Euromayday 007: 1. Mai, 15 h, Neuer Neustädter Weg neben der Michel-Wiese
26.02.2007 22:58
Mir reicht's ... nicht!
Die Euromayday-Parade ist angemeldet für folgende Route:
ab 14 Uhr: neben der Wiese am Michel - Auflauf am Neuen Neustädter Weg/Vorsetzen (U-Bahn Baumwall)
15:oo Kundgebung
15:30: Los geht's - Ditmar-Koel-Str,- Hafenrandstr. auf der Promenadenspur (Gegenfahrbahn) - Landungsbrücken (Zwischenkundgebung 15 min) - St. Pauli-Hafenstr. - Davidstr. - Reeperbahn - Pepermölenbek - Lange Str. - Hein-Köllisch-Platz - Antonistr. - Rondell/park fiction (abschluss) und chill out.
als Wagen sind bisher angekündigt:
Superhelden-Wagen - Aktionsbündnis Studiengebührenboykott - Zweckehe-Cabrio - U-Boot für die Autonomie der Migration
Dazu werden SuperheldInnen und der HWP-Protestmob unterwegs sein. Es wird Kostüme/Umhänge auf der Parade zum Verkleiden geben plus Spruchblasen zum selber texten.
Ein Wagen wird auf der DGB-Demonstration präsent sein. Evtl. mit dem Superheldin - Fotostudio.
Am 1. Mai 2005 schlossen sich mehrere tausend Menschen der
EuroMayday-Parade an, um für wenige Stunden die Unsichtbarkeit von
prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen sichtbar zu machen. Fast zwei Jahre später sieht der gesellschaftliche Diskurs um Prekarisierung ganz anders aus: Prekarisierung wird auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. „Generation Praktikum“ und „abgehängtes Prekariat“ sind in aller Munde. Die exklusive Debatte der Experten verdoppelt das Schweigen der Prekären. Anstatt neue Perspektiven zu entwickeln und das Gemeinsame von Praktikanten und Erwerbslosen, von Freelancerinnen und Putzfrauen zur Sprache zu bringen, werden bestehende Fragmentierungen wiederholt. Zugleich verschwinden hinter dem Bild der passiven und fürsorgebedürftigen Unterschicht alltägliche Widerstände und Konflikte. Die Begriffe ändern sich, die Ignoranz bleibt.
007 soll im Zeichen von uns selbst stehen. Als Helden unseres Lebens treten wir kaum in Erscheinung. Die Arbeitslosigkeit, ein absonderliches Phänomen? Der Erwerbslose, das unbekannte Wesen? Wer sind wir? Unfreiwillige Helden? Gescheiterte Existenzen? Menschen, Schicksale, Aktenzeichen - in einen Behördenalltag eingezwängt als die Arbeitslosen?
Was bin ich?
Ich bin beleidigt, gedemütigt und zornig. Ich schlage die Zeitung auf, sie schreiben über mich. Ich gehe zum Amt, sie verfügen über mich. Sie geben mir Namen, die ich nicht kenne. Bezeichnungen, in denen ich mich nicht wieder finde. Sie sprechen über mich, als wäre ich nicht da. Sie schreiben über mich, als wäre ich ein Ding.
Jetzt sprechen wir selbst von uns.
Also raus in den 1.Mai mit Transparent und als Superheld kostümiert oder einfach Spaß haben auf der EuroMayDay-Parade 007. Ja, einfach nur Spaß dabei sich zu wehren. Das ist die Gelegenheit, geniert euch nicht. Wir warten schon zu lange mit dem, was wir zu sagen haben.
unterklasse positiv
avanti - projekt für eine undogmatische linke
petra parker freundeskreis
|