Internationale Atomtransporte

(letzte Aktualisierung: 02.12.2008)

(Diese Auflistung ist mit Sicherheit nicht vollständig) 

02. Dezember 2008
AREVA NC: Ein neuer Castor-Transport aus Italien ist im französischen Valognes eingetroffen

Aus Italien ist ein weiterer Atommüll-Transport am 02.12.08 im französischen Valognes eingetroffen: Laut eines Communiqués der AREVA NC vom 02.12.08 hat ein neuer Castor-Transport aus dem norditalienischen AKW Caorso den 'TN International railway terminal' in Valognes am 02.12.08 um 13:04 Uhr erreicht. Aus dem AKW Caorso wurden demnach bei dem neuen Atommüll-Transport abgebrannte Brennelemente in vier Castoren befördert.
Nach Aussage der AREVA NC sollen die abgebrannten Brennelemente in der Plutonium-Fabrik La Hague 'wiederaufgearbeitet' werden, um 'verwertbares' Material 'zurückzugewinnen'. - Der 'zurückbleibende' hochradioaktive Atommüll soll dann nach Italien zur 'Endlagerung' zurückgeschickt werden.

"Four casks of spent fuel from the Italian nuclear power plant of Caorso arrived at the Valognes railway terminal serving the AREVA La Hague plant on December 2, 2008, at 13:04 pm.
The fuel elements will be reprocessed to recover valuable materials and condition the final waste for return to Italy for disposal."

AREVA NC: Neuer Atommüll-Transport aus Italien ist auf dem Weg nach Frankreich

Rückblick: In einer Pressemitteilung war von der AREVA NC zuvor am 01.12.08 kurzfristig bekannt gegeben worden, daß aus dem norditalienischen AKW Caorso am 30.11.08 ein Castor-Transport mit abgebrannten Brennelementen in vier Behältern gestartet war. Nach dieser Mitteilung der AREVA NC wurde der Atommüll-Transport aus Italien auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes am 02.12.08 erwartet.
Die AREVA NC teilte darin weiter mit: Entsprechend eines Vertrages, der zwischen der SOGIN (italienische Abkürzung für die Firma für das Management der Atomkraftwerke in Italien) und der AREVA geschlossen wurde, sowie aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen zwischen Frankreich und Italien, wird ein Teil der abgebrannten Brennelemente aus den italienischen Atomkraftwerken nach Frankreich zur 'Wiederaufbereitung' geschickt.

"According to the contract signed between SOGIN (Italian acronym for Company for the Management of Nuclear Facilities in Italy) and AREVA, and following intergovernmental agreements between France and Italy, part of the spent fuel from Italian nuclear power plants is sent to France for reprocessing. 
In accordance with these commitments, a shipment of four casks containing spent fuel has left the Italian nuclear power plant of Caorso on November 30, 2008. It could reach the TN International railway terminal located in Valognes from December 2, 2008.
This operation fully complies with national and international regulations."

Aus dem norditalienischen AKW Caorso erfolgte zuletzt am 19.10.08 der Abtransport von vier Castor-Behältern mit abgebrannten Brennelementen. Der Atommüll-Transport traf am 21.10.08 um 13:31 Uhr auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes ein. Von dort aus wurde der Atommüll mit einem Straßentransport in die etwa 30km entfernte Plutonium-Fabrik La Hague weiterbefördert.

22. Oktober 2008
Transport von Atommüll über Bremerhaven am 30.08.08 mit der 'Atlantic Osprey' in die USA offiziell bestätigt

Offiziell bestätigt: Aus vier Forschungsreaktoren in Berlin, Geesthacht, Jülich und den Niederlanden wurde am 30.08.08 über Bremerhaven mit dem britischen Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) hochradioaktiver Atommüll (in Form von abgebrannten Brennelementen) als Sammeltransport in die USA nach dem Hafen in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina befördert.

Rückblick: Nach den Recherchen legte der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' laut shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 aus dem britischen Hafen in Workington in der Nähe der Plutonium-Fabrik Sellafield mit dem Ziel Bremerhafen ab. Das Eintreffen der 'Atlantic Osprey' wurde nach Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk in Bremerhaven am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr erwartet. - Die 'Atlantic Osprey' traf nachweislich (s.u.) am 30.08.08 im Hafen von Bremerhaven ein, um den hochradioaktiven Atommüll aus den vier Forschungsreaktoren in Berlin, Geesthacht, Jülich und den Niederlanden an Bord zu nehmen. - Nach weiterer Information auf shipais.com und aisliverpool.co.uk befand sich die 'Atlantic Osprey' am frühen Abend des 04.09.08 in der Irischen See mit Kurs auf Charleston im Bundesstaat South Carolina an der Ostküste der USA. Die 'Atlantic Osprey' sollte demzufolge dort am 22.09.08 gegen 17:00 Uhr anlegen. - Möglicherweise nicht im dortigen Handelshafen, sondern im schwerbewachten Hafen der US-Marine in Charleston, der Charleston Naval Station.


Das britische Frachtschiff 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, Rufzeichen VSQQ4) für Atomtransporte

Der Atommüll wurde anschließend sehr wahrscheinlich von dort aus auf dem Landweg zur "Savannah River Site" des US Department of Energy bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina weiter transportiert.

Rückblick: Nach erfolgten Recherchen wurden im Juli/August dieses Jahres 2008 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter vier Atommüll-Transporte mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen aus Atomanlagen mit Forschungsreaktoren in die USA genehmigt:
- Lfd.-Nr.: 6906, Genehmigungsdatum: 22.07.08, max. ein Transport mit max. 33 bestr. MTR-BE aus dem Helmholtz Zentrum Berlin
- Lfd.-Nr.: 6911, Genehmigungsdatum: 25.07.08, max. ein Transport mit max. 32 bestr. MTR-BE aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht
- Lfd.-Nr.: 6922, Genehmigungsdatum: 27.08.08, max. ein Transport mit max. 8 bestr. MTR-BE von der Nuclear Research and Consulting Group in Petten/Niederlande
- Lfd.-Nr.: 6924, Genehmigungsdatum: 25.07.08, max. ein Transport mit max. 98 bestr. MTR-BE aus dem Forschungszentrum in Jülich
(Hinweis: Nach Darstellung des BfS handelte es sich bei den bestrahlten "MTR-BE" um sogenannte abgebrannte "Material Test Reactor"-Brennelemente. )

Diese vier Transport-Genehmigungen des BfS beinhalteten einen Straßentransport, den Umschlag des Atommülls und einen Seetransport. Aufgrund der geografischen Lage der Absender war zuerst von einem Straßentransport und anschließend von einem Seetransport auszugehen.
Vom BfS wurde als Empfänger der vier Atommüll-Transporte das "US-DOE" ("US Department of Energy") in "Aiken" in den USA angegeben. - Das US Department of Energy ist Betreiber der Atomanlage "Savannah River Site" bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina. - Die "Savannah River Site" wurde seinerzeit zum Bau von thermonuklearen Waffen (Wasserstoff-Bomben) errichtet, dort befinden sich u.a. fünf Atomreaktoren und zwei sogenannte "Wiederaufarbeitungs-Anlagen", sowie Anlagen zur Brennstoffherstellung.
Der Abtransport des Atommülls aus dem Helmholtz Zentrum in Berlin und aus dem Forschungszentrum in Jülich erfolgte nach Angaben des BfS am 29.08.08, aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht und von der Nuclear Research and Consulting Group in Petten/Niederlande starteten die beiden Atommüll-Transporte demnach am 30.08.08.

Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Bürgerschaft von Bremen zu dem Atomtransport über Bremerhaven

Aufgrund der hier erfolgten Recherchen wurde von der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft zu dem Atomtransport über Bremerhaven eine Kleine Anfrage am 09.09.08 gestellt, auf die der Landtag in Bremen zwischenzeitlich (undatiert) geantwortet (Drs. 17/570) hat. Wir dokumentieren die Drs. 17/570 untenstehend::

BREMISCHE BÜRGERSCHAFT
Landtag
Drucksache 17/570

Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE vom 9. September 2008 Atomtransporte über Bremerhaven

Die Fraktion DIE LINKE hat folgende Kleine Anfrage an den Senat gerichtet:

Der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, Rufzeichen VSQQ4) ist am 1.9.2008 in Bremerhaven eingetroffen. Unter dem Namen 'Arneb' wurde die 'Atlantic Osprey' im Juni 1986 von der Sitas-Werft in Hamburg gebaut und für Kraftfahrzeug-Transporte als Ro/Ro-Fähre eingesetzt. Das Schiff wurde von der britischen BNFL gekauft und für Atomtransporte behelfsmäßig umgerüstet. Die frühere Ro/Ro-Fähre 'Atlantic Osprey' wird seitdem zur Beförderung von abgebrannten Brennelementen und plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland eingesetzt, im Auftrag auch zum Transport von nichtradioaktiven Gütern. Auf der 'Bremerhavener Segelliste' von eurogate.de mit Stand vom 01.09.08 ist unter der dortigen Spalte 'Löschen/Laden' hinter 'Laden' der Status auf 'grün' geändert worden. Daraus geht hervor, dass die 'Atlantic Osprey' in Bremerhaven eingetroffen ist und auch abgefertigt wurde. Ob es sich dabei um einen Atomtransport aus Bremerhaven handelt, ist weiterhin unklar."

Der Senat beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:

Vorbemerkung: Bei dem Transport und dem Umschlag von radioaktivem Material werden sämtliche Vorschriften wie z. B. das Atomgesetz, die Strahlenschutzverordnung sowie alle Gefahrgutvorschriften strikt angewandt. Das Hansestadt Bremischen Hafenamt (HBH) stellt die Einhaltung dieser gesetzlichen Regelungen in den bremischen Häfen sicher. So werden z. B. ausnahmslos alle Verpackungen der radioaktiven Güter, die den Vorschriften der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) unterliegen, vom HBH überprüft. Alle Transporte mit radioaktiven Gütern werden vom HBH auf Ihren per Genehmigung nach dem Atomgesetz zulässigen Höchststrahlenwert gescheckt. Bei den Überprüfungen hat es in den letzten Jahren keinerlei Beanstandungen und Zwischenfälle gegeben."

DIE LINKE: 1. Von wo kam die 'Atlantic Osprey'?
Bremer Senat: Abgangshafen 'Workington' UK.

DIE LINKE: 2. Ist die 'Atlantic Osprey' nach dem Eintreffen in Bremerhaven mit radioaktiven Stoffen be- und/oder entladen worden?
Bremer Senat: Ja, die M/V 'Atlantic Osprey' wurde am 30.08.2008 mit 7 Containern zum Export in die USA beladen. Import- oder Transitladung befand sich nicht an Bord.

DIE LINKE: 3. Wenn ja, um welche radioaktiven Stoffe handelte es sich?
Bremer Senat: 5 Container mit IMDG- Code Klasse 7 UN 3328, richtiger technischer Name 'RADIOAKTIVE STOFFE, TYP B(U)- VERSANDSTÜCK, SPALTBAR' und 2 Container mit IMDG- Code Klasse 7 UN 2910, richtiger technischer Name 'RADIOAKTIVE STOFFE, FREIGESTELLTES VERSANDSTÜCK - BEGRENZTE STOFFMENGE'. Bei dem Inhalt der 5 Container handelte es sich um 164 bestrahlte Brennelemente aus Forschungsreaktoren. Bei dem Inhalt der 2 Container handelte es sich um Behälter mit Werkzeugen und Transportrahmen, die aufgrund nicht vorhandener Aktivität als freigestellt Versandstücke befördert wurden.

DIE LINKE: 4. Wenn nein, womit ist die 'Atlantic Osprey' be- und/oder entladen worden?
Bremer Senat: entfällt.

DIE LINKE: 5. Welchen Zielhafen hatte die Ladung der 'Altantic Osprey'?
Bremer Senat: Bestimmungshafen 'Aiken' USA South Carolina.

=> Damit ist erstmals offiziell bestätigt worden, daß am 30.08.08 über Bremerhaven hochradioaktiver Atommüll (in Form von abgebrannten Brennelementen) aus vier Forschungsreaktoren in Berlin, Geesthacht, Jülich und den Niederlanden mit dem britischen Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' als Sammeltransport in den Hafen von Charleston im US-Bundesstaat South Carolina und dann weiter nach Aiken im US-Bundesstaat South Carolina befördert worden ist.

21. Oktober 2008
AREVA NC: Castor-Transport aus Italien ist im französischen Valognes eingetroffen

Der Atommüll-Transport aus Italien ist zwischenzeitlich im französischen Valognes eingetroffen: Nach Darstellung der AREVA NC in einem Communiqué vom 21.10.08 hat der Castor-Transport aus dem norditalienischen AKW Caorso den 'TN International railway terminal' in Valognes am 21.10.08 um 13:31 Uhr erreicht. Bei diesem Atommüll-Transport wurden abgebrannte Brennelemente aus dem AKW Caorso in vier Castor-Behältern befördert.
Nach Aussage der AREVA NC sollen die abgebrannten Brennelemente in der Plutonium-Fabrik La Hague 'wiederaufgearbeitet' werden, um 'verwertbares' Material 'zurückzugewinnen'. - Der 'zurückbleibende' hochradioaktive Atommüll soll dann nach Italien zur 'Endlagerung' zurückgeschickt werden.

"Four casks of spent fuel from the Italian nuclear power plant of Caorso arrived at the Valognes railway terminal serving the AREVA La Hague plant on October 21, 2008, at 1:31 pm.
The fuel elements will be reprocessed to recover valuable materials and condition the final waste for return to Italy for disposal."

20. Oktober 2008
AREVA NC: Atommüll-Transport aus Italien ist auf dem Weg nach Frankreich

Derzeit rollt ein neuer Atommüll-Transport durch Europa: In einem Communiqué wird von der AREVA NC am 20.10.08 bekannt gegeben, daß aus dem norditalienischen AKW Caorso am 19.10.08 ein Castor-Transport mit abgebrannten Brennelementen in vier Behältern gerollt ist. Nach Angaben der AREVA NC wird der Atommüll-Transport auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes am 21.10.08 erwartet.
Die AREVA NC teilt weiter mit: Entsprechend eines Vertrages, der zwischen der SOGIN (italienische Abkürzung für die Firma für das Management der Atomkraftwerke in Italien) und der AREVA geschlossen wurde, sowie aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen zwischen Frankreich und Italien, wird ein Teil der abgebrannten Brennelemente aus den italienischen Atomkraftwerken nach Frankreich zur 'Wiederaufbereitung' geschickt.

"According to the contract signed between SOGIN (Italian acronym for Company for the Management of Nuclear Facilities in Italy) and AREVA, and following intergovernmental agreements between France and Italy, part of the spent fuel from Italian nuclear power plants is sent to France for reprocessing. 
In accordance with these commitments, a shipment of four casks containing spent fuel has left the Italian nuclear power plant of Caorso on October 19, 2008. It could reach the TN International railway terminal located in Valognes from October 21, 2008.
This operation fully complies with national and international regulations."

Rückblick: Zuletzt erfolgte aus dem norditalienischen AKW Caorso am 07.09.08 der Abtransport von vier Castor-Behältern mit abgebrannten Brennelementen. Der Atommüll-Transport traf am 09.09.08 um 13:45 Uhr auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes ein. Von dort aus wurde der Atommüll mit einem Straßentransport in die etwa 30km entfernte Plutonium-Fabrik La Hague weiterbefördert.

22. September 2008
Transport von abgebrannten Brennstäben aus dem AKW Gundremmingen nach Nyköping in Schweden

Aus dem süddeutschen AKW Gundremmingen wurden am 22.09.08 abgebrannte Uran-Brennstäbe nach Nyköping in Schweden abtransportiert. Dies geht aus der Liste der Transportgenehmigungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mit Stand vom 02.10.08 hervor. 
Das BfS genehmigte am 15.09.08 unter der laufenden Nummer 6930 einen Transport von max. 7 bestrahlten Uran-Brennstäben (mit max. 4,8% Anreicherung) aus dem AKW Gundremmingen (KRB) zur Studsvik Nuclear A/B in Nyköping/Schweden. Nach Angaben des BfS erfolgte der Atommüll-Transport am 22.09.08, die Transportgenehmigung war bis zu 31.12.08 befristet.
Der Atommüll-Transport wurde vom BfS nur als Straßentransport genehmigt, die Beförderung auf der Schiene oder auf dem Seeweg war nach den BfS-Angaben nicht zulässig...

Rückblick: Im schwedischen Studsvik bei Nyköping (südlich von Stockholm an der Ostseeküste) befinden sich Recyclings- und Einschmelz-Anlagen der Vattenfall-Tochter Studsvik AB. Dorthin erfolgte am 21.09.07 der Abtransport der vier radioaktiven Dampferzeuger aus dem stillgelegten AKW Stade mit dem schwedischen Spezialfrachter 'Sigyn' (IMO-Nr. 8025941, Rufzeichen SLGW).

18. September 2008
Atommüll-Transporte aus Forschungsreaktoren über Bremerhaven in die USA

Aus vier Forschungsreaktoren in Berlin, Geesthacht, Jülich und den Niederlanden wurde über Bremerhaven Ende August/Anfang September dieses Jahres mit dem britischen Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) hochradioaktiver Atommüll (in Form von abgebrannten Brennelementen) als Sammeltransport in die USA nach dem Hafen in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina befördert.


Das britische Frachtschiff 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, Rufzeichen VSQQ4) für Atomtransporte

Hintergrund: Im Juni 1986 wurde der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (vorheriger Name: 'Arneb') von der Sitas-Werft in Hamburg unter dem Namen 'Alster Rapid' gebaut und für Kraftfahrzeug-Transporte als Ro/Ro-Schiff eingesetzt. Der Frachter wurde dann von der britischen BNFL gekauft und für Atomtransporte behelfsmäßig umgerüstet. Das frühere Ro/Ro-Schiff 'Atlantic Osprey' wird seitdem u.a. zur Beförderung von abgebrannten Brennelementen und plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland eingesetzt, auch im Auftrag zum Transport von nichtradioaktiven Gütern.

Am 22.09.08 soll dieser Atommüll-Transport aus Bremerhaven in Charleston in den USA eintreffen. - Möglicherweise nicht im dortigen Handelshafen, sondern im schwerbewachten Hafen der US-Marine in Charleston, der Charleston Naval Station. - Der Atommüll wird von dort aus auf dem Landweg zur "Savannah River Site" des US Department of Energy bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina weiter transportiert.

Im Juli/August dieses Jahres wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter vier Atommüll-Transporte mit hochradioaktiven, abgebrannten Brennelementen aus Atomanlagen mit Forschungsreaktoren in die USA genehmigt:
- Lfd.-Nr.: 6906, Genehmigungsdatum: 22.07.08, max. ein Transport mit max. 33 bestr. MTR-BE aus dem Helmholtz Zentrum Berlin
- Lfd.-Nr.: 6911, Genehmigungsdatum: 25.07.08, max. ein Transport mit max. 32 bestr. MTR-BE aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht
- Lfd.-Nr.: 6922, Genehmigungsdatum: 27.08.08, max. ein Transport mit max. 8 bestr. MTR-BE von der Nuclear Research and Consulting Group in Petten/Niederlande
- Lfd.-Nr.: 6924, Genehmigungsdatum: 25.07.08, max. ein Transport mit max. 98 bestr. MTR-BE aus dem Forschungszentrum in Jülich
Hinweis: Bei den bestrahlten "MTR-BE" handelt es sich, nach Darstellung des BfS, um abgebrannte "Material Test Reactor"-Brennelemente.

Diese vier Transport-Genehmigungen des BfS beinhalten einen Straßentransport, den Umschlag des Atommülls und einen Seetransport. Aufgrund der geografischen Lage der Absender ist zuerst von einem Straßentransport und anschließend von einem Seetransport auszugehen.
Vom BfS wird als Empfänger der vier Atommüll-Transporte das "US-DOE" ("US Department of Energy") in "Aiken" in den USA angegeben. - Das US Department of Energy ist Betreiber der Atomanlage "Savannah River Site" bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina. - Die "Savannah River Site" wurde seinerzeit zum Bau von thermonuklearen Waffen (Wasserstoff-Bomben) errichtet, dort befinden sich u.a. fünf Atomreaktoren und zwei sogenannte "Wiederaufarbeitungs-Anlagen", sowie Anlagen zur Brennstoffherstellung.

Der Abtransport des Atommülls aus dem Helmholtz Zentrum in Berlin und aus dem Forschungszentrum in Jülich erfolgte nach Angaben des BfS am 29.08.08, aus dem GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht und von der Nuclear Research and Consulting Group in Petten/Niederlande starteten die beiden Atommüll-Transporte demnach am 30.08.08.

Der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' legte nach Informationen auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 aus dem britischen Hafen in Workington in der Nähe der Plutonium-Fabrik Sellafield mit dem Ziel Bremerhafen ab. Das Eintreffen der 'Atlantic Osprey' wurde nach den Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk in Bremerhaven am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr erwartet. 
Unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" wurde auch auf eurogate.de am 24.08.08 bekannt gegeben, daß ein Schiff mit dem Namen 'Atlantic Osprey' am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven am "Liegeplatz 1320-1410" erwartet wurde. Das Ablegen der 'Atlantic Osprey' mit der "Reisenummer 3008" (Makler "R:GUeNTHTER") sollte danach bereits am 30.08.08 gegen 09:00 Uhr aus Bremerhaven erfolgen.
Daß die 'Atlantic Osprey' in Bremerhaven eingetroffen, neue Ladung an Bord genommen und damit abgefertigt worden war, wurde auf eurogate.de erst am späten Nachmittag des 01.09.08 gemeldet.

Offensichtlich ist die 'Atlantic Osprey' im Zeitraum zwischen dem 30.08. und dem 01.09.08 im Hafen von Bremerhaven eingetroffen, um den hochradioaktiven Atommüll aus den vier Forschungsreaktoren in Berlin, Geesthacht, Jülich und den Niederlanden an Bord zu nehmen. Durch die Roll-on/Roll-off Fähigkeit zum Be- und Entladen des Schiffes könnte die 'Atlantic Osprey' schon wenige Stunden nach dem Eintreffen in Bremerhaven zunächst in Richtung des britischen Hafens von Workington wieder ausgelaufen sein.

Die 'Atlantic Osprey' befand sich nach Darstellung auf shipais.com und aisliverpool.co.uk (dort weiterhin verharmlosend als "Vehicles Carrier", Fahrzeug-Transporter, bezeichnet) am frühen Abend des 04.09.08, wieder in der Irischen See, westlich von Workington in Groß Britannien und südöstlich des Mull of Galloway auf westlichen Kurs in Richtung des britischen North Channel zwischen Schottland und Irland. Auf shipais.com und aisliverpool.co.uk wurde als Reiseziel der 'Atlantic Osprey' Charleston im Bundesstaat South Carolina an der Ostküste der USA angegeben, die 'Atlantic Osprey' soll demzufolge dort am 22.09.08 gegen 17:00 Uhr anlegen. - Auf diesen beiden Websites wurde am 04.09.08 spät abends das Fahrziel des Frachters geändert und somit verschleiert: Die 'Atlantic Osprey' wurde nun bereits am 03.09.08 um 12:00 Uhr (BST) in Workington erwartet... Ein Widerspruch, denn die 'Atlantic Osprey' befand sich zu diesem Zeitpunkt laut beider Websites schon am Eingang des britischen North Channel zwischen Schottland und Irland (fast schon auf der Höhe von Belfast) mit nordwestlichen Kurs und entfernte sich somit zunehmend von Workington.
Nach der letzten Positionsangabe auf shipais.com und aisliverpool.co.uk in der Nacht vom 04.09.08 befand sich die 'Atlantic Osprey' im britischen North Channel zwischen Schottland und Irland nördlich der Höhe von Belfast weiterhin auf nordwestlichem Kurs. Das AIS (Automatic Identification System) der Frachters ist seitdem abgeschaltet worden, offensichtlich damit die Position des Schiffes mittels Internet nicht weiter verfolgt werden kann.

Atommüll-Transport Ende Mai/Anfang Juni in diesem Jahr über Bremerhaven in die USA

Ein Atommüll-Transport mit abgebrannten Brennelementen über Bremerhaven war bereits Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres in die USA durchgeführt worden:
Vom BfS war dazu am 07.04.08 ein Transport von hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen aus dem Forschungszentrum in Jülich in die USA (Lfd.-Nr.: 6893, max. ein Transport mit max. 60 bestr. MTR-BE) genehmigt worden. Auch diese Genehmigung beinhaltete den Straßentransport, Umschlag und Seetransport des Atommülls nach "Aiken" im US-Bundesstaat South Carolina. - Der Atommüll-Transport aus Jülich erfolgte nach den Angaben des BfS am 29.05.08.
Der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' war nach Berichten auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 25.05.08 aus dem britischen Hafen von Workington mit dem Ziel Bremerhaven ausgelaufen. Die 'Atlantic Osprey' wurde seinerzeit laut shipais.com und aisliverpool.co.uk vom 25.05.08 am 31.05.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven erwartet. Nach Angaben auf portarrivals.com und auf eurogate.de unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" vom 29.05.08 wurde die Ankunft der 'Atlantic Osprey' bereits am 30.05.08 gegen 06:00 Uhr im Hafen von Bremerhaven erwartet. Das Ablegen des Schiffes sollte nach Anbordnahme von neuer Ladung am 30.05.08 gegen 09:00 Uhr erfolgen.
Auf eurogate.de wurde erst am späten Nachmittag des 02.06.08 gemeldet, daß die 'Atlantic Osprey' in Bremerhaven eingetroffen, neue Ladung an Bord genommen und damit abgefertigt worden war. Damals wurde für die 'Atlantic Osprey' die "Reisenummer 3005" und der Makler "R:GUeNTHTER" auf eurogate.de angegeben.
Am 06.06.08 morgens wurde auf shipais.com und aisliverpool.co.uk berichtet, daß sich die 'Atlantic Osprey' aus Bremerhaven kommend südlich des Mull of Galloway in der nördlichen Irischen See auf östlichem Kurs mit dem Fahrziel Workington in Groß Britannien befand. Demnach wurde die 'Atlantic Osprey' am 06.06.08 gegen 23:30 Uhr (BST) im britischen Hafen Workington in der Nähe der Plutonium-Fabrik Sellafield zurück erwartet.
Offensichtlich war dies nur ein kurzer Zwischenstop für den weiteren Transport des Atommülls aus Jülich nach Charleston in South Carolina (USA) und dem dortigen Umschlag für einen Landtransport zur Savannah River Site des US Department of Energy bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina.

Atommüll-Transport im Juli 2004 über Bremerhaven in die USA

Nach einem Bericht von der Pacific Nuclear Transport Limited (PNTL) in den PNTLnews, Ausgabe Sommer 2005, war der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' bereits im Jahr 2004 für einen Transport aus Bremerhaven nach Charleston im US-Bundesstaat South Carolina eingesetzt worden: ... "The Atlantic Osprey completed a voyage last year that proved to be a little bit different. The voyage was from Bremerhaven in Germany to Charleston South Carolina in America" ...
In diesem Bericht wurde allerdings nichts über das genaue Datum des Transportes und die seinerzeit beförderte Fracht aus Bremerhaven in die USA mitgeteilt.
Im Jahr 2004 erteilte das BfS Transportgenehmigungen für hochradioaktive abgebrannte Brennelemente aus folgenden Forschungsreaktoren:
- Lfd.-Nr.: 6586, max. ein Transport mit max. 60 bestr. MTR-BE, Transportbehälter TN7/2, aus dem Forschungszentrum in Jülich
- Lfd.-Nr.: 6587, max. ein Transport mit max. 33 bestr. MTR-BE, Transportbehälter GNS16, aus dem GKSS Forschungszentrum in Geesthacht
- Lfd.-Nr.: 6595, max. ein Transport mit max. 33 bestr. MTR-BE, Transportbehälter GNS16, aus dem Hahn-Meitner-Institut in Berlin
Vom BfS wurden diese Atommüll-Transporte im Jahr 2004 als Straßen- und auch als Seetransport genehmigt, alle rollten demnach am 15.07.04 aus den drei Atomanlagen in Jülich, Geesthacht und Berlin. Nach Angaben des BfS war wieder Empfänger des Atommülls das "US-DOE" ("US-Department of Energy") in "Aiken" in den USA...
Offensichtlich ist daher, daß dieser Atommüll (hochradioaktive abgebrannte Brennelemente) über Bremerhaven um dem 15./16.07.04 mit dem britischen Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' als Sammeltransport in die USA in dem Hafen in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina befördert worden war. Der Weitertransport von dort erfolgte dann zur Savannah River Site des US Department of Energy bei Aiken im US-Bundesstaat South Carolina .

Nach Abgaben des BfS erfolgte ein Atommüll-Transport bereits am 28.09.01 (Lfd.-Nr.: 6280, max. ein Transport mit max. 66 bestr. MTR-BE) aus dem GKSS Forschungszentrum in Geesthacht nach der Savannah River Site bei Aiken in den USA. Auch dieser Transport war seinerzeit als Straßen- und Seetransport genehmigt worden.

09. September 2008
AREVA NC: CASTOR aus Italien ist im französischen Valognes eingetroffen

Der CASTOR aus Italien ist inzwischen im französischen Valognes eingetroffen: Nach einem Communiqué der AREVA NC vom 09.09.08 hat der Atommüll-Transport aus dem norditalienischen AKW Caorso den 'TN International railway terminal' in Valognes am 09.09.08 um 13:45 Uhr erreicht. Dabei wurden in vier Castor-Behältern abgebrannte Brennelemente aus dem AKW Caorso befördert.
Die abgebrannten Brennelemente sollen, nach Aussage der AREVA NC, in der Plutonium-Fabrik La Hague 'wiederaufgearbeitet' werden, um 'verwertbares' Material 'zurückzugewinnen'. - Nach Italien soll dann der 'zurückbleibende' hochradioaktive Atommüll zur 'Endlagerung' zurück befördert werden.

"Four casks of spent fuel from the Italian nuclear power plant of Caorso arrived at the Valognes railway terminal serving the AREVA La Hague plant on September 9, 2008, at 1:45 pm.
The fuel elements will be reprocessed to recover valuable materials and condition the final waste for return to Italy for disposal."

08. September 2008
AREVA NC: CASTOR-Transport aus Italien ist auf dem Weg nach Frankreich

Ein weiterer Castor-Transport rollt derzeit durch Europa: Von der AREVA NC wird am 08.09.08 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, daß am 07.09.08 aus dem norditalienischen AKW Caorso ein Atommüll-Transport mit abgebrannten Brennelementen in vier Behältern gerollt ist. Der Castor-Transport wird nach Aussage der AREVA NC auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes am 09.09.08 erwartet.
Von der AREVA NC wird weiter mitgeteilt: Entsprechend eines Vertrages, der zwischen der SOGIN (italienische Abkürzung für die Firma für das Management der Atomkraftwerke in Italien) und der AREVA geschlossen wurde, sowie aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen zwischen Frankreich und Italien, wird ein Teil der abgebrannten Brennelemente aus den italienischen Atomkraftwerken nach Frankreich zur 'Wiederaufbereitung' geschickt.

"According to the contract signed between SOGIN (Italian acronym for Company for the Management of Nuclear Facilities in Italy) and AREVA, and following intergovernmental agreements between France and Italy, part of the spent fuel from Italian nuclear power plants is sent to France for reprocessing. 
In accordance with these commitments, a shipment of four casks containing spent fuel has left the Italian nuclear power plant of Caorso on September 7, 2008. It could reach the TN International railway terminal located in Valognes from September 9, 2008."

Rückblick: Atommüll-Transporte aus dem norditalienischen AKW Caorso in die französische Plutonium-Fabrik La Hague

Zuvor trafen am 01.07.08, am 27.05.08, am 08.04.08 und am 26.02.08 Atommüll-Transporte mit je vier Castoren sowie am 18.12.07 ein Atommüll-Transport mit zwei Castoren aus dem norditalienischen AKW Caorso auf dem 'TN International railway terminal' im französischen Valognes ein. Von dort aus wurde der Atommüll mit einem Straßentransport in die etwa 30km entfernte Plutonium-Fabrik La Hague weiterbefördert.

04. September 2008
Das Fahrziel des britischen Frachters für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' wird verschleiert!

Rückblick: Nach den Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 04.09.08 um 19:01 Uhr (BST) befand sich der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) in der Irischen See, östlich von Workington in Groß Britannien und im Bereich des Mull of Galloway, mit Kurs 271 Grad West und 12,6 Knoten Fahrt. Das Schiff fuhr zu diesem Zeitpunkt in Richtung des britischen North Channel zwischen Schottland und Irland. Laut shipais.com und aisliverpool.co.uk soll die 'Atlantic Osprey' Charleston ansteuern, wo sie am 22.09.08 gegen 17:00 Uhr erwartet wird.

Nach den aktuellen Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 04.09.08 um 21:19 Uhr (BST) befindet sich die 'Atlantic Osprey' am Eingang des britischen North Channel zwischen Schottland und Irland (fast schon auf der Höhe von Belfast) mit Kurs 325 Grad Nordwest und 11,3 Knoten Fahrt. Auf shipais.com und aisliverpool.co.uk wird der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' weiterhin verharmlosend als "Vehicles Carrier" (Fahrzeug-Transporter) klassifiziert...
Zwischenzeitlich wurde auf shipais.com und aisliverpool.co.uk das Fahrziel der 'Atlantic Osprey' verändert: Demnach soll die 'Atlantic Osprey' am 03.09.08, also gestern(!) um 12:00 Uhr (BST) in Workington eintreffen... - Wie dagegen über das Internet zu beobachten ist, fährt die 'Atlantic Osprey' jetzt schon seit über zwei Stunden in die entgegengesetzte Richtung, entfernt sich also zunehmend von Workington...

=> Damit wird deutlich: Inzwischen wird das Fahrziel der 'Atlantic Osprey' auf shipais.com und aisliverpool.co.uk bewußt verschleiert! - Gezielte Falschinformationen sind bekanntlich bei Atomtransporten üblich.

Ein weiteres Indiz dafür, daß mit der 'Atlantic Osprey' ein Atomtransport aus Bremerhaven in die USA stattfindet.

Ergänzung: 'Atlantic Osprey' im britischen North Channel in Richtung Nordwest

Nach den letzten aktuellen Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 04.09.08 um 22:26 Uhr (BST) befand sich der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) im britischen North Channel zwischen Schottland und Irland nördlich der Höhe von Belfast mit Kurs 326 Grad Nordwest und 10,4 Knoten Fahrt.
Weiterhin (05.09.08, 14:30 Uhr) wird auf shipais.com und aisliverpool.co.uk als Fahrziel der 'Atlantic Osprey' der britische Hafen von Workington angegeben. Demzufolge soll die 'Atlantic Osprey' am 03.09.08(!) um 12:00 Uhr (BST) in Workington eintreffen... 
Dies ist offensichtlich nicht zutreffend, denn nach der letzten Positionangabe auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 04.09.08 um 22:26 Uhr (BST) fuhr die 'Atlantic Osprey' im britischen North Channel weiter auf Nordwest-Kurs, also in die entgegengesetzte Richtung des vermeintlichen Fahrzieles im britischen Workington...
Aktuelle Angaben zur Position der 'Atlantic Osprey' sind im Netz auf shipais.com und aisliverpool.co.uk (05.09.08, 14:30 Uhr) nicht erhältlich. Offensichtlich ist dessen AIS (Automatic Identification System) wieder abgeschaltet, die Position des Schiffes kann deshalb im Internet nicht mehr verfolgt werden.

Ergänzung: Transport mit der 'Atlantic Osprey' aus Bremerhaven nach Charleston im Jahr 2004

In den PNTLnews, Ausgabe Sommer 2005, wurde berichtet, daß der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) bereits im Jahr 2004 für einen Transport aus Bremerhaven nach Charleston im Bundesstaat South Carolina an der Ostküste der USA eingesetzt worden war. Allerdings wurde in den PNTLnews nichts über das genaue Datum des Transportes und die seinerzeit beförderte Fracht aus Bremerhaven in die USA mitgeteilt:
"The Atlantic Osprey completed a voyage last year that proved to be a little bit different. The voyage was from Bremerhaven in Germany to Charleston South Carolina in America" ...
Zur Position der 'Atlantic Osprey' sind im Netz auf shipais.com und aisliverpool.co.uk (06.09.08, 20:30 Uhr) keine aktuellen Angaben erhältlich. Das AIS (Automatic Identification System) der 'Atlantic Osprey' ist weiterhin abgeschaltet, so daß die Position des Schiffes daher im Internet nicht weiter verfolgt werden kann. Die letzten Positionsangaben sind vom 04.09.08 um 22:26 Uhr (BST)...

04. September 2008
Britischer Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' befindet sich auf dem Weg nach Charleston

Rückblick: Aus dem britischen Hafen Workington kommend, hatte der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) wahrscheinlich am 01.09.08 in Bremerhaven festgemacht, um neue Ladung an Bord zu nehmen. Durch die roll-on roll-off Fähigkeit zum Ent- und Beladen des Schiffes könnte dieser nach dem Eintreffen bereits drei bis vier Stunden später am 01.09.08 Bremerhaven wieder verlassen haben. - Augenscheinlich mit dem Fahrziel Charleston in den USA. Ob der Frachter zwischenzeitlich im britischen Hafen von Workington einen Zwischenstop gemacht hat, ist nicht bekannt.

Nach den aktuellen Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 04.09.08 um 19:01 Uhr (BST) befindet sich die 'Atlantic Osprey' zur Zeit in der Irischen Seeöstlich von Workington in Groß Britannien und südöstlich des Mull of Galloway, mit Kurs 271 Grad West und 12,6 Knoten Fahrt. Das Schiff hat den Status "Underway", ist also unterwegs. Das Schiff steuert derzeit in Richtung des britischen North Channel zwischen Schottland und Irland.
Laut shipais.com und aisliverpool.co.uk ist das Fahrziel der 'Atlantic Osprey' Charleston, dort soll die 'Atlantic Osprey' am 22.09.08 gegen 17:00 Uhr anlegen. Aufgrund der langen Fahrzeit der 'Atlantic Osprey' ist davon auszugehen, daß das Ziel des Frachters der Hafen von Charleston im Bundesstaat South Carolina an der Ostküste der USA ist.

Der Hafen von Charleston in den USA ist als Umschlagplatz für Atomtransporte bekannt: Zum Beispiel liefen am 20.09.04 die beiden britischen Frachter für Atomtransporte 'Pacific Pintail' und 'Pacific Teal' aus Charleston in den USA mit Kurs auf Cherbourg in Frankreich aus. Nach Darstellung der COGEMA wurden dabei 140kg waffenfähiges Plutonium an Bord der 'Pacific Pintail' über den Atlantik befördert, ausreichend für etwa 25 bis 40 Atombomben. - Der Plutonium-Seetransport traf am 06.10.04 in Cherbourg ein. Das Plutonium wurde anschließend in Cadarache in Südfrankreich zu etwa 2 Tonnen MOX-Brennstoff verarbeitet und anschließend im März/April 2005 über Cherbourg zurück in die USA verschifft.

=> Daraus ergibt sich ein schlüssiger Verdacht, daß mit der 'Atlantic Osprey' ein Atomtransport aus Bremerhaven in die USA stattfindet.

Der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' hat zur Zeit das AIS (Automatic Identification System) eingeschaltet. - Die Position des Schiffes kann zunächst wieder im Internet auf shipais.com und aisliverpool.co.uk verfolgt werden.

01. September 2008
Britischer Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' erneut in Bremerhaven eingetroffen

Der britische Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) hat zwischenzeitlich in Bremerhaven angelegt, um neue Ladung an Bord zu nehmen: Auf der "Bremerhavener Segelliste" von eurogate.de mit Stand vom 01.09.08, 17:48 Uhr, ist unter der dortigen Spalte "Löschen/Laden" hinter "Laden" der Status auf 'grün' geändert worden (dies war bis zum 31.08.08, 17:00 Uhr, nicht so).  - Daraus kann mensch interpretieren: Die 'Atlantic Osprey' ist in Bremerhaven eingetroffen und wird abgefertigt bzw. ist bereits abgefertigt worden.  
Derzeit ist davon auszugehen (obwohl die Informationslage sehr lückenhaft ist), daß die 'Atlantic Osprey' möglicherweise am Morgen/Vormittag des 01.09.08 verspätet im Hafen von Bremerhaven festgemacht hat. Durch die roll-on roll-off Fähigkeit zum Ent- und Beladen des Schiffes könnte dieses bereits drei bis vier Stunden nach dem Eintreffen Bremerhaven mit bislang unbekannten Ziel wieder verlassen haben, d.h. am 01.09.08 gegen Mittag.  
Ob es sich dabei um einen Atomtransport aus Bremerhaven handelt, ist weiterhin unklar 
Unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" wird auf eurogate.de weiterhin mit Stand vom 01.09.08, 17:48 Uhr, informiert, daß ein Schiff mit dem Namen 'Atlantic Osprey' am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven am "Liegeplatz 1320-1410" erwartet wurde. Nach Anbordnahme von neuer Ladung sollte dessen Ablegen bereits am 30.08.08 gegen 09:00 Uhr erfolgen. Für die 'Atlantic Osprey' wird die "Reisenummer 3008" und der Makler "R:GUeNTHTER" angegeben.
Dagegen gibt es auf portarrivals.com mit Stand vom 01.09.08, 18:00 Uhr, weiterhin keine Ankündigung über das Eintreffen eines Schiffes ("RoRo Cargo Ship") mit dem Namen 'Atlantic Osprey' und der IMO-Nr. 8602414 in Bremerhaven.
Aktuelle Angaben zur Position der 'Atlantic Osprey' sind im Web auf shipais.com und aisliverpool.co.uk weiterhin (01.09.08) nicht erhältlichDie dort vorhandenen sind mit Stand vom 24.08.08, 23:21 Uhr BST, inzwischen über sieben Tage alt. - Augenscheinlich ist deren AIS (Automatic Identification System) weiter abgeschaltet, die Position des Schiffes kann daher mittels Internet nicht verfolgt werden.

30. August 2008
'Atlantic Osprey' in Bremerhaven noch nicht eingetroffen?

Rückblick: Der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) ist aus dem britischen Hafen Workington kommend in Bremerhaven am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr nach den letzten Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk vom 24.08.08 um 23:21 Uhr (BST) erwartet worden.

Auf eurogate.de wird mit Stand vom 30.08.08, 18:58 Uhr unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" bekannt gegeben, daß ein Frachter mit dem Namen 'Atlantic Osprey' am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven am "Liegeplatz 1320-1410" erwartet worden ist. Nach den aktuellen Angaben eurogate.de soll die 'Atlantic Osprey' in Bremerhaven nur Ladung an Bord nehmen. - Das Ablegen der 'Atlantic Osprey' aus Bremerhaven mit der "Reisenummer 3008" mit bislang unbekannten Ziel sollte demnach am 30.08.08 gegen 09:00 Uhr erfolgen. Für die 'Atlantic Osprey' wird auf eurogate.de erneut der Makler "R:GUeNTHTER" angegeben. - Wie bereits beim Transport am 30.05.08. 
Aus den Angaben auf eurogate.de mit Stand vom 30.08.08, 18:58 Uhr geht hervor, daß die 'Atlantic Osprey' offensichtlich bislang Bremerhaven nicht verlassen hat (oder noch nicht eingetroffen ist).
Auch auf portarrivals.com mit Stand vom 30.08.08, 20:30 Uhr, gibt bislang keine Meldung über das Eintreffen eines Schiffes ("RoRo Cargo Ship") mit dem Namen 'Atlantic Osprey' und der IMO-Nr. 8602414 am 30.08.08 in Bremerhaven. -  Die ehemalige Ro/Ro-Fähre 'Atlantic Osprey' hat möglicherweise wieder Verspätung.

29. August 2008
Das Einlaufen der 'Atlantic Osprey' wird am 30.08.08 in Bremerhaven erwartet

Rückblick: Aus dem britischen Hafen Workington kommend fährt der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) wieder den sehr weiten Umweg durch die nördliche Irische See, und Umrundung der Nordspitze von Schottland, um durch die Nordsee das angegebene Fahrziel Bremerhaven zu erreichen. - Wie bei der Tour nach Bremerhaven Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres.
Aus den letzten Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 um 23:21 Uhr (BST) geht dies eindeutig hervor: Die 'Atlantic Osprey' befand sich zu diesem Zeitpunkt nördlich der Irischen See in der Höhe von Belfast mit Kurs 324 Grad Nordwest und 11,7 Knoten Fahrt. - In Bremerhaven wurde der Frachter demnach am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr erwartet. - Aktuelle Angaben zur Position der 'Atlantic Osprey' sind im Netz auf shipais.com und aisliverpool.co.uk zur Zeit (29.08.08) jedoch nicht erhältlich. Offensichtlich ist dessen AIS (Automatic Identification System) weiterhin abgeschaltet, so daß die Position des Schiffes mittels Internet nicht verfolgt werden kann.

Unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" wird auf eurogate.de mit Stand vom 29.08.08, 18:58 Uhr, bekannt gegeben, daß ein Frachter mit dem Namen 'Atlantic Osprey' am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven am "Liegeplatz 1320-1410" erwartet wird. Das Ablegen der 'Atlantic Osprey' aus Bremerhaven wird demnach gegen 09:00 Uhr am 30.08.08 erfolgen. Durch das Rufzeichen VSQQ des Frachters ist die Identifikation auf eurogate.de zuverlässig: Es handelt sich um den britischen Frachter für Atomtransporte 'Atlantic Osprey'. Für die 'Atlantic Osprey' auf eurogate.de wird erneut der Makler "R:GUeNTHTER" angegeben. - Wie bereits beim Transport am 30.05.08. 
Dagegen gibt es auf portarrivals.com mit Stand vom 29.08.08, 20:30 Uhr, bislang keine Mitteilung über das Eintreffen eines Schiffes ("RoRo Cargo Ship") mit dem Namen 'Atlantic Osprey' und der IMO-Nr. 8602414 am 30.08.08 . -  Ob die ehemalige Ro/Ro-Fähre 'Atlantic Osprey' wohl wieder Verspätung hat?

25. August 2008
Die 'Atlantic Osprey' fährt entlang der Nordspitze von Schottland nach Bremerhaven

Der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) fährt, aus dem britischen Hafen Workington kommend, den sehr großen Umweg durch die nördliche Irische See, und Umrundung der Nordspitze von Schottland, um durch die Nordsee das angegebene Fahrziel Bremerhaven zu erreichen. - Wie bei der Tour nach Bremerhaven Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres.
Dies geht aus den letzten Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 um 23:21 Uhr (BST) eindeutig hervor: Zu diesem Zeitpunkt befand sich die 'Atlantic Osprey' nördlich der Irischen See in der Höhe von Belfast mit Kurs 324 Grad Nordwest und 11,7 Knoten Fahrt. - In Bremerhaven wird der Frachter demnach weiterhin am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr erwartet.
Aktuelle Angaben zur Position der 'Atlantic Osprey' sind im Web auf shipais.com und aisliverpool.co.uk zur Zeit (25.08.08) nicht erhältlich. Offensichtlich ist dessen AIS (Automatic Identification System) abgeschaltet, so daß die Position des Schiffes wieder einmal mittels Internet nicht verfolgt werden kann...

24. August 2008
Britischer Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' ist erneut auf dem Weg nach Bremerhaven
 
Der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) hat vor kurzem den britischen Hafen in Workington in der Nähe der Plutonium-Fabrik Sellafield mit Kurs auf Bremerhaven wieder verlassen.
Der britische Frachter 'Atlantic Osprey' befindet sich nach den aktuellen Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 um 17:33 Uhr (BST) in Höhe des britischen Hafens Workington in der Irischen See mit Kurs 194 Grad Südsüdwest und 7,7 Knoten Fahrt. Das Schiff hat den Status "Underway", ist also unterwegs.
Laut shipais.com und aisliverpool.co.uk ist das Fahrziel der 'Atlantic Osprey' "Bremmerhaven", also Bremerhaven. Bleibt die 'Atlantic Osprey' auf dem derzeitigen Kurs, wird sie durch den Ärmelkanal (English Channel) fahren. In Bremerhaven soll der Frachter am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr eintreffen.
Offensichtlich hat der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' zeitweise das AIS (Automatic Identification System) eingeschaltet. - Die Position des Schiffes kann im Internet auf shipais.com und aisliverpool.co.uk verfolgt werden.

Auf eurogate.de wird unter der Bezeichnung "Bremerhavener Segelliste" mit Stand vom 24.08.08 18:58 Uhr informiert, daß ein Frachter mit dem Namen 'Atlantic Osprey' am 30.08.08 gegen 06:00 Uhr in Bremerhaven erwartet wird, um Ladung zu löschen. Nach Anbordnahme von neuer Ladung soll das Ablegen der 'Atlantic Osprey' aus Bremerhaven bereits am 30.08.08 gegen 08:00 Uhr erfolgen. Auf eurogate.de ist die Identifikation durch das Rufzeichen VSQQ des Frachters recht eindeutig: Es handelt sich um den britischen Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey'. 
Für die 'Atlantic Osprey' wird auf Eurogate.de erneut der Makler "R:GUeNTHTER" angegeben. - Wie bereits beim Transport am 30.05.08.
Ergänzung: Der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' befindet sich nach Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 24.08.08 um 18:13 Uhr (BST) westlich des britischen Hafens Workington in der Irischen See mit Kurs 269 Grad West und 9,8 Knoten Fahrt. Ob die 'Atlantic Osprey' auf dem derzeitigen Kurs durch den Ärmelkanal (English Channel) fahren wird, bleibt abzuwarten.

27. Juli 2008
Weitere Plutonium-Transporte aus Sellafield nach Frankreich gestoppt

Nach einem Artikel des britischen 'The Independent on Sunday' vom 27.07.08 sind weitere Seetransporte von waffenfähigen Plutonium aus Sellafield nach Frankreich ausgesetzt worden. Untenstehend haben wir diesen Bericht des 'The Independent on Sunday' übersetzt:

Infolge der Veröffentlichung durch den 'The Independent on Sunday' wurden die streng geheimen Transporte von waffenfähigem Plutonium durch britische Gewässer gestoppt, so die britischen Zeitung. Das britische 'Department for Transport' (DfT) erklärte demnach, daß es regulierende Maßnahmen ergriffen hat, um Seetransporte mit einer alten und unbewaffneten Ro/Ro-Fähre, die über wenig Sicherheitsstandards verfügt, aus Sellafield in die Normandie in Frankreich zu verbieten. Dieses Verbot, das bislang einmalig ist, wurde nach Beschwerden von den französischen Behörden für nukleare Sicherheit erteilt.
"Top-secret shipments of weapons-ready plutonium through British waters have been stopped, after their exposure by The Independent on Sunday. The Department for Transport (DfT) said last week that it had taken "regulatory action" to prohibit the shipments from Sellafield to Normandy on an unarmed old roll-on, roll-off ferry, with few safety or security features. The prohibition, the first of its kind, was imposed after complaints by the French nuclear safety authorities."
Die Transporte, von Atomwaffenexperten als 'Wahnsinn' und 'völlig unverantwortlich' bezeichnet, sollten mehre hundert Kilogramm Plutonium-Dioxid-Pulver befördern. Dieses wird als ein ideales Material für Terroristen bezeichnet, um eine Atombombe oder eine 'schmutzige Bombe' zu konstruierenLediglich 10 Kilogramm Plutonium wären für eine terroristische atomaren Waffe erforderlich, wird von den Experten festgestellt.
"The shipments - denounced by nuclear weapons experts as 'madness' and 'totally irresponsible' - were carrying hundreds of kilograms of plutonium-dioxide powder, described as the ideal material for terrorists seeking to create a nuclear explosion or make a dirty bomb. Only 10kg of the plutonium, experts claim, would be needed to make a terrorist atomic weapon."
John Large, ein unabhängiger Atomexperte, nannte dies 'das höchst gefährlichste und schlimmste Material, das verschifft werden kann'. - Der erste Seetransport mit der umgebauten Fähre Atlantic Osprey sollte bereits im März dieses Jahres Cumbria in Groß Britannien in Richtung des französischen Atomkomplexes in Cap la Hague verlassen, als das Transportvorhaben durch den 'The Independent on Sunday' bekannt gemacht wurde.
"John Large, an independent nuclear expert, called it 'the most dangerous and worst possible material you could ship'. The first shipment - in the converted ferry Atlantic Osprey - was about to leave Cumbria for a French nuclear complex at Cap la Hague in March, when the plan was exposed in The IoS."
Peter Ainsworth, der Umwelt-Sprecher der britischen Konservativen und Steve Webb, sein britischer  'Lib-Dem'-Kontrahent, verurteilten den Transport als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit. - Der Atomtransport wurde um zwei Monate verzögert und fand schließlich erst am 21. Mai statt.
"Peter Ainsworth, the Conservative environment spokesman, and Steve Webb, his Lib-Dem counterpart, condemned the shipment as a threat to national security and it was delayed for two months, finally taking place secretly on 21 May."
In einer parlamentarische Antwort wurde letzten Dienstag, kurz vor der Sommerpause des britischen Parlamentes, bekannt, daß der britische 'Junior Transport Minister' Jim Fitzpatrick dem 'Liberal Democrat MP' Norman Baker mitgeteilt hat: Als Ergebnis der Diskussion zwischen dem britischen Transportministerium und der französischen L'Autorité de Sûreté Nucléaire über die Lieferung von Plutonium aus Sellafield Ltd im Mai, sowie aufgrund unserer nachfolgenden Untersuchungen, haben wir regulierende Maßnahmen ergriffen um zu verhindern, daß weitere Transporte von Plutonium aus Sellafield in gleicher Weise erfolgen.
"But last Tuesday, in a parliamentary answer slipped out just before the Commons broke up for the summer, the junior Transport minister Jim Fitzpatrick told the Liberal Democrat MP, Norman Baker: 'As a result of discussion between this department and L'Autorité de Sûreté Nucléaire regarding the shipment of plutonium by Sellafield Ltd in May, and our subsequent investigations, we took regulatory action to prevent further shipments of plutonium from Sellafield in the same manner'."
Mr Baker, der 'Lib-Dem'-Transportsprecher, teilte mit: Die britische Regierung handelte sehr lax in der Genehmigung, dieses Material in einem solchen ungeeigneten Schiff zu befördern. Leider liegt damit der Beweis vorSie wird nichts tun, um der Atomindustrie etwas vorzuschreiben. Es sei denn, aufgrund öffentlichen Druck zu handeln, wie in diesem Fall nach der Veröffentlichung der Transporte in dem 'The Independent on Sunday'.
"Mr Baker, the Lib-Dem transport spokesman, said: 'The Government was very lax in allowing this material to be shipped on such an unsuitable vessel. Sadly, the evidence is it will do nothing to challenge the nuclear industry unless forced to do so by public pressure, in this case following the exposure of the shipments in The IoS'."
Die Transportpläne resultierten aus einem der in Groß Britannien am wenigsten bekannten industriellen Skandale: Dem Scheitern der umstrittenen £ 473m-Anlage in Sellafield, die entwickelt wurde, um in dem nuklearen Komplex aus der Wiederaufarbeitung neuen Brennstoff (MOX) aus Plutonium und Uran zu gewinnen.
"The plans resulted from one of Britain's least known industrial scandals: the failure of a controversial £473m plant at Sellafield which was, designed to make new fuel out of plutonium and uranium recovered from reprocessing at the nuclear complex."
Im März mußte der britische Energieminister Malcolm Wicks zugeben: Die MOX-Anlage in Sellafield, die zur Herstellung von 120 Tonnen des nuklearen Brennstoffes im Jahr ausgelegt war, arbeitet so miserabel, daß lediglich nur 5,3 Tonnen in fünf Betriebsjahren fabriziert wurden. Sellafield mußte daher, um ihre Aufträge zu erfüllen, damit ihren Hauptrivalen in Frankreich, die AREVA, beauftragen.
"In March, Energy minister Malcolm Wicks had to admit that the plant, designed to produce 120 tons of the fuel a year, had worked so badly that it had managed only 5.3 in five years of operation. Which meant Sellafield had to turn to its chief rival, in France, to complete its orders."

21. Juli 2008
Brennelement-Transport für das tschechische AKW Temelin mit dem Frachter 'Atlantic Osprey'

Der britische Atommüll-Frachter 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, MMSI: 235415000, Rufzeichen VSQQ4) befand sich nach den Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk am 14.07.08 um 10:13 Uhr (BST) im Ärmelkanal (English Channel) in Höhe von Dover (Groß Britannien) und Calais (Frankreich) mit Kurs 27 Grad Nordnordost und 12,9 Knoten Fahrt. Laut shipais.com und aisliverpool.co.uk war das Fahrziel der 'Atlantic Osprey' Szczecin (Stettin) in Polen. Dort sollte der Frachter am 20.07.08 gegen 01:00 Uhr eintreffen.
An Bord der 'Atlantic Osprey' befanden sich frische Brennelemente (25 Tonnen Uran) für das tschechische AKW Temelin.

Am 20.07.08 wurden die Brennelemente für das tschechische AKW Temelin im Hafen von Szczecin (Stettin) in Polen von dem britischen Frachter 'Atlantic Osprey' auf Eisenbahnwaggons umgeladen und auf dem Schienenweg aus dem Hafen von Szczecin (Stettin) quer durch Polen und Tschechien zum AKW Temelin befördert, wo sie am 21.07.08 eintrafen.
Nach übereinstimmenden Angaben auf cire.pl am 22.07.08 und auf ekologika.pl vom 23.07.08 begann am Sonntag, dem 20.07.08 im Hafen von Szczecin (Stettin) in Polen der Umschlag von Kernbrennstoffen: Der Atomtransport kam in Szczecin (Stettin) mit dem "speziell für diesen Zweck" ausgerüsteten Schiff 'Atlantic Osprey' an. Als Empfänger der Kernbrennstoffe wurde "wahrscheinlich das tschechischen Kernkraftwerk in Temelin" angegeben.


Das britische Frachtschiff 'Atlantic Osprey' (IMO-Nr. 8602414, Rufzeichen VSQQ4) für Atomtransporte am 20.07.08 im Hafen von Szczecin (Stettin)

Nach einer Meldung auf radio.cz vom 21.07.08 ist im tschechischen AKW Temelin ein Transport mit frischen Uran-Brennelementen angekommen: "Ein streng bewachter Transportzug mit atomarem Brennstoff ist am Montag [21.07.08] im südböhmischen Kernkraftwerk Temelín eingetroffen. Die gelieferten 25 Tonnen Uran sollen dazu verwendet werden, um ein Viertel der atomaren Brennstäbe des ersten Reaktorblocks in den kommenden Wochen auszuwechseln. Die Abschaltung des Reaktors erfolgt am Freitag, die Umrüstung des Brennstoffs wird 75 Tage dauern, teilte KKW-Sprecher Marek Sviták am Montag mit."

Aus Szczecin (Stettin) in Polen kommend ist der britische Frachter 'Atlantic Osprey' zwischenzeitlich wieder im britischen Hafen Workington in der Nähe der Plutonium-Fabrik Sellafield eingelaufen. Nach den Angaben auf shipais.com und aisliverpool.co.uk befand sich das Schiff am 27.07.08 um 09:20 Uhr (BST) wieder im Hafen von Workington. Demnach wurde die 'Atlantic Osprey' am 26.07.08 gegen 16:00 Uhr im britischen Hafen Worington zurück erwartet.

Bereits Ende Dezember 2004 wurde ein Atomtransport mit der 'Atlantic Osprey' nach Szczecin (Stettin) in Polen durchgeführt: Nach Darstellung der Pacific Nuclear Transport Limited (PNTL) in den PNTLnews, Ausgabe Frühjahr 2005, beförderte die 'Atlantic Osprey' Ende Dezember 2004 "VVER fuel" (Brennstoff für WWER-Reaktoren sowjetischer Bauart) in Flatracks (Container mit zwei Stirnwänden, jedoch ohne Seitenwände und Dach) aus Savannah, Georgia (USA) nach Szczecin (Stettin) in Polen.

Brennelement-Transporte zu dem tschechischen AKW Temelin über Szczecin (Stettin) in Polen

Im Jahr 2001 erfolgten zwei Transporte mit neuen Brennelementen zu dem tschechischen AKW Temelin. In beiden Fällen wurden die Uran-Brennelemente zunächst per Schiff in den polnischen Hafen von Szczecin (Stettin) transportiert, dort umgeschlagen und unter strenger Geheimhaltung gegenüber der Öffentlichkeit, um Protestaktionen zu vermeiden, auf dem Schienenweg durch Polen und Tschechien zum AKW Temelin befördert. - Grund für den großen Umweg: Die deutschen Behörden hatten seinerzeit die Durchfahrt des Atomtransportes aus Szczecin (Stettin) über deutsches Staatsgebiet nach Temelin verweigert.

18.01.05:  Ein Transport von Kernbrennstoffen aus den Vereinigten Staaten für das tschechische Kernkraftwerk in Temelin erfolgte durch Polen in der Nacht von Sonntag auf Montag. Der Brennelement-Transport war zuvor im Hafen von Stettin angekommen. Nach Umschlag auf 30 Eisenbahnwaggons ging es weiter in die Tschechische Republik. Die Kampagne war streng vertraulich, um Proteste zu verhindern. (serwisy.gazeta.pl)
21.11.01: "Der streng bewachte Zug mit Uranbrennstäben für das südböhmische Kernkraftwerk Temelin, der am Dienstag von der polnischen Stadt Stettin in Richtung Tschechien losgefahren war, hat am frühen Mittwochmorgen die tschechisch-polnische Grenze passiert. Die Route sowie Fahrzeit des Zuges war sowohl von tschechischen wie auch von polnischen Behörden 'aus Sicherheitsgründen' geheimgehalten worden. Der Transport ist bereits die zweite Beförderung atomaren Brennstoffs über Polen in die Tschechische Republik. Der erste Transport im Mai war auf die scharfe Kritik auch von tschechischen Kommunalpolitikern gestoßen. Das umstrittene Kraftwerk wurde am Dienstag von Vertretern der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) in Wien untersucht." (radio.cz)
Bereits am 02.11.01 war laut Greenpeace der Frachter "Capricorn" für den Atomtransport nach Stettin aus Norfolk in Virginia (USA) ausgelaufen. (nucnews.net)
23.04.01: "Ein mit Uranbrennstäben für das südböhmische Atomkraftwerk Temelin beladener Zug ist am Sonntag Nachmittag planmäßig und ohne Zwischenfälle in seinem Bestimmungsort angekommen. Das Uran war am Samstag an Bord des amerikanischen Frachters "Andromeda" im nordwestpolnischen Hafen Szczecin /Stettin eingetroffen. Danach war die Fracht, die etwa ein Drittel der für den zweiten Reaktorblock des AKW’s Temelin benötigten Brennstäbe enthielt, auf einen Zug verladen und auf einer geheim gehaltenen Streckenführung über Polen und Mähren bis zum südböhmischen Meiler transportiert worden. Umweltschützer kritisierten, dass die Öffentlichkeit nicht über den Transport informiert worden war. In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen Berichten zufolge regelmäßig Uranbrennstäbe über Polen nach Temelin gebracht werden. Umweltgruppen befürchten vor allem Gefahren durch den Rücktransport gebrauchter Brennelemente auf der gleichen Strecke." (radio.cz)
"Der mit den Brennelementen für das AKW Temelin beladene Zug ist am Sonntag Nachmittag planmäßig und ohne Zwischenfälle in seinem Zielort angekommen. Der Grund dafür war ganz simpel: sowohl die Streckenführung als auch die Durchfahrtszeiten unterlagen strengster Geheimhaltung! Deshalb war auch nur ganz wenigen Leuten bekannt, dass das Uran an Bord des amerikanischen Frachters 'Andromeda' am Samstag im nordwestpolnischen Hafen Szeczecin/Stettin eingetroffen und danach auf die bereitstehenden Eisenbahnwaggons umgeladen war. Selbst der Stadtpräsident von Stettin hatte nach eigenen Angaben erst am Vortag von der uranhaltigen Fracht erfahren. Dieses Vorgehen erinnere an die Zeiten der kommunistischen Volksrepublik, kritisierte der ehemalige Umweltminister Radoslaw Gawlik im polnischen Rundfunk." (radio.cz)

Laut eines Berichtes auf pecina.cz am 21.04.01 hatten deutsche Behörden zuvor die Durchfahrt des Atomtransportes aus Stettin über deutsches Staatsgebiet nach Temelin verweigert: "...the German authorities did not authorise the train to travel through Germany...".

01. Juli 2008
AREVA NC: CASTOR aus Italien ist im französischen Valognes eingetroffen
 
Der CASTOR-Transport aus Italien ist an seinem Bestimmungsort in Frankreich eingetroffen: Nach einem Communiqué der AREVA NC vom 01.07.08 hat der Atommüll-Transport aus Italien am 01.07.08 um 20:10 Uhr den 'TN International railway terminal' in Valognes in Frankreich erreicht. Befördert wurden demnach in vier Castor-Behältern abgebrannte Brennelemente aus dem norditalienischen AKW Caorso.
In der Plutonium-Fabrik La Hague sollen die abgebrannten Brennelemente nach Darstellung der AREVA NC 'wiederaufgearbeitet' werden, um 'verwertbares' Material 'zurückzugewinnen'. Der 'zurückbleibende' hochradioaktive Atommüll soll dann nach Italien zur 'Endlagerung' zurücktransportiert werden.

"Four casks of spent fuel from the Italian nuclear power plant of Caorso arrived at the Valognes railway terminal serving the AREVA La Hague plant on July 1, 2008, at 20:10 pm.
The fuel elements will be reprocessed to recover valuable materials and condition the final waste for return to Italy for disposal."

30. Juni 2008
AREVA NC: Weiterer CASTOR aus Italien ist auf dem Weg nach Frankreich

Wieder rollt ein CASTOR-Transport durch Europa: Laut eines Communiqués der AREVA NC vom 30.06.08 hat ein Atommüll-Transport mit abgebrannten Brennelementen in vier Behältern am 29.06.08 das norditalienischen AKW Caorso verlassen. Nach Aussage der AREVA NC wird der CASTOR am 01.07.08 auf dem 'TN International railway terminal' in Valognes (Frankreich) erwartet.
Die AREVA NC erklärt dazu: Entsprechend eines Vertrages, der zwischen der SOGIN (italienische Abkürzung für die Firma für das Management der Atomkraftwerke in Italien) und der AREVA geschlossen wurde, sowie aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen zwischen Frankreich und Italien, wird ein Teil der abgebrannten Brennelemente aus den italienischen Atomkraftwerken nach Frankreich zur 'Wiederaufbereitung' geschickt.

"According to the contract signed between SOGIN (Italian acronym for Company for the Management of Nuclear Facilities in Italy) and AREVA, and following intergovernmental agreements between France and Italy, part of the spent fuel from Italian nuclear power plants is sent to France for reprocessing.
In accordance with these commitments, a shipment of four casks containing spent fuel has left the Italian nuclear power plant of Caorso on June 29, 2008. It could reach the TN International railway terminal located in Valognes from July 1, 2008."

Zuvor trafen am 27.05.08, am 08.04.08 und am 26.02.08 Atommüll-Transporte mit je vier Castoren sowie am 18.12.07 ein Atommüll-Transport mit zwei Castoren aus dem norditalienischen AKW Caorso auf dem 'TN International railway terminal' in Valognes (Frankreich) ein. Von dort aus wurde der Atommüll mit einem Straßentransport in die etwa 30km entfernte Plutonium-Fabrik La Hague weiterbefördert.

20. Juni 2008
Schweiz: Weiterer Castor im Zwischenlager Würenlingen eingelagert

Die ZWILAG Zwischenlager Würenlingen AG in der Schweiz hat am 20.06.08</