| Die
Stadt Afrin befindet sich im Widerstand
Schwere Auseinandersetzungen
zwischen Teilen der Freien Syrischen Armee (FSA) und den Volksverteidigungseinheiten
(YPG) in der westkurdischen (nordsyrischen) Stadt Afrin – auch die Regimekräfte
mischen sich ein.
Seit dem 25. Mai halten die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen
einer bewaffneten Gruppe, die sich zur FSA zählt, und den kurdischen Volksverteidigungseinheiten
(YPG) rund um die Stadt Afrin an. Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem
die bewaffneten Gruppen der FSA zwei Dörfer in der Nähe von Afrin angriffen.
Die Kräfte der YPG, die über die Kontrolle in Afrin verfügen, konnten
die Angreifer daraufhin zurück schlagen. Laut Angaben der YPG wurden allein
bei den Gefechten am 18. Juni mehr als zehn Mitglieder der Gegenseite
getötet. Die Mitglieder der FSA kontrollieren hingegen die wichtigsten
Zufahrtsstraßen nach Afrin und blockieren dadurch alle Lebensmittel- und
Medikamentenlieferungen in die Stadt. Die Einwohner von Afrin geben an,
dass die Lebensmittelsituation immer dramatischer wird. So soll es derzeit
einen starken Mangel an Kindernahrung und Milch in der Stadt geben. Auch
durch die Flüchtlingsströme aus der weiterhin umkämpften Stadt Aleppo
in Richtung Afrin tragen zu einer weiteren Verknappung der Versorgungsgüter
bei. So gibt der Kovorsitzende der kurdischen Partei PYD Salih Müslim
an, dass aus Aleppo mittlerweile zwischen 500.000 und 600.000 Menschen
in Richtung Afrin geflüchtet sind. Dadurch habe sich die Einwohnerzahl
Afrins auf 1,1 Mio. Menschen verdoppelt.
Wer sind die Angreifer?
Die bewaffneten Gruppen, die ihre Angriffe auf Afrin fortführen, ordnen
sich der Freien Syrischen Armee zu. Salih Müslim gab an, dass sich unter
den Angreifern zahlreiche Salafisten befinden. Er nannte die Gruppe Cephet
al Nasra beim Namen, aber auch kurdische islamistische Gruppen befinden
unter den Angreifern. Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Firat, dass
am 12. Juni auch türkische Soldaten am Angriff beteiligt gewesen sein
sollen. Die YPG bestätigte die Meldung am Folgetag und gab an, dass sich
die türkischen Soldaten nach einem gescheiterten Angriffsversuch wieder
zurückgezogen hätten.
Regimekräfte bombardieren
Dorf bei Afrin
Unterdessen wurde vermeldet, dass die Luftwaffe des Baath-Regimes am 18.
Juni das Dorf Bênê bei Afrin, in welchem sich die Mitglieder der Freien
Syrischen Armee verschanzt hatten, bombardiert hat. Bei dem Luftangriff
sind mindestens sechs Zivilisten verletzt worden. Die Bevölkerung von
Bênê demonstrierte nach dem Luftangriff gegen die Präsenz der FSA und
versuchte sie aus ihrem Dorf herauszudrängen. Allerdings sollen sich die
Mitglieder der bewaffneten Gruppen unter der Drohung von Waffengewalt
wieder Zugang in das Dorf Bênê verschafft haben.
Quelle: ANF, 18.06.2013,
ISKU
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