Widerstand zwischen 1933 und 1945 - von militärischer Opposition und
antifaschistischem Widerstand.
Warum es im offiziellen Gedenken nur den „20.Juli” geben darf.
Der 20.Juli ist der 65. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler durch den deutschen militärischen Widerstand. Wir wollen diesen Jahrestag zum Anlass nehmen, im Rahmen einer Veranstaltung den Umgang mit deutschem Widerstand gegen den Faschismus seit 1945 in (West-)Deutschland nachzuzeichnen.
Wir werden in einem historischen Rückblick zunächst die wesentlichen Entwicklungen vorstellen, die seit 1933 innerhalb der deutschen Wehrmacht zur Formierung eines militärischen Widerstandes geführt haben.
Dabei wird es auch um die Motive und reaktionäre Gesinnung der Protagonisten des „20.Juli” gehen. Wir wollen aufzeigen, dass weder die Diktatur nach innen, noch der Vernichtungskrieg gegen u.a. die Sowjetunion oder die Shoah die wesentlichen Motive des militärischen Widerstands waren, als vielmehr die drohende totale Kriegsniederlage.
Zudem werden wir die Rezeption des militärischen Widerstandes seit 1945 in der öffentlichen Erinnerung der Bundesrepublik thematisieren. Galten die führenden Köpfe des „20.Juli” lange Jahre als „Vaterlandsverräter”, wird in den letzten Jahren zunehmend und offensiv der militärische Widerstand zu einem Vorbild demokratischen gesinnten Widerstandsgeistes umgedeutet. Der „20.Juli” als vermeintlich demokratischer Bezugspunkt wird in der Traditionspflege der Bundeswehr zum zentralen Bezugspunkt.
Diese inhaltliche Neuausrichtung spielt eine besondere Rolle im Zusammenhang mit der Militarisierung der Außenpolitik und der mittlerweile kriegsführenden Bundeswehr.
Es gab allerdings weitaus mehr organisierten Widerstand zwischen 1933 und 1945, als in der offiziellen Gedenkpolitik kenntlich gemacht wird. Wir werden daher beispielhaft die Widerstandsgruppen um Herbert Baum sowie das Widerstandsnetzwerk der so genannten „Roten Kapelle” als einen vom öffentlichen Gedenken ignorierten und marginalisierten Widerstand vorstellen.
In AGs wird es Möglichkeiten für eine vertiefende Auseinandersetzung geben.
Eine Veranstaltung der „Gruppe 170”
Einlass: 14 Uhr