Bericht und Bilder von der Euromayday-Parade 2007 in Hamburg
superflex , 03.05.2007 14:06
+++ Laute, bunte Parade prekarisierter Menschen zog am 1. Mai vom Hamburger Michel durch St. Pauli zum „Park Fiction“ +++
Vornweg fuhr ein Lautsprecherwagen im Superhelden-Look mit angeschlossenem SuperheldInnen-"Block":
Artikel der taz-hamburg vom 2.5.2007 (PDF; 2,3 MB) -
Artikel des Hamburger Abendblatts vom 2.5.2007 (PDF, 8 MB) -
Pressemitteilung zur Euromayday-Parade in Hamburg 2007 (PDF, 18KB) -
Der Superhelden-Lautsprecherwagen vornweg
Mobilisierung auf der DGB-Demo (Mundsburg)
Im Sprint von der DGB-Demo zur Euromayday-Parade auf der Michelwiese
Wagen mit Kostüm- und Sprechblasen-Ausgabe
70 Blanko-Sprechblasen konnten vor und während der Parade beschriftet werden
Die Kostümsets aus je einer Kopfbedeckung und einem Umhang ...
... wie auch die Schilder erfreuten sich großer Beliebtheit
Superhelden in Warteposition
Michelwiese: kurz vor dem Start...
... Pressefotos ...
... und los!
Das Schutzehe-Cabriolet...
...mit Brautpaar und Maskottchen "Multitrude"
"Just legalized!"
Block der zahlungsunwilligen Studierenden
Die Kampagne läuft an der Uni auf vollen Touren
Das Quorum von 10.000 Studierenden zusammentrommeln
Open Sources statt Bildungsgebühren
Vom Lautsprecherwagen wurde den Superheldinnen tanzend eingeheizt
"Denn: Ich will alles!"
"Super-Lilo" mit diversen Armen für diverse Aneignungspraxen
Feuer und Flamme den Abschiebebehörden
...Wir sind stinksauer
Landungsbrücken
Blick vom Superheldenwagen zurück
Weil ich kein Opfer des Systems bin!
Weil nicht alles sozial ist, was Arbeit schafft!
MIGAS-submarine
– vom Wagen aus wurde vortanzend eingeheizt und zwischendurch folgende Redebeiträge gehalten: - Studierende der Ex-HWP (abgewickelt und eingegliedert in die Fakultät Wirtschaft- und Sozialwissenschaften an der Uni Hamburg); - a cappella-Song zu Prekarisierung; - Paraden-Aufruf-Text „Unterklasse positiv“; - „Was wäre wenn…?“-Beitrag der 'Gesellschaft für Legalisierung'; - Paraden-Aufruf-Text „Superheroes of the world unite and take over“, in dem die gewerkschaftliche Mindestlohn-Forderung als zu kurz gegriffen und die Einengung der öffentlichen Debatte um Prekarisierung kritisiert wurde; - Avanti-Beitrag zum G8-Gipfel in Heiligendamm; - Aufruf, sich an den „Block G8“-Aktionen in Superheldenkostümen zu beteiligen; - ein Beitrag zum 'Barlach-Osmani-Haus', also zur Immobilienspekulation auf St.Pauli;
Zwischendurch wurden ein paar Grüße an Angestellte vor dem „Penny“ auf der Reeperbahn gerichtet, die inzwischen auch an Feiertagen arbeiten müssen.
Dem Superheldenwagen folgten: ein Hochzeitscabrio, das die Schutzehe zur Legalisierung des Aufenthalts zusammen mit dem Maskottchen „Multitrude“ propagierte; ein Wagen und Block der zahlungsunwilligen Hamburger Studierenden, die für einen Boykott der Allgemeinen Studiengebühren warben, die in diesem Semester zum ersten Mal erhoben werden; der Prototyp des MIGAS-Submarine/-U-Bootes, das die Überquerung von Marokko nach Spanien erleichtern soll, also die Autonomie der Migration von Afrika nach Europa betonte; die Figur Super-Lilo (alias Liselotte Müller), die Aneignung, ein schönes Leben für alle und globale Bewegungsfreiheit forderte (und am Ende leckeres Essen gegen Spende anbot); dazu waren ein Wagen der B5, eine Riesen-Sonne und viele kleinere Vehikel, Konstruktionen und andere Kreationen unterwegs.
Das Bild der Parade wurde dominiert von etwa 200 als SuperheldInnen verkleideten Menschen. Wofür oder wogegen sie ihre Superkräfte einsetzen wollen, hatten sie zum Teil in Comic-Sprechblasen geschrieben, die überall über den Köpfen schwebten. Die gute Stimmung der TeilnehmerInnen sprang auch auf die PassantInnen über, die die zahlreich verteilten Aufrufe gerne entgegennahmen. Zum Abschluss wurde ein Soundsystem im „Park Fiction“ aufgebaut. Nach Polizeiangaben nahmen rund 2.500 Menschen teil.
Weitere (Euro)Mayday-Paraden fanden statt in Berlin | Copenhagen | Grom | Liege | Lisboa |London | Hanau | Helsinki | Madrid | Málaga | Milano | Napoli |New York | Paris |Thesalonikki | Tokio | Tübingen | Wien.
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