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Frankfurter
Rundschau Türkei/Armenien Versöhnungskommission soll Annäherung fördern
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| ISTANBUL/GENF,
11.Juli (afp/FR). Eine tür- kisch-armenische Versöhnungskommission soll die Verständigung zwischen den beiden Völkern fördern und einer Annäherung der beiden Staaten den Weg bereiten. Die Kom- mission aus türkischen und armenischen Politikern, Diplomaten und Wissenschaftlern wurde nach türkischen und armenischen Me- dienberichten am Montag in Genf gegründet. Der Gründung gingen dreimonatige Geheim- gespräche voraus. Die Kommission will mit |
regelmäßigen
Treffen Austausch und Ko- operation zwischen regierungsunabhängi- gen Organisationen in beiden Ländern för- dern und die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Umwelt unterstützen. Zudem will der Ausschuss Empfehlungen an beide Regie- rungen erarbeiten. Das Projekt hat nach An- gaben der Kommission die indirekte Unter- stützung der Regierungen. |
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| Die Türkei
und Armenien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen; umstritten ist zwischen ihnen vor allem die Bewertung der Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich von 1915. Armenien wirft den Türken vor, 1,5 Millionen Armenier gezielt ermordet |
zu haben,
und fordert die Anerkennung der Massaker als Völkermord. Die Türkei räumt ein, dass damals mindestens 300 000 Ar- menier ermordet wurden, weist den Vorwurf des Völkermords aber strikt zurück. Siehe auch den Kommentar "Armenische Chance" |
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Armenische Chance
Von Karl Grobe |
| Eine Versöhnung
zwischen Türken und Ar- meniern scheint möglich zu werden. Bezeich- nend ist freilich, dass die jetzt in Genf gestif- tete Versöhnungskommission beider Seiten nicht ein Produkt staatlichen Handelns ist, |
sondern
das Resultat mehrerer geheim ab- gehaltener Gesprächsrunden angesehener Persönlichkeiten aus beiden Völkern, kurz: von Vertretern der Zivilgesellschaft. Eben darin liegt die Chance. |
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| Gerade
hat der türkische Vizepremier Mesut Yilmaz die Verbesserung der staatlichen Be- ziehungen mit der Lösung des Konflikts ver- knüpft, der Armenien und Aserbaidschan ver- feindet - Berg-Karabach. Die offizielle Türkei betont die Freundschaft mit (dem sprachlich und kulturell verwandten) Aserbaidschan; letzteres besteht auf der Wiederherstellung |
seiner
staatlichen Gewalt über Berg-Kara- bach; die dortige Bevölkerung und das offi- zielle Armenien wollen dies aus ethnischen und historischen Gründen nicht. In Ankara misstraut man zudem dem russischen Ein- fluss auf Eriwan; doch der armenische Staat hat keinen anderen möglichen Verbündeten und Garanten als Russland. |
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| Über den
mehr als hundertjährigen Konflikt, dessen tragischer Höhepunkt das Massaker von 1915 - noch unter dem Osmanischen Reich - an den Armeniern war, haben sich auch die Förderer und Gründer der Versöh- nungskommission nicht einigen können. Die |
Formel,
dass es jetzt nicht um die historische Wahrheit geht, sondern Vertrauen und Zusam- menarbeit möglich werden müssen, trägt aller- dings weiter. Aus Eigeninteresse sollten beide Regierungen sich diese zivilgesellschaftliche Einsicht rasch zu eigen machen. |