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Frankfurter
Rundschau Die
Zukunft der deutsch-armenischen
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des Potsdamer Pfingstberges ver- fällt ein Haus. Die Fenster der Villa des ehe- maligen Pfarrers Johannes Lepsius sind mit Brettern versperrt. Zur Sicherung der Ruine hat die Eigentümerin, die Stiftung Preußische |
Schlösser
und Gärten, nun zunächst 100 000 Mark bereitgestellt. Die Arbeiten am Lepsius- Haus sollen im Frühjahr beginnen, doch die weitere Zukunft ist ungewiss. |
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| 1,6 Millionen
Mark soll die gesamte Sanie- rung kosten. Bisher fehlen dem Förderverein noch Sponsoren. Mit der Villa, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, hat der Verein dennoch große Pläne: Eine deutsch-armeni- sche Forschungs- und Gedenkstätte soll ent- |
stehen.
Auch das Lepsius-Archiv der Univer- sität Halle-Wittenberg mit mehr als 40 000 Dokumenten über Verfolgung und Völkermord an den Armeniern in der Türkei soll hier unter- gebracht werden. |
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| Von 1907
bis zu seinem Tod 1926 lebte der evangelische Theologe Johannes Lepsius in der Villa. 1895 gründete er die Deutsche Orientmission, 1896 brach er zur ersten Orientreise auf und wurde Zeuge der Verfol- gung der Armenier. Auf sein Betreiben hin entstanden das Armenische Hilfswerk, Kran- kenhäuser, Schulen, Waisenhäuser und Ma- |
nufakturen
für die Überlebenden. Weil die Kir- chenleitung aus Rücksicht auf außenpoliti- sche Vorgaben des Reichskanzlers sein En- gagement nicht förderte, legte er aus Protest das Pfarramt nieder. Der Schriftsteller Franz Werfel hat den Armeniern und Johannes Lep- sius 1933 mit dem Werk "Die 40 Tage des Musa Dagh" ein Denkmal gesetzt. |
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| Werfel
schildert eine Unterredung des Theo- logen mit dem türkischen Kriegsminister Enver Pascha über die Vertreibungen 1915. "Die Ortsbehörden richten die Deportation so ein, dass die Elenden schon während der er- |
sten acht
Tagesmärsche durch Hunger, Durst, Krankheit umkommen", lässt er Lep- sius berichten. Es handele sich um die "plan- volle Ausrottung einer anderen Nation". |
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| Jahrzehnte
später ist der Mord an den Arme- niern weiter ein brisantes Thema. Der Hallen- ser Theologieprofessor Hermann Goltz, der auch dem Vorstand des Fördervereins Lep- sius-Haus angehört, berichtet von der Über- prüfung des Vereins und seines Vorsitzenden, |
des evangelischen
Generalsuperintendenten HansUlrich Schulz, durch den brandenburgi- schen Verfassungsschutz. Von türkischer Seite war die Befürchtung geäußert worden, das Lepsius-Haus könne von armenischen Terroristen genutzt werden. |