Der Standard (at)
2.10.2003

USA und Türkei gemeinsam gegen kurdische Kommunisten

5000 PKK-Rebellen werden
im Nordirak vermutet

 

Ankara - Die USA und die Türkei haben ein ge-
meinsames Vorgehen gegen Rebellen der Ar-
beiterpartei Kurdistans (PKK) in Nordirak ver-
einbart. Beide Seiten hätten sich auf einen
"Aktionsplan" geeinigt, der auch militärische
Einsätze nicht ausschließe, sagte der Staats-
sekretär im türkischen Außenministerium,
Nabi Sensoy, am Donnerstag nach einem Tref-
  fen mit dem US-Unterhändler Joseph Co-
fer Black in Ankara. Die Türkei sei bereit,
"jeden Beitrag" zu leisten, um die USA
bei der Vertreibung von PKK-Kämpfern
aus dem Norden des Irak zu unterstützen.
Black sagte der türkischen Nachrichten-
agentur Anadolu, für die PKK sei im Irak
kein Platz.
     
Türkei soll Soldaten für Irak-Besatzung abstellen
     
Ankara hatte Washington mehrfach aufgefor-
dert, gegen die fast 5.000 PKK-Rebellen vor-
zugehen, die sich in die Bergregion im Norden
Iraks zurückgezogen haben sollen. Die USA
  versuchen ihrerseits, die Türkei zur Be-
teiligung an der multinationalen Irak-Trup-
pe zu bewegen. Die türkische Regierung
könnte 10.000 Soldaten entsenden.
     
Ankara lehnt Amnestie ab Die PKK-Kämpfer
hatten sich 1999 aus der Türkei nach Nordirak
zurückgezogen. Sie verlangen von der türki-
schen Regierung eine General-Amnestie, die
von Ankara aber abgelehnt wird. Bei den Käm-
  pfen zwischen der PKK und der türkischen
Armee von 1984 bis 1999 wurden mehr als
30.000 Menschen getötet. Anfang Septem-
ber hatte die PKK den Waffenstillstand auf-
gekündigt. (APA)