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„mir reicht’s… nicht!“: Euromayday goes documenta 12

xxx , 07.03.2007 17:12

Am 1. Mai 2005 schlossen sich mehrere tausend Menschen der EuroMayday-Parade an, um für wenige Stunden die Unsichtbarkeit von prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen sichtbar zu machen. Fast zwei Jahre später sieht der gesellschaftliche Diskurs um Prekarisierung ganz anders aus: Spätestens seit der Studie „Gesellschaft im Reformprozess“, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde, wird Prekarisierung auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. „Generation Praktikum“ und „abgehängtes Prekariat“ sind in aller Munde. Die exklusive Debatte der Experten verdoppelt das Schweigen der Prekären. Anstatt neue Perspektiven zu entwickeln und das Gemeinsame von Praktikanten und Erwerblosen, von Freelancerinnen und Putzfrauen zur Sprache zu bringen, werden bestehende Fragmentierungen wiederholt. Zugleich verschwinden hinter dem Bild der passiven und fürsorgebedürftigen Unterschicht alltägliche Widerstände und Konflikte. Die Begriffe ändern sich, die Ignoranz bleibt. An diesem Punkt setzt die Kampagne „mir reicht’s …nicht!“ an.

documenta 12
documenta 12

Es geht darum deutlich zu machen, dass Prekärität nicht allein für Passivität und Vereinzelung, sondern auch für Konflikt und die Produktion des Gemeinsamen steht. Das erste Interventionsfeld dieser Kampagne wird die documenta #12 sein.

Recherche, Diskussion, Konflikt

Mit der Kampagne haben wir uns zum Ziel gesetzt, im Inneren der documenta die Auseinandersetzung mit prekären Arbeits– und Lebensverhältnissen zu eröffnen. Ausgangspunkt ist die Untersuchung der (prekären) Arbeitsverhältnisse, die die Grundlage des ökonomischen Geflechts der documenta bilden. Dabei werden wir auf künstlerische, theoretische und gewerkschaftliche Werkzeuge zurückgreifen. Organizing, Institutionskritik, Kartographie und militante Untersuchung sind unsere Bezugspunkte. Im Mittelpunkt stehen für uns Gespräche mit Beschäftigten und Künstlern. Uns geht es nicht um die Bestätigung dessen, was wir immer schon gewusst haben, sondern um die Entdeckung von neuen Konfliktfeldern.

Das virtuelle Büro zur Kampagne einschl. zwischenberichten und der ausführlichen Skizze des Projektentwurfes findest du hier.