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Patrick O´Hara, Daniel Schlüter: Der Mythos stirbt zuletzt. Neonazistisches Gedenken, der Kriegsverbrecher Rudolf Heß und antifaschistische Diskussion. Hamburg 2002.

Seit 17 Jahren organisieren Neonazis alljährlich im August zum Todestag des Hitlerstellvertreters und Kriegsverbrechers Rudolf Heß Aufmärsche und Propagandaaktionen.
Die Mythenbildung um Heß, die revisionistische Projektion auf den Suizid und die "Vorbildfunktion" eines reuelosen NS-Täters für "junge Kameraden" kulminieren im Gedenken an Rudolf Heß. In den Beiträgen wird der "Mythos Heß" entzaubert, seine Biografie zeigt den gradlinigen Weg zu einem der führenden NS-Funktionäre und Wegbereiter des Holocaust.
Mit der Betrachtung antifaschistischer Gegenaktivitäten werden abschließend Möglichkeiten und Grenzen autonomer Konzepte diskutiert.


O´Hara, Schlüter: Der Mythos stirbt zuletzt. Neonazistisches Gedenken, der Kriegsverbrecher Rudolf Heß und antifaschistische Diskussion. rat·reihe antifaschistische texte. Hamburg 2002. 56 Seiten. 3,- EUR.

Andrea Röpke, Andreas Speit: Braune Kameradschaften. Das neue Netz der militanten Neonazis. Berlin 2004.

Nur schlaglichtartig wird in der Öffentlichkeit deutlich, dass sich die rechte Szene in Deutschland nahezu unbemerkt umstrukturiert hat. Während die Zahl der NPD-Anhänger erkennbar zurückgeht, erhalten die autonom agierenden "Freien Kameradschaften" beständig Zulauf. Mit ihrer Hilfe sollen "National befreite Zonen" überall in Deutschland entstehen, in denen die Nazis die eigentliche Macht ausüben. In zehn Beiträgen berichten die AutorInnen über die internen Funktionsmechanismen dieser unabhängigen Kameradschaften, ihre Koordinierung durch regionale Aktionsbüros, die finanzielle Absicherung über eigene Unternehmen und Immobilien, den Aufschwung des Rechtsrock, die neue Stellung der Frauen innerhalb der Kameradschaften und die verdeckte internationalen Vernetzung. Eine Aufstellung der bekanntesten Kameradschaften verdeutlicht deren Einflussmöglichkeiten in nahezu allen Regionen der Bundesrepublik.


Röpke, Speit: Braune Kameradschaften. Das neue Netz der militanten Neonazis. CH. Links Verlag. Berlin 2004. 206 Seiten. 14,90 EUR.

Andreas Speit: Mythos Kameradschaft- Gruppeninterne Gewalt im neonazistischen Spektrum. Braunschweig

Echten Zusammenhalt und wahre Gemeinschaft: Keine neonazistische Struktur die nicht "Kameradschaft, die mehr als Freundschaft ist" verspricht. Vor allem die "Freien Kameradschaften" und die NPD beschwören den "festen Zusammenhalt". Nur in ihren Reihen könnte ehrliche Kameradschaft gelebt und erlebt werden. Mit dem Versprechen des Erlebens einer "verschworenen Gesinnungsgemeinschaft" werben Kader gezielt um Jugendliche und junge Erwachsene. "Die erzählen immer, dass Kameradschaft wesentlich mehr als Freundschaft ist", berichtet ein Aussteiger. "Das war aber nur eine hohle Phrase", erfuhr nicht nur er. Noch weitere Aussteiger berichten über das Leben in der rechten Szene und dem Erleben von gruppeninterner Gewalt. Denn wo Gewaltfähigkeit und Gewaltbereitschaft zur Politik und Selbstinzenierung einer Gruppe gehören, bedroht sie nicht nur die ideologisch ausgemachten Feinde. Sie richtet sich auch gegen die eigenen "Kameraden".
Andreas Speit schildert in der Broschüre ausgewählte "Fälle" gruppeninterner Gewalt in der rechten Szene: von Mißhandlungen, Vergewaltigungen bis hin zu Morden. Ausführlich wird die Konstruktion des "Mythos Kameradschaft" im Rechtsrock, bei Aktionen und in Magazinen aufgezeigt.


Speit: Mythos Kameradschaft- Gruppeninterne Gewalt im neonazistischen Spektrum. Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt. Braunschweig. 72 Seiten. 5,- EUR.

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