Dieser Text aus der
Gründungszeit des Roten Büros, dokumentiert zumindest, was wir
geplant hatten. Die Realität sieht, wie immer, ein bisschen anders
aus. Das Rote Büro ist zur Zeit nicht als politische Gruppe aktiv.
Wir halten es aber für wichtig die bestehende Infrastruktur am Leben
zu halten, da es auch weiter Bedarf für einen solchen Raum in Aachen
gibt.
Die
Initiative "Rotes Büro" hat sich aus der
Diskussion zwischen einigen Menschen entwickelt, die
innerhalb einer schwachen deutschen Linken - insbesondere
in Aachen - folgende praktische Probleme beobachteten:
- Unverbindlichkeit zwischen - potentiell - aktiven
Linken
- mangelnde Kommunikation zwischen den AktivistInnen
- ineffektives Arbeiten, teilweise in Konkurrenz auf
ähnlichen
Themengebieten mit ähnlichen Problemen
- Nichtereichbarkeit
- Kontinuitätslosigkeit
Des weiteren viel es als äußerst unangenehm auf, das
politisch wichtige Themen mehr den je an Küchentischen
oder in Kneipen zwischen zwei Bier diskutiert wurden. In
diesen Diskussionen entwickelt sich dann, aus dem Wissen
um die beschissene Situation - Rassismus, Sexismus,
Sozialabbau etc. , entweder das allgemeine frustrierte
Seufzen oder Aktivitäten, die mehr der eigenen
Gewissensberuhigung dienen ( besser irgend etwas tun als
schweigend zusehen), als real etwas zu erreichen.
Hier entsteht dann aus den Faktoren Unverbindlichkeit,
Kontinuitätslosigkeit und mangelnder Kommunikation,
sowie der häufigen Ablehnung auch nur ansatzweise
strategisch zu denken und zu agieren, eine fatale
Perspektivlosigkeit, die die Bedeutungslosigkeit der
radikalen Linken nur noch zementiert.
Das ROTE BÜRO, das wir gründen, ist eine
Anstrengung. Es ist die Lust auf den Kampf für
Veränderung um alles zu verändern, einschließlich uns
selbst. Wir wollen Räume und Möglichkeiten für
gemeinsames politisches Handeln schaffen und der
Zerschlagung und Vereinzelung unseres Widerstands
entgegentreten. Für eine erfolgreiche Vernetzung und
Koordination linksradikaler Politik halten wir
Verbindlichkeit im Umgang untereinander für
unverzichtbar.
Das ROTE BÜRO soll als Anlaufstelle für Menschen und
Gruppen in Aachen dienen, die sich mit linker Politik
auseinandersetzen und gleichzeitig eine Stelle sein,
über die aus anderen Städten Kontakt mit AachenerInnen
aufgenommen werden kann.
Das ROTE BÜRO ist ein, mit der notwendigen
Infrastruktur ausgestatteter, Arbeitsraum, ein Raum für
Gruppentreffen und -arbeit. Im Aufbau befindet sich ein
Informationsarchiv, das zunächst nur Infos zur
Verfügung stellen soll.
Den Betrieb des ROTEN BÜROS gewährleistet eine
Bürogruppe, die die notwendige Koordinierungsarbeit
leistet und Öffnungszeiten gewährleistet. Die
Mitarbeiter der Bürogruppe definieren sich als
undogmatisch linksradikal und streben die Zusammenarbeit
mit anderen undogmatischen Linken an.
Die Bürogruppe will den anfangs beschriebenen Fehlern
entgegen wirken und eine Ebene für eine kontinuierliche
Auseinandersetzung zwischen den potentiellen und realen
AktivistInnen errichten. Dazu wird ein monatliches
Infoplenum organisiert auf dem der Austausch zwischen
regionalen Gruppen stattfinden kann und weitere
Möglichkeiten der Vernetzung initiiert werden. Ziel ist
es hierbei, eine linke Interventionsfähigkeit zu
erkämpfen.
Die Bürogruppe organisiert außer diesen
Dienstleistungen regelmäßige Veranstaltungen:
- eine
monatliche Veranstaltung zu grundsätzlichen
politischen Themen, die vorher angekündigt
werden
- eine
monatliche Veranstaltung zu aktuellen Ereignissen
und Themen (politisches Überraschungsei)
- Seminare
zur LinksBildung
- eine
regelmäßige Broschüre in der
Diskussionsbeiträge dokumentiert werden
- längerfristig
ein regionales Infotelefon, das über aktuelle
Ereignisse und Veranstaltungen informiert
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