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Archiv&Bibliothek
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Donnerstags,
19.00 bis 22.00 Uhr

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die nächsten Veranstaltungen:

20. Oktober - 20 Uhr
Filmveranstaltung
„Zapatistas - crónica de una rebelión“

+++ zeitgleich zur 20+10 Kampagne der Zapatistas von der linken mexikanischen Tageszeitung „La Jornada“ produzierter Film zu Entwicklung und Politik der EZLN seit 1994 +++ (Orig. mit dt. Untertiteln)
Der Film ist eine Chronik der vergangenen zehn Jahre: eine Region zwischen paramilitärischen übergriffen und der breiten zivilgesellschaftlichen Mobilisierung durch die Zapatisten. Exklusive Interviews mit Subcomandante Marcos und anderen Mitgliedern der Regierung zeigen die schwierigen Bedingungen, unter denen sich die Autonomiegebiete gegen die Armee behaupten müssen.

22. Oktober, 20.00 Uhr
Infoveranstaltung zur aktuellen Situation in Chiapas

Zwei Menschenrechtsbeobachterinnen (observadores de paz) berichten multimedial mit Bildern und einem Delegationsfilm über + diese Möglichkeit der Solidarität + die politische Entwicklung + den Krieg niedriger Intensität der mexikanischen Armee + den Wirtschaftsplan Plan Puebla Panama + anschließend Soli-Kneipe für das zapatistische „Radio Insurgente - die Stimme der EZLN“

In dieser Veranstaltung wird die aktuelle Situation in Chiapas vorgestellt. Mit der hohen Militärpräsenz durch ständige Kontrollen, Patrouillen, Tiefflüge von Hubschraubern und Kampfjets über Gemeinden soll Macht demonstriert werden. Willkürliche Verhaftungen und selektive Gewalt sollen einschüchtern und gehören neben Propaganda und Desinformation zur psychologischen Kriegsführung. Unter den SympathisantInnen der Guerilla soll so Verwirrung, Unsicherheit und Angst gestiftet werden, die zu Spaltungen und zum Brechen des Widerstands führen sollen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Aufbau bewaffneter paramilitärischer Gruppen, sogenannten Todesschwadronen durch das Militär. Diese irregulären Einheiten können ohne Konventionen operieren und die Zivilbevölkerung in den Dörfern direkt durch Morde, Vergewaltigungen, Folter, Verschleppung, Diebstahl von Ernten und das Anzünden von Häusern einschüchtern und vertreiben. Anschließend deklariert die Armeeführung diese gewaltsamen Auseinandersetzungen als ethnische Spannungen zwischen bewaffneten Gruppen und interveniert in "friedensstiftender und neutraler" Mission.

Seit 1995 widmet sich das Menschenrechtszentrum "Fray Bartolomé de las Casas" der Diözese von San Cristóbal und die Organisation "Enlace Civil" der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in Chiapas. Im Februar 1995 verursachte eine Militärinvasion in der Region "Las Cañadas" im chiapanekischen Konfliktgebiet mehrere Tausend interne Flüchtlinge, die sich wenige Wochen später in Begleitung nationaler und internationaler Beobachter und Beobachterinnen in ihre Gemeinden zurückwagten. Diese traumatisierten Gemeinden äußerten verstärkt den Wunsch nach einer dauerhaften Präsenz von internationalen Beobachtern und Beobachterinnen zum Schutz vor erneuten Übergriffen und Menschenrechtsverletzungen seitens der Militärs.
Zur Umsetzung der Bitten und Anfragen vieler zapatistischer Gemeinden nach nationaler und internationaler Beobachtung gründete sich innerhalb des Menschenrechtszentrum die Abteilung "Friedenscamps". Es wurde die Aufgabe übernommen, in möglichst vielen Dörfern "zivile Friedenscamps" einzurichten, in denen sich nach Möglichkeit dauerhaft mehrere nationale und internationale Menschenrechtsbeobachter und Beobachterinnen jeweils für 2 bis 4 Wochen in der Gemeinde aufhalten konnten.

Die beiden Menschenrechtsbeobachterinnen (observadores de paz) werden im Rahmen der Veranstaltung über diese Möglichkeit der Solidarität und ihre Erfahrungen damit berichten. Neben der Dokumentation der Menschrechtssituation vor Ort dient der Aufenthalt von Beobachtern und Beobachterinnen aber auch der Schaffung von Räumen für die Zivilgesellschaft, damit die Gemeinden möglichst unbehelligt vom Militär ihre eigenen Dynamiken erhalten und entfalten können.

Ein weiterer Aspekt der Veranstaltung wird auf den neuen neoliberalen "Plan Puebla Panama" gerichtet sein. Das zentrale Ziel dieses Plans ist die Umstrukturierung der Region zur Errichtung von Weltmarktfabriken, sog. maquilladores. Falls dieser Plan gegen alle Widerstände verwirklicht wird, führt er zu einer weiteren massiven Vertreibung der indigenen Bevölkerung, die Autobahnen, Staudämmen und Abholzungen weichen soll.

Beide Veranstaltungen finden statt im:

Metroproletan Archiv&Bibliothek
Eberhardshofstr. 11 Hinterhaus
Nürnberg + U-Bahn Gostenhof


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