24.Juni, 2002

Reden über sexuelle Folter kann strafbar sein:

Protest-Postkarten-Aktion
gegen Gerichtsverfahren in der Türkei

 

m Juni 2000 berichtete Frau Nasle Top auf ei-
nem Kongress in Istanbul über Foltermethoden,
mit denen sie auf einer Polizeistation gequält
wurde. Sie sprach von tagelang verabreichten
  Elektroschocks und Vergewaltigung. Mit ih-
rer Schilderung soll sie den türkischen Staat
"verleumdet und verunglimpft" haben und wur-
de dafür angeklagt.
     
Mit ihr stehen seit März 2001 18 Frauen vor Ge-
richt, weil sie den systematischen Einsatz von
sexueller Folter und Vergewaltigung durch türki-
sche Polizisten und Soldaten öffentlich verurteil-
ten und die Bestrafung der Täter fordern. Auch
  der Vater einer jungen vergewaltigten Frau
ist angeklagt, weil er seine Tochter unter-
stützt. Der derzeit laufende Prozess soll die
Angeklagten einschüchtern und zum Schwei-
gen bringen.
     
Mit der Protest-Postkarten-Aktion wollen wir
die Frauen darin bestärken, weiterhin über Fol-
ter und Unterdrückung zu berichten und die Be-
strafung der Täter zu fordern. Nur eine breite Öf-
  fentlichkeit und politischer Druck können er-
reichen, dass Vergewaltigungen durch Poli-
zei- und Militärangehörige gestoppt werden.

     

Die Postkarte ist zweisprachig und ist an 4 unterschiedliche Adressen gerichtet:

  • an das deutsche Außenministerium
  • an den Europäischen Gerichtshof
  • an den türkischen Justizminister
  • an die angeklagten Frauen

Das heisst, jede Person verschickt insgesamt 4 Postkarten.
Jeweils eine an die oben genannte Adresse.
Auf der Rückseite ist Platz für eine Unterschrift und Bemerkungen.

Bestellt und verschickt die Postkarten, verbreitet die Aktion!

Bestellung der Postkarten gegen Versandkosten:

e-mail: Prozessbeobachtung-Istanbul@gmx.de
oder über die Postadresse: Frauensolidaritätskomitee Türkei c/o Frauenzentrum
Faulerstr. 20, 79098 Freiburg

Weitere Infos: www.mediensyndikat.de/prozess