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Kurze Flyer Text über Klima & Ernährung Klima & ErnährungDie Frage, ob wir ein Kochprojekt machen wollen oder nicht, ist für uns unter anderem abhängig vom ökologischen Aspekt. Das heisst z.B., dass wir keine 500 km hin- und zurückfahren wollen, um 30 Leute zwei Tage lang zu bekochen. Der Sprit, den wir dafür verbrauchen, steht ganz klar nicht im Verhältnis zu dem, was wir durch das Kochen erreichen können: zum Gelingen eines politischen Projektes beitragen, indem wir einen Teil der Infrastruktur stellen. Mal ganz davon abgesehen, dass es vielleicht eine Kochgruppe gibt, die näher dran ist und genau so gut in der Lage ist das Projekt zu bekochen. Es gibt natürlich viele andere Gründe, eine Aktion zu unterstützen. Aber wo liegt die Grenze? Hohe Transportkosten machen das Essen teuer. Doch die Ueberlegung, diese durch die Leute, die bei uns essen, zahlen zu lassen, finden wir nicht so gelungen. Für uns ist der ökologische Aspekt wichtiger. Durch die Essensversorgung verbrauchen wir Resourcen und fragen uns daher, welche Umweltbelastung ist vertretbar? Ein Antwort auf diese Frage wäre z.B., dass die Umweltbelastung nicht grösser sein darf, als wenn jede~r für sich selbst kocht. Also: konkret werden Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Informationen und haben Folgendes gefunden. Es ist ein "work in progress" und wir wollen es in Zukunft vervollständigen und spezifizieren. Durchschnitts-Emissionen
Grafik 1: CO2-Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland [1] Was steht auf dem Menu-Plan? Tabelle 1: CO2 in g/kg Lebensmittel [2]
Die weitaus schlechteste Klimabilanz haben Lebensmittel tierischer Herkunft. Um Milch, ein Steak oder ein Ei zu produzieren, ist ein Vielfaches an Energie, Ackerfläche und Dünger nötig als etwa für Gemüse. Ausserdem fallen durch die Verdauung der Rinder noch immense Mengen des Treibhausgases Methan an. Auch aus der Gülle der Tiere entweicht das Gas in die Atmosphäre. Methan trägt pro kg genauso viel zum Treibhausgas bei wie 21 kg CO2. Die in diesem Text benutzten Zahlen addieren die verschiedenen Treibhaus-Gase und drücken sie als CO2-Äquivalente (kurz CO2) aus. Mehr Verarbeitungsschritte machen ein Produkt in der Regel klimaschädlicher. Frische Produkte sind deswegen besser als verarbeitete. Frische, tiefgekühlte und Gemüse aus Konserven haben eine CO2-Bilanz von jeweils 150, 400 und 500 g pro kg. Tabelle 2: CO2-Anteil für Treibstoffverbrauch in g pro kg Ware [3]
Aber nicht nur die Region, aus der Lebensmittel kommen, ist wichtig. Im Frühjahr gibt es z.B. Äpfel aus Deutschland, die über den Winter in Kühlhäusern gelagert werden. Der Unterschied in der Klimabilanz zu frischen Äpfeln, die mit dem Schiff aus Neuseeland kommen, ist nicht gross [5]. Zur ökologischen Frage gehört jedoch nicht nur die CO2-Emission. Z.B. muss für den Transport mit einem Schiff ein Hafen ausgebaut werden und Flüsse begradigt und tiefer gemacht werden. Die Dampfer fahren auf schwerem Öl, was, abgesehen von der CO2-Emission, eine starke Umweltverschmutzung bedeutet. Tabelle 3: CO2 in g pro kg Tomaten [6]
Kochen Wasserverbrauch Transport der Küche Rechenbeispiele Beispiel 1: Um die durch uns zubereiteten Mahlzeiten durchrechnen zu können, fehlen uns leider viele Daten, wie z.B. die von Nudeln, Reis, Öl, verschiedenen Bohnen, Marmelade, Kaffee, Tee, Tofu, usw. Durch das Kochen mit Propangas verursachen wir in diesem Beispiel eine CO2-Emission von 3,02 Tonnen. Ein 2 Personen-Haushalt benutzt pro Jahr 410 kWh an Strom zum Kochen [9]. 1 kWh Stromverbrauch verursacht 647 Gramm CO2, das entspricht dem deutschem Strom-Mix [5, p51]. Umgerechnet also etwa 133 kg CO2 pro Person pro Jahr. Wenn jede~r fuer sich selbst gekocht hätte, wäre das zusammen gezählt etwa 2,9 Tonnen CO2. Das ist eine vergleichbare Menge wie die, die bei uns anfällt. Durch das Wasser, das wir benutzen, verursachen wir eine CO2-Emmission von 17,8 kg. Wenn jede~r privat gekocht hätte, wäre eine Gesamt-Emission von 25,6 kg CO2 angefallen. Insgesamt: Zutaten (36,2 - 21,7) Tonnen + Wasser (25,6 - 17,8) kg = 14,5 Tonnen CO2 weniger als wenn jede~r für sich gekocht hätte. Was wir mehr an CO2-Emission verursachen, sind die, die durch Transport und Anreise entstehen. In diesem Beispiel 0,30 Tonnen CO2 für den Transport der Küche und 0,52 Tonnen für die Anreise der Kochcrew, zusammen 0,82 Tonnen CO2. Fazit Beispiel 2: Durch das Kochen mit Propangas verursachen wir hier eine CO2-Emission von 75 kg. Wenn jede~r fuer sich selbst gekocht hätte, wäre das zusammen gezählt etwa 73 kg CO2. Das ist eine vergleichbare Menge als die, die bei uns anfällt. Durch das Wasser, das wir benutzen, verursachen wir eine CO2-Emmission von 0,70 kg. Wenn jede~r privat gekocht hätte, wäre eine Gesamt-Emission von 0,64 kg CO2 angefallen. Insgesamt: Zutaten (904 - 542) kg + Wasser (0,64 - 0,70) kg = 362 kg CO2 weniger als wenn jede~r für sich gekocht hätte. Was wir mehr an CO2-Emission verursachen, sind die, die durch Transport und Anreise entstehen. In diesem Beispiel also 258 + 144 = 402 kg CO2. Fazit Umweltbelastung verringern Für uns ist es wichtig zu überlegen, wie wir unsern Energieverbrauch und die Umweltbelastung verringern können. Einige Beispiele: - Beim Aufbau unserer Küche haben wir uns entschieden, für jeden Topf auch einen Deckel zu machen. Kochen ohne Deckel verursacht zwei mal soviel CO2 [5]. - Darüber hinaus haben wir für jeden Brenner einen Windschutz gemacht. Abhängig von der Windstärke macht das beim Kochen eine Menge aus. - Beim Spülen des Geschirrs arbeiten wir mit einer dreiteiligen Spülstrasse, dadurch wird das Spülwasser nicht so schnell dreckig. Wenn die letzte Wanne schmutzig wird, ersetzen wir die und schieben die anderen Wannen durch, auf diese Art und Weise verringern wir den Wasserverbrauch der Küche. - Bei Le Sabot benutzen wir kaum Geräte, die Strom verbrauchen. Mit ein paar helfenden Händen kann ein 25 kg-Sack Zwiebeln auch mit der Hand geschnippelt werden. Für den Strom (u.a. für Licht), den wir benutzen, reicht die Solaranlage, die wir dabei haben, aus. So vermeiden wir eine Umweltbelastung von 647 g CO2 pro KWh [5]. Darüber hinaus benutzen wir dadurch auch keine Atomenergie, die in den momentanen Strommixen in der meisten europäischen Länder Bestandteil ist! - Um die Menge Gas, die wir fürs Kochen benutzen, zu veringern, haben wir eine Liste mit Wassermengen angelegt, die wir z.B. für das Kochen von Nudeln brauchen. Nach verschiedenen Tests haben wir die Wassermengen reduziert. - Momentan experimentieren wir mit einer Solaranlage, um das Wasser, das wir zum Kochen brauchen, vorzuheizen. Anmerkungen Wir wollen eine ökologische Entscheidung treffen koennen, ob wir für ein Projekt kochen, und diese mit Zahlen konkret machen. Ausserdem ist es uns wichtig, die CO2-Emmissionen, die wir verursachen, zu reduzieren. Deshalb haben wir die obenstehenden praktischen Versuche angefangen. Wir sind uns bewusst, dass die Daten, die in obenstehendem Text aufgeführt sind, aus Quellen kommen, die eine genauere Berechnung schwierig machen. Die Daten beruhen auf verschiedenen Annahmen und unterschiedliche Fakten sind in die Berechnung aufgenommen worden, z.B. ob sich die CO2-Emission auf die Energie bezieht, die für das Betreiben eines Gerätes in Rechnung gestellt worden ist, oder auch auf die, die bei der Herstellung des Gerätes anfällt. Ansonsten ist es wichtig sich bewusst zu sein, dass die Daten darüber oft auf ökonomischen Interessen beruhen: ein PKW-Hersteller wird eine andere Klimabilanz aufstellen, wenn es um den Vergleich zwischen PKW und öffentlichen Transportmitteln geht, als der Betreiber der Bahn. Die Menge CO2, die wir durch Kochen mit Propangas verursachen, ist fast genau so gross wie die Menge CO2, die anfällt, wenn privat gekocht wird. Das ist etwas verwunderlich, denn wir denken, dass eher weniger CO2 anfällt, wenn grössere Mengen gekocht werden statt viele kleine Portionen. In der Regel ist pro Person weniger Energie nötig, mal abgesehen davon, dass das Kochen auf Gas 50% weniger CO2 verursacht als das Kochen auf einem E-Herd [8]. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass wir die Menge CO2 pro Jahr umgerechnet haben auf eine Menge pro Tag. Es ist aber nicht so, dass alle Tage im Jahr auch zuhause gekocht wird. Ein weiterer Grund kann sein, dass Leute oft fertige Mahlzeiten "zubereiten", dafür ist zuhause weniger Energie nötig als wenn mit frischen Produkten gekocht wird. Und: wir machen das Spülwasser auch mit Gas warm; es ist unklar, ob in der von uns gefundenen Quelle in die Energiemenge, die für Kochen verwendet wird, auch das Spülwasser miteinberechnet ist oder ob es unter einen anderen Posten fällt, wie z.B. allgemeiner Stromverbrauch. Beim Suchen nach CO2-Emissionsdaten sind wir oft auf Quellen gestossen, wo Formulierungen wie "Einsparen von CO2-Äquivalenten" benutzt werden. Das ist eine ökonomische Sprache und erweckt den Eindruck, dass es möglich ist, auf der einen Seite Einsparungen zu machen und es deshalb auf einer anderen Seite sein lassen zu können. Wir denken, dass das falsch ist; Umweltbelastungen muss Mensch überall wo möglich versuchen zu veringern. Wir freuen uns über weitere Anregungen und natürlich Unterstützung!
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