.12.95 - hma) Kein Verfahren gegen Just - ------------------------- Frankfurt/Oder. Nach mehr als drei Jahren ist das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Brandenburger SPD-MdL Gustav Just wegen der Erschieáung von sechs Juden im Juli 1941 in der Ukraine eingestellt worden. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hatten die Untersuchungen in der Ukraine und in Deutschland den Verdacht einer Tatbeteiligung Justs und anderer nicht best„tigt. Allerdings hatte der Schriftsteller nach Bekanntwerden entsprechender Vorwrfe im M„rz 1992 einger„umt, im Befehlsnotstand als 20j„hriger Wehrmachtsangeh”riger an der Erschieáung von Juden beteiligt gewesen zu sein und anschlieáend sein Landtagsmandat niedergelegt. Weder die Vernehmung von Zeugen und Beschuldigten, die Auswertung milit„rischer Unterlagen noch die eingeschalteten Beh”rden in der Ukraine haben nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte dafr ergeben, daá die Erschieáungen berhaupt stattgefunden h„tten. - - (FR + SZ 20.12.95 - hma) Lettische Regierung doch ohne Siegerist - --------------------------------------- Nach moantelangem Tauziehen steht eine neue Regierung in Lettland. Entgegen vorher gehegten Befrchtungen (s. AN 21/95) ist die "Bewegung fr Lettland" des deutschen Faschisten Joachim Siegerist in der Regierungskoalition nicht vertreten. Aber auch diese Koalition hat es in sich, denn beteiligt ist u.a. die antirussisch-nationalistische "Vereinigung fr Vaterland und Freiheit". So ist es auch kein Wunder, daá der neue, parteilose Regierungschef Andris Skele Haushaltssanierung, W„hrungsstabilit„t und besseres Investitionsklima als seine Hauptanliegen angibt, was im Klartext Sozialabbau, ArbeitnehmerInnen-Entrechtung und Umverteilung von unten nach oben bedeutet. - - (F - NZZ 23.12.1995) Antifaschistische Landeskonferenz NRW verschoben Duisburg. Eigentlich sollte die 18. Landeskonferenz antifaschistischer Initiativen und Organisationen NRW am 27. Januar 1996 in Duisburg stattfinden. Da es nicht m”glich war, geeignete R„ume fr ein Plenum und die ber zehn geplanten Arbeitsgruppen zu organisieren, muá die Konferenz verschoben werden. Ein Ersatztermin wird derzeit gekl„rt, ein weiteres Vorbereitungstreffen soll Anfang Januar stattfinden. Die durch die Verschiebung gewonnene Zeit soll zun„chst dazu genutzt werden, in Duisburg selbst einen breiteren Tr„gerkreis fr die Konferenz zu gewinnen. - (wof) Groádeutsche Sprche - -------------------- Bonn. Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat die polnische Regierung aufgefordert, 1996 der deutschen Volksgruppe in Polen mehr "Minderheitenrechte" einzur„umen. Die gleichen Rechte, die Polen fr seine Minderheit in Litauen erfolgreich eingefordert habe, will BdV-Pr„sident Fritz Wittmann auch den rund 750000 Angeh”rigen der deutschen Volksgruppe in Oberschlesien zugestanden sehen. W„hrend in Litauen Polnisch Amtssprache sei und es ber hundert zweisprachige Schulen fr die rund 250000 Polen umfassende Minderheit gebe, bewege sich in der Volksgruppenpolitik Polens "berhaupt nichts", meinte er. Wittmann will allen mittel- oder osteurop„ischen Staaten die Aufnahme in die Europ„ische Union verweigern, solange den Deutschen in den jeweiligen Staaten "ihre Volksgruppenrechte" vorenthalten wrden. Jeder Staat in Mittel- und Osteuropa fordere von den Nachbarstaaten, "die eigenen Leute" als Minderheit oder Volksgruppe "gut" zu behandeln, monierte er. Das gleiche verlange der BdV fr die deutschen Volksgruppen in Mittel- und Osteruropa. Eine m”gliche Rckkehr der "Vertriebenen" in ihre Herkunftsl„nder, so der Wortfhrer des BdV, msse unter dem Motto "Wiederbelebung der Heimat in menschlicher, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht" stehen und "gemeinwohlvertr„glich" gestaltet werde. Jeder msse das Recht haben, "sich wieder in seiner Heimat anzusiedeln und zu investieren". Bonn solle den Widerstand gegen die doppelte Staatsbrgerschaft von "rckkehrwilligen Ost- und Sudetendeutschen" fallenlassen. Dies sei eine Voraussetzung, Vertriebenen "die Rckkehr in ihre Heimat" zu erleichtern. - - (junge Welt, 2. Januar 1996) Trennung und Kooperation - ------------------------ Berlin. Seit dem 1. Januar 1996 geh”rt der Berliner "Ullstein-Verlag" wieder voll zur Axel-Springer-Verlagsgruppe. Darauf haben sich Ende Dezember die Axel Springer Verlags AG und der Verleger Herbert Fleissner in einem Vertrag geeinigt. Fleissner bernimmt zuknftig die Mnchener und Stuttgarter Verlagsaktivit„ten. Eine prinzipielle Žnderung der bisherigen Verlagspolitik des "Ullstein-Verlages" mit Autoren wie Kntter, Schacht & Schwilk, Zitelmann, Rohrmoser, R”hl u.a.m. drfte allerdings nicht zu erwarten sein, denn die bisherigen Partner wollen auch in Zukunft miteinander kooperieren. - - (hma) Nazitreffen verhindert - ---------------------- G”ttingen. Das vom ehemaligen niedersaechsischen FAP-Landesvorsitzenden Thorsten Heise fr Samstag, den 16.12.1995, angekndigte Treffen von Neonazis konnte verhindert werden. Die Autonome Antifa (M) hat das geplante Treffen und Konzert mit der Nazi-Gruppe "No Remorse" (GB) bereits eine Woche vorher bekannt gemacht und damit den politischen Druck auf die staatlichen Beh”rden aufgebaut, der zum Verbot des Nazitreffens gefhrt hat. Die Absicht der Polizei, das ihr bekannte Nazitreffen wie bereits am 21. Oktober diesen Jahres erneut vor der ™ffentlichkeit geheim zu halten, ist nicht aufgegangen. Damals konnten ber 1.000 Neonazis zun„chst ungest”rt in Northeim und der Umgebung randalieren. Fr den 16.12.1995 hatte das Antifaschistische Bndnis aus Autonomen, Gewerkschaftlern, Grnen, PDS und anderen Initativen zu einer Blockade von Heises Nazizentrum im Northeimer Mittelweg aufgerufen, an der sich rund 100 Leute beteiligten. Gleichzeitig wurden die Versuche von Thorsten Heise, im Ostharz einen Ausweichort fr das Nazitreffen zu finden, be„ugt. Doch auch dort scheiterte Heise. Die Blockade war Auftaktaktion einer Reihe gemeinsamer Aktivit„ten des Antifaschistischen Bndnis. Am Neujahrstag veranstaltete das Antifaschistische Bndnis um 17.00 Uhr am Marktplatz/G„nseliesel eine Kundgebung fr Alexander Selchow, der vor 5 Jahren von Nazi-Skins ermordet wurde. Im Frhjahr wird in Northeim ein Antifaschistischer Aktionstag gegen die braunen Machenschaften des Thorsten Heise stattfinden. Die Autonome Antifa (M) wird auch in Zukunft trotz der anstehenden Prozesse entschlossen den neofaschistischen Aktivi„ten in der Region entgegentreten. - - Autonome Antifa (M) Nationalistischer bev”lkerungspolitischer Appell - ------------------------------------------------ Frankreich. In einem Aufruf, der in der Zeitschrift "Population et avenir" (Bev”lkerung und Zukunft) ver”ffentlicht wurde, beklagen eine Reihe franz”sischer Politiker und Akademiker die "Denatilit„t", also den "Geburtenschwund" der franz”sischen Bev”lkerung. Der Appell, der von fnf Demographen (Bev”lkerungswissenschaftler), Soziologen und ™konomen formuliert wurde, beklagt insbesondere, daá "die Familienpolitik nicht mehr die Ehe und die Bildung stabiler Familien favorisiert". Noch brisanter als der bev”lkerungspolitische und nationalistische Appell an sich ist indes die Koalition der Unterzeichner, die sich unter ihm zusammengefunden haben: Philippe de Villiers ist ein stockreaktion„rer Aristokrat, der der Vend‚e entstammt - jener westfranz”sischen Landschaft, die seit ihrer Erhebung gegen die Franz”sische Revolution, fr Gott und K”nig im Jahre 1793, eine ununterbrochene konterrevolution„r-royalistische Tradition aufweist. De Villiers ist Mitglied der Gaullistenpartei RPR und rechnet sich zur brgerlichen Mehrheit, trat jedoch mehrfach bei Wahlen mit seiner eigenen Formation "Bewegung fr Frankreich" an (gegen den "Werteverfall", Abtreibung und Immigration). Damit erhielt er bei den Europaparlamentswahlen 1994 ber 12 % und bei den Pr„sidentenwahlen im Mai 95 genau 4,74 %. Sein RPR-Parteifreund Jacques Chirac „uáerte einmal ber de Villiers, gegen ihn sei der Neofaschist Jean-Marie Le Pen "ein Musterbeispiel an Toleranz". Aus einem ganz anderen politischen Spektrum stammt Jean Pierre Chev‚nement. In den 70er Jahren war er Chef des marxistischen Theoriezentrums CERES innerhalb der Sozialistischen Partei und formulierte die Grundlagen fr einen "Bruch mit dem Kapitalismus" unter einer Linksregierung. Unter Pr„sident Mitterand wurde er Verteidigungsminister, trat jedoch 1991 wegen der Beteiligung am Zweiten Golfkrieg gegen den Irak zurck. Diesen lehnte er als "amerikanischen Krieg" ab, gleichzeitig hatte er schon frher seine glhende Bewunderung fr den "modernen" Pr„sidentendiktator Saddam Hussein ge„uáert und franz”sische Waffenlieferungen an dessen Regime befrwortet. 1993 grndete Chev‚nement - nachdem ihn sein Aufruf zum "Nein" bei der Maastrichtabstimmung 1992 von der Mehrheit der franz”sischen Sozialdemokratie getrennt hatte, seine "Brgerbewegung" (Mouvement de Citoyens), die er als "dritte Linke" zwischen Sozialistischer und Kommunistischer Partei ausrief und mit der er vor allem fr die franz”sische "Unabh„ngigkeit von Amerika" stritt. Chev‚nement mit seiner marxistischen Tradition versteht es wie kaum ein anderer, in seiner Programmatik soziale "Radikalit„t" mit ungezgeltem Nationalismus zu verbinden. Klarer als irgendjemand anders auf der Linken befrwortete er die franz”sischen Atomwaffentests unter Chirac. Zu den Unterzeichnern geh”rt ferner Jean-Pierre Soisson. Dieser Sozialliberale, der seinerzeit unter Pr„sident Mitterand dem Kabinett angeh”rte, machte im Februar 1993 als Pr„sident der Region von Bourgogne von sich reden. Dort lieá er sich mit den Stimmen der Rechtsextremisten des Front National, die dadurch an den ihnen gegenber bndnisunwilligen Konservativen Rache ben wollten, ins Amt w„hlen. Soisson weigerte sich, seinen mit FN-Stimmen erworbenen Posten aufzugeben, und verabschiedete mit den Rechtsextremen sogar seinen Regionalhaushalt - dafr gab er seinen Ministerposten in Paris auf. Zu den weiteren Unterzeichnern z„hlen Pierre M‚haignerie, Justizminister unter Jupp‚s Vorg„nger im Amt des Premierministers Balladur, sowie Jacques Lesourne, ehemaliger Direktor der Tageszeitung "Le Monde". - - (Bernhard Schmid, Paris) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Moschee-Neubau Essen-Katernberg Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 7632 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Streit um Moschee-Neubau in Essen-Katernberg - -------------------------------------------- Als vor gut einem dreiviertel Jahr in Essen-Katernberg die Moschee einer islamischen Gemeinde ausbrannte, war Prominenz mit Beileidsbekundungen schnell zur Stelle. Bei diesen publikumswirksamen Aufl„ufen ging es wohl weniger um die unglcklichen muslimischen Brger, als um ein Zeichen gegen kurdische Organisationen wie die PKK, der unterstellt wurde, fr solche Br„nde verantwortlich zu sein. Die Polizeisonderkommision, die Brandursachen und eventuelle T„ter finden sollte, stellte nach Monaten ihre Arbeit ein, ohne daá dieser Verdacht erh„rtet wurde. Sehr ernst gemeint waren die Versprechen einer unbrokratischen Hilfe fr die muslismische Gemeinde aber anscheinend nicht. Zwar hatte die Gemeinde befristet einen provisorischen Gebetsraum in der Zeche Zollverein bekommen. Die Neubaupl„ne eines trkischen Architekten lagen im Dezember 1995 aber noch in der dritten Planvariante beim Bauordnungsamt auf Eis. * Nur eine unauff„llige Moschee Die gemeinsame Beschluálage von SPD und CDU in der zust„ndigen Bezirksvertretung ist eindeutig ablehnend. Die rot-schwarzen Bezirksfraktionen lehnten unter dem Tagesordnungspunkt: "Baumaánahmen von erheblicher st„dtebaulicher und verkehrstechnischer Relevanz fr den Ortsteil" den beantragten Neubau eines "islamischen Kulturzentrums" ab. Immerhin konnten sie sich noch zur Befrwortung eines Moscheeneubaus in den Baugrenzen des abgebrannten Vorl„ufers durchringen. Das Anliegen der Gemeindemitglieder, aus ihrem Hinterhofdasein herauszukommen und in Katernberg einen vorzeigbaren Versammlungsort zu bauen, wurde abgeschmettert. Mit einem finanziell veranschlagten Bauvolumen von 3,5 Millionen DM wollten sie einen respektablen Komplex errichten, fr dessen Realisierung sie schon das Nachbargrundstck aufgekauft hatten. Allerdings h„tten auch gut 50 qm ”ffentliche Grn- und Geh”lzfl„che in Anspruch genommen werden mssen, die jedoch nicht als unwiederbringliches Biotop ins Auge sticht. Die Gemeinde w„re bereit gewesen, eine begrnte Ersatzfl„che zu schaffen. Diese in der Sitzung des Ausl„nderbeirats Anfang Dezember von einem Vertreter des Moscheevereins bekr„ftigten Absichten verdeutlichten, daá es seitens der SPD eher politische als rechtliche oder ”kologische Vorbehalte gibt. Der offzielle Beschluá der Vorort-Sozialdemokraten: "Die beantragte Neubaumaánahme ‚Trkisches Kulturzentrum` mit Minarett (Turm) und Eingriff in die Grnfl„che des Katernberger Baches wird mehrheitlich abgelehnt. " Vor dieser Ablehnung hatte es laut Protokoll Debatten darber gegeben, ob nicht die H”he des Minaretts und die Ausmaáe des Bauk”rpers "sinnvoll" reduziert werden k”nnten. Wenn nach Meinung der Katernberger Ortspolitiker nur eine unauff„llige Moschee geduldet werden kann, so liegt zum Glck die endgltige Entscheidung in der Hand gesamtst„dtischer Ratsgremien, denen etwas mehr Liberalit„t zuzutrauen ist. Die Zeiten, daá der Kirchturm auf jeden Fall h”her sein muá, als das Minarett einer Moschee, máten im Ruhrgebiet doch beendet sein. Selbst g„nzlich unreligi”s, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, ist die Verhinderung eines Islamischen Kulturzentrums im von Arbeitslosenquoten um 15 %, 16 % und 17 % bedr„ngten Essener Norden fahrl„ssig. Hier sind in einzelnen Stadtteilen mehr als 20 % der Bev”lkerung nicht deutschst„mmig. Investitionen und Sponsoring trkischer Familien oder Gewerbetreiber z. B. rund um ein derartiges Kulturzentrum w„ren hoffnungsvolle Mosaiksteine, um wieder wirtschaftliches Leben in die Stadtviertel in der Emscherzone zu bringen. * Den Aufschwung verhindert In Katernberg wiederholen sich lokalpolitische Denkfehler, die vor fnf Jahren schon in Altenessen verbt wurden. Als etwa 1990 die Sanierungspl„ne fr das Altenessener Zentrum in der Bezirksvertretung V verhandelt wurden, waren den Stadtplanern kaum Vorwrfe zu machen. In der ersten Fassung ihrer Vorschl„ge hatten sie noch einem groást„dtischen Moscheeneubau eine m”gliche "Sondernutzungsfl„che" zugewiesen. Insbesondere unter der trkischen Bev”lkerung innerhalb Essens gab es schon damals den Bedarf und die finanziellen M”glichkeiten fr einen repr„sentativen Sakralbau. Die Verwirklichung einer architektonisch ansprechenden Moschee, vielleicht den Waschbeton-W„nden des Einkaufszentrums gegenbergestellt, h„tte Farbe nach Altenessen bringen k”nnen. Warum sollten sich Moslems gleich welcher schiitischen, sunnitischen oder alevitischen Glaubensrichtung nicht mit einem Geb„ude stadtbildpr„gend darstellen drfen ? Jeder kleinen christlichen Sekte wird das in Deutschland zugestanden. Schlieálich - auch ohne groáes Zutrauen in die moralische Kraft der christlichen oder muslimischen Religion und selbst bei massiver Kritik bestimmter repressiver Islambewegungen: Es muá aufh”ren, die mittlerweile seit drei Generationen zu unserer st„dtischen Lebenswelt geh”renden islamischen Gemeinden in Hinterh”fe oder alte Kinos zu verdammen. Schon in Altenessen hatte der Planungsmut nicht ber die ersten Skizzen hinausgewirkt. Nach šberf„llen von Rechten / Skins auf eine neu eingerichtete Moschee an der Heálerstraáe und aufschnellenden Stimmzahlen rechter Parteien war die ursprnglich vorgesehene "”ffentliche Sondernutzungsfl„che" fr eine Moschee wieder verschwunden. Die SPD war nicht unbeteiligt und hatte sich bei den Schluádebatten in der Bezirksvertretung in Stillschweigen gerettet. Von Multikultur wird in den Kommunen h„ufig nur geredet, wenn es Stadtteilfeste betrifft und ansonsten nichts kostet. Selbstbewuáte dauerhafte Zeugnisse dieser Bev”lkerungsgruppen, im Fall der trkischen Staatsbrger in Essen rund 14 000 Personen, werden bisher offensichtlich von Deutschen nicht verkraftet. * Wiederholte Fehler In diesen Beispielen aus der Essener Gegenwart entwickeln sich vorgeblich sachliche Nutzungskonflikte zu Trauerspielen fr deutsches Kulturbewuátsein. Mit architektonisch ansprechenden Moscheeneubauten k”nnten sich Altenessen oder jetzt Katernberg zu Mittelpunkten einer gewachsenen trkischen Ruhrgebietskultur mausern. Trotz allem wird Ende 1995 der fnf Jahre alte Fehler aus Altenessen noch einmal im Nachbarstadtteil Katernberg wiederholt. Grne Minderheitskritik konnte sich Anfang der neunziger Jahre nicht durchsetzen und wird vielleicht auch jetzt noch scheitern. Aber ohne ein Minimum an kommunaler Experimentierlust kann es keine multikulturelle Stadt geben. Mit etwas Glck gibt es dann Ghettos mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, die friedlich, doch beziehungslos und unsolidarisch nebeneinanderherleben. Solange ein Ratsherr Dieker als in Katernberg mehrheitlich gew„hltes rechtes SPD-Urgestein noch ”ffentlich verknden kann, daá seien aufgebauschte Probleme, werden sich diese Fehler sicherlich noch ein drittes und viertes Mal wiederholen. - - (Walter Wandtke, Lokalberichte Essen Nr. 1/95) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Ostritt Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 2805 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Ostritt - ------- Michael Leh schreibt ber eine Veranstaltung des Adalbert-Stifter-Vereins: "B”hmen aus deutscher Sicht", moderiert von dessen Gesch„ftsfhrer Peter Becher, Mitglied der (angeblich) sozialdemokratischen Seliger-Gemeinde. Auf dem Podium: Peter Glotz (SPD), Antje Vollmer (Grne) und Richard von Weizs„cker. Peter Glotz verwahrte sich (im Gegensatz zu Vollmer und Weizs„cker) gegen eine Schluástrich-Erkl„rung seitens der BRD betreffend deutscher Eigentumsansprche gegen Tschechien. Er k”nnte sich vorstellen, daá auch eine sozialdemokratische Bundesregierung vertraglich nicht auf Geltendmachung von (sogenannten sudetendeutschen) Eigentumsansprchen verzichten wrde. Anhaltender Beifall des DOD! W„hrend 1994 die Einnahmen aus Kollekten des katholischen Hilfswerk Renovabis zurckgingen, wurden 10 Mio. Mark aus Kirchensteuern und 0,4 Mio Mark staatliche Mittel fr insgesamt 431 neue Projekte im Volumen von 22,34 Mio Mark in L„ndern des ehemaligen Ostblocks eingesetzt. Aufgeregt trat Theo Waigel bei der Bundesdelegiertentagung der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung in der CDU/CSU gegen die in SPD-regierten L„ndern zu findende Alimente-Krzung fr die Vertriebenenverb„nde auf. Die Streichung der Zuschsse an die Landsmannschaft Schlesien in Niedersachsen z. B. macht es schwerer, CDU-Wahl-Stimmen zusammenzukriegen. Der wiedergew„hlte Bundesvorsitzende Helmut Sauer blies ins gleiche Horn. Stellvertreter wurden: Erika Steinbach (MdB, BdV-Vizepr„sidentin), Kurt Rossmanith MdB, Rdiger Goldmann (stellv. BdV-LV-Vorsitzender NRW), Sybille Dreher, Karl-Heinz Lau. Beisitzer wurden u.a. BMI-Staatssekret„r Priesnitz und die BdV-Landesvorsitzenden von Hamburg und Sachsen, Hoth und Hubrich. Bei der Anh”rung im Bundestag zur Rehabilitierung von Deserteuren trat DOD-Liebling Prof. Dr. Alfred M. de Zayas fr die CDU, CSU, FDP auf. Er verwendet sich fr den deutschen Terrorkrieg und gegen eine Aufhebung aller NS-Milit„rjustizurteile: ". .. das Sich-dem-Krieg-entziehen (ist) nicht automatisch gerechtfertigt, selbst wenn der Krieg ein Angriffskrieg ist, was im brigen vom einfachen Soldaten schwer feststellbar ist. " - - (DOD Nr 48/49/50/95 - rab) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Aus der faschistischen Presse Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 5754 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************** ANTIFASCHISTISCHE NACHRICHTEN ***************** Elektronische Ausgabe. Artikelauswahl: M. Dietzsch. Copyright: AN. Verbreitung nur in CL frei. Bitte untersttzt das Projekt durch ein Abonnement der 14t„glich erscheinenden Papierausgabe: Antifaschistische Nachrichten, GNN, Postfach 260226, 50515 K”ln E-mail: J.DETJEN@LINK-K.cl.gun.de Fileserver: INFORM@NAD-MEER.gun.de ***************************************************************** Aus der faschistischen Presse ============================= Russissche "Schlsselrolle"? - ---------------------------- Nationalzeitung, Nr. 52, 22.12.95 Das Blatt ver”ffentlicht ein Interview mit Schirinowskij, den Dr. Frey im Wahlkampf finanziell untersttzt haben soll. Schirinowskij prahlt: "Wir Liberal-Demokratenspielen inder Duma zwischen den sogenannten Reformern und den Kommunisten die entscheidende Tolle. An uns kommt keiner vorbei, ohne uns l„uft nichts. Keiner kann ohne uns etwas durchsetzen. Wir haben die Schlsselrolle." National-Zeitung: "Wollen Sie weiterhin bei der Pr„sidentenwahl in Ruáland im kommenden Juni zur Macht greifen? Schirinowskij: Aber ja doch. Die Duma-Wahl hat mich best„rkt. Die aich in Ihren Medien heftig gef”rderte Konkurrenz hat die Genrealprobe nicht bestanden. Wir aber k”nnen auch mit unseren Direktmandaten, ber die wir zus„tzlich viele Vertrauensleute in die Duma schicken, kraftvolle Politik betreiben. Unsere Startbedingungen fr die Pr„sidentenwahl sind ausgezeichnet." Die Fragestellung "zur Macht greifen" entlarvt, was diese Leute im Schilde fhren. Wilhelm Hillek schreibt zu den ™sterreich-Wahlen und "Haiders Fehlern". Das Blatt hatte ja heftig gegen Haider polemisiert, weil er ™sterreich nicht mehr als deutschst„mmig ansehen will. Das Blatt meint nun: "Genau in jenen Bundesl„ndern, in dneen bei seinem Umfallen die Proteste am heftigsten waren, hat er auch den damals versprochenen "Denkzettel" erhalten. Andererseits konnte er jene W„hler halten, die 1990 und 1994 von der ™VP und der SP™ zu ihm gekommen sind. Diese W„hler lieáen sich seinerzeit von der angeleblichen "Deutschtmelei" der FP™ nicht abhalten, diese zu w„hlen. Nur Haider selbst glaubte in einem Anfall von unverst„ndlichem Hochmut pl”tzlich auf seine deutschnationalen Stammw„hler verzichten zu k”nnen ... Fr viele der von ihm als "politische Pensionisten" bezeichneten Altw„hler der FP™ war uns ist sein Umfallen Verrat am Deutschtum in ™sterreich. Zukunftshoffnungen - ------------------ Junge Freiheit Nr. 1/96 Chefredakteur Dieter Stein schwelgt in Hoffnungen frs n„chste Jahr: Vermutlich sei die F.D.P. auch in Baden-Wrttemberg am Ende und vielleicht k”nnten ja die Republikaner von der zerbr”selnden F.D.P. profitieren und doch wieder in den Landtag einziehen, die REP sollen nach Umfragen zwischen vier und sechs Prozent erreichen k”nnen. Auáerdem behauptet Stein, daá im n„chsten Jahr "die Maastricht-Luftblase" platzen werden - und sieht damit eines der Ziele der von Rechtskonservativen und Neofaschisten erreicht: Der Euro kommt nicht. Und auáerdem findet der Chefredakteur: "Neuwahlen w„hren deshalb 1996 eine Konsequenz." Mit dem saarl„ndischen F.D.P.-Vorsitzenden Walter Teusch hat die JF jetzt einen dritten F.D.P.ler (nach Heiner Kappel, Hessen, Achim Rohde, NRW) als Interviewpartner gewonnen. Teusch untersttzt den JF-Kurs nicht, aber er tr„gt mit seinem Interview zur Reputation der Zeitung bei. Vielleicht findet auch er sich bald als Werbetr„ger fr die Zeitschrift in knftigen Werbezetteln wieder. Die Redaktion weist in einem Kasten im Interview darauf hin, daá die F.D.P. nach Meinung der Politologen L”sche und Walter auf ein W„hlerpotential bis zu 15 Prozent haben k”nne, wenn sie sich "nationalliberal" wende. Islamische Gefahr? - ------------------ Junge Freiheit Nr. 1/96 Alois Mitterer, Mitglied im Friedenskomitee 2000 (Mechtersheimer und Freunde), l„át sich im dritten Teil seines Aufsatzes ber den Enquetebericht zur Lage der Familien in Deutschland ber die multikulturelle Gefahr aus, die von Einwanderern drohe. In England h„tten die "Muslime bereits verkndet, daá fr sie die Gesetze des Islam h”her stehen als die des britischen Staates", in Frankreich h„tten die Muslime beschlossen, ganz Frankreich zu islamisieren, auch in den USA organisierten sich die Schwarzen als islamische Nation. Trken, die also die bundesdeutsche Staatsbrgerschaft erwerben, tun dies nach Mitterers Meinung vor allem zu dem Zweck, auch die hiesige Gesellschaft zu islamisieren. Als Beleg fr seine Thesen zieht er die Verhaltensforscher Lorenz und Eibl-Eibesfeldt heran, die sich nicht scheuen, menschliche Gesellschaften mit dem Leben von Tiergruppen gleichzusetzen. Die Koexistenz verschiedener ethnischer Gruppen k”nne nur friedlich sein, wenn jede Gruppe ber ein eigenes Territorium gebiete. Neues von Sch”nhuber - -------------------- Europa Vorn Nr. 95, 15.12.1995 Franz Sch”nhuber grbelt ber ein neues Bild vom Patrioten und knpft an seine Ausarbeitung im Buch "Ich war dabei" an, dort hatte er ausfhrlich dargelegt, daá die Hitler-Armee europ„isch war. Er schreibt: "Der Patriot von heute ist antikolonialistisch (Mussolinis Faschismus verlor seine Glaubwrdigkeit durch Italiens Angriff auf Žthiopien), er ist antichauvinistisch. Er ist stolz auf sein Land; aber er ist nicht berheblich. Andere V”lker achten wir, Deutschland aber lieben wir! ... Nein der Patriot ist gegen den Weltpolizisten Amerika. Er setzt auf "Europa Vorn". Deshalb schreibe ich fr dieses Blatt." (j”d, uld) - --- *straighten zee nicht mit einem duetschen venn zee mewden sint* ## CrossPoint v3.1 R ## Empfaenger : /CL/ANTIFA/MAGAZINE Antwort in : /CL/ANTIFA/DISKUSSION Absender : M.DIETZSCH@NADESHDA.gun.de (Martin Dietzsch) Betreff : *AN9601* Aboschnipsel Datum : Fr 12.01.96, 00:00 (erhalten: 12.01.96) Groesse : 2588 Bytes - ---------------------------------------------------------------------- ***************************** Antifaschistische Nachrichten ***************************** Wir erscheinen alle zwei Wochen mit: - - Nachrichten, Berichten und Dokumenten ber antifaschistische Aktionen - - Meldungen und Hintergrundinformationen ber faschistische Organisationen - - regelm„áiger Beobachtung der faschistischen Presse - - Informationen zur Asyl- und Ausl„nderpolitik, zu Revanchismus und Militarismus Die Antifaschistischen Nachrichten kann man im Abonnement beziehen. Eine Auswahl der Artikel wird in das CL-Netz (unter /CL/Antifa/Magazine) eingegeben. 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