junge Welt, 19.7.2005

PKK dementiert Verantwortung

Kurdische Rebellen weisen Verwicklung in Attentat auf Touristen zurück

Nick Brauns

 
 

Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf einen Bus im westtürkischen Badeort Kusadasi, bei dem fünf Menschen getötet und 13 verletzt wurden, fehlt weiterhin jede Spur zu den Attentätern. Auch ein Bekennerschreiben wurde bislang nicht bekannt. Bei den Toten handelt es sich um Touristen aus der Türkei, Großbritannien und Irland. Fünf englische Touristen befinden sich noch in einem kritischen Zustand.

Die anfängliche Vermutung, bei einer ebenfalls getöteten jungen Türkin habe es sich um eine Selbstmordattentätern gehandelt, bestätigte sich nach der Identifizierung aller Opfer nicht. Die Bombe sei in einer Tasche unter einem Sitz angebracht gewesen, erklärte Provinzgouverneur Mustafa Malay der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Nach Polizeiangaben soll für den Anschlag C-4-Sprengstoff verwendet worden sein, der vermutlich aus dem Irak in die Türkei geschmuggelt wurde.

Während türkische Sicherheitskräfte die kurdische Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich machten, wies der Vorsitzende des Kurdistan Volkskongresses, Zübeyir Aydar, jede Verwicklung von Kongra-Gel oder der PKK in den Anschlag zurück. In einer von der Mesopotamischen Nachrichtenagentur (MHA) verbreiteten Erklärung wurde zudem jede Verbindung der PKK mit den »Freiheitsfalken Kurdistans« dementiert, die unter anderem die Verantwortung für einen Bombenanschlag im Küstenort Cesme vor einer Woche übernommen hatten, bei dem 20 Menschen verletzt worden waren. Bereits im April wurde ebenfalls in Kusadasi ein Polizist getötet und vier weitere verletzt, als sie eine von den Freiheitsfalken gelegte Bombe entschärfen wollten.