EUROMAYDAY


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Hamburger Euromayday-Aufruf 2008

22.04.2008 13:15

Euromayday008 schwärmt aus!

1886 Haymarket, Chicago. Arbeiter fordern die Einführung des acht Stunden Tages. Eine Bombeexplodiert, die Polizei schießt wahllos in die Menge. Kriegsrecht über Chicago, Repression, Todesurteile. Die Geburt des 1. Mai als internationalen Kampftag und Erinnerungsdatum, umkämpft, symbolisch aufgeladen, benutzt.

1937 Spanien. Schlacht am Jarama. Die internationalen Brigaden unterwegs in den grossen Schlachten zwischen Republik und Konterrevolution. Leben und Sterben im Kampf gegen den europäischen Faschismus.

2002 Madrid. Generalstreik. Ein Tag. Und was machen die Frauen? Oder die Erwerbslosen? Und die Tagelöhner und Ich-Ag’s? Die Frauen überlegen während des Generalstreiks: Was hat das mit uns zu tun? und sie gehen spazieren. Sie streifen durch die Stadt und fragen sich und andere: Wie streiken wir? Streiken wir? Was machen wir?

Hamburg 2008, 1. Mai, ein begehrter Tag. Christi Himmelfahrt. Die nationale Sozialistin will marschieren. Vatertag. Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse. Antifaschistischer 1.Mai:

Ein grosser Emo-Day für die ganze Familie mit Fischbrötchen, Würstchen und jetzt auch Gospel? Wieder die alten Worte und Plastikhüllen, aus denen längst das Leben entflohen ist. In Barmbek wiederum verteidigt die Antifa den ersten Mai vor den Nazis. Ein Schlachtfeld, auf dem mal wieder die eingeschliffenen Rituale zelebriert werden? Das alte Spiel, in dem viele zwischen den Fronten keinen Platz für sich finden, obwohl ihr Herz doch eigentlich auf Seiten der Antifa schlägt? Ältere, Kinder, Leute, die keine Lust darauf haben, ihre Pässe kontrollieren zu lassen….
Was tun an einem Tag an dem man sich nicht zu Hause fühlt?
Einfach mal ausgehen?
Der DGB hat seine Demo von Barmbek nach St. Pauli verlegt, in der vermeintlichen Hoffnung jeglichen Auseinandersetzungen aus dem Wege zu gehen.
Uns reicht’s dieses Jahr nicht durch St. Pauli zu ziehen, wir wollen im Konvoi von St. Pauli nach Barmbek. Letztes Jahr nach dem Euromayday waren wir unterwegs. In Kassel auf der documenta, dieses Jahr auf der Berlinale haben wir Kontakt gesucht, Gespräche geführt, recherchiert, kleine Aktionen gemacht, uns fortgebildet und die Gedanken der Precarias aus Madrid waren unsere.
Euromayday ist unser Tag. „mir reicht’s… nicht“ ist unsere Kampagne. Ihr Auftrag ist deutlich: Die Vielzahl der Facetten prekären Lebens zu einem gesellschaftlichen Anliegen machen, in dem wir als die Protagonistinnen und nicht als die Statisten unseres Lebens vorkommen. Und dieser Auftrag ist nicht beendet.
Für die Prekarisierung der Macht, die Lust auf Solidarität und den organisierten Ichstreik. Gegen den Markt in unseren Köpfen und die Mikrofaschismen an der Theke, bei der Fahrkartenkontrolle, beim Vorstellungsgespräch, bei der Arbeitsagentur, in der Disko, der WG. Die Beherrschung verlieren! Wir sind die von der Wir-AG, unsere Börse sind die Küchentische und die Straße. Die Batterie ist geladen, der ipod kaputt. Who cares?
Macht euch mobil! Euromayday verleiht Flügel
Bus, Truck, Autos, Fahrräder – wir machen einen Konvoi durch die Stadt von St. Pauli nach Barmbek.

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Mirko sagt: „Sie haben mir meinen Tag geraubt. Und ich will ihn zurück.“
Jan, Aufsicht documenta, sagt: „David Goldblatts Fotografien zeigen südafrikanische Arbeiter, die während der vierstündigen Busfahrt zu ihrem Arbeitsplatz schlafen. Wenn wir davor stehen, sagen viele: So was gibt es hier nicht. Ich denke dann: Wenn man prekär ist, gibt es das schon.“
Nicole, wissenschaftliche Begleitung, sagt: „Auf der documenta10 haben wir versucht, uns für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Unser damaliger Leiter hat zu uns gesagt: Hier ist der Stapel Briefe von Leuten die euren Job umsonst machen wollen. Also hört auf mit der Gewerkschaftsmentalität.“
Mürsel, Vermittler,: „Ich weiß, was ich gerne tun will, aber diese Pläne sind nicht mit einem finanziellen Einkommen verbunden, und das ist das Problem.”
Dana, Putzfrau,: „Zu viel Scheiße, zu viel Arbeit, zu wenig Zeit.“
Brigitte, Dokumentarfilmerin. “Wir lieben alle unsere Arbeit. Das macht es sehr schwierig einen Bereich für dein persönliches Leben zu bewahren. Ich glaube, dass das wirklich wichtig ist. Wenn Du Dein persönliches Leben aufwertest, dann merkst Du plötzlich was Du verpasst, wenn Du in diesen Teufleskreis bist.”
Paula, Vermittlerin. “Es ist dieses komplette Durcheinander zwischen Deinem Privatleben und einen Berufsleben, dass Dich dazu zwingt umsonst zu arbeiten.”
Hans, Praktikant. “Ich bin glücklich und stressresistent.”
Beirat. “Die Frage heute ist, zwischen sozialer Sicherheit und Freiheit, auch Freiheit von Arbeit.”



Ergaenzungen



wann und wo?
27.04.2008 - 12:45

Leute, eure Mobilisierug dieses Jahr ist wirklich schlecht. Wann und wo findet der Zug statt?

erka>