| Westkurdistan/Syrien:
Teilnahme des Kurdischen Hohen Rats an Syrien-Konferenz in Genf
Der Kovorsitzende
der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) und Mitglied des Kurdischen
Hohen Rat (Desteya Bılınd a Kurd, DBK) Salih Müslim, der auf Einladung
des russischen Außenministeriums in Moskau war, ist hat danach Hewler
(Arbil) besucht. Dort führte er mehrere Gespräche, unter anderem auch
mit dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan, Masoud Barzani. Dort
führte er auch ein Interview mit der kurdischen Nachrichtenagentur DIHA,
indem er unter anderem erklärte, dass man an der geplanten internationalen
Konferenz in Genf zur Syrien-Frage teilnehmen werde und der Teilnahmeantrag
in der Vorbereitungskommission sowohl von der USA als auch von der UNO
akzeptiert wurde. Zudem sagte Müslim, dass er in allen Gesprächen klar
gemacht habe, dass die einzige legitime Vertretung der KurdInnen in Syrien
der Kurdische Hohe Rat sei. „Bis heute hatten sie eine spezielle Politik.
Ich denke, aufgrund des Einflusses der Türkei. Nicht nur die Politik der
USA, sondern auch die der europäischen Staaten, stand unter dem Einfluss
der Türkei, die eine Ausgrenzung der KurdInnen vorsieht. Diese Bedingungen
verschwinden langsam.“ sagte Salih Müslim.
Müslim erklärte, dass es noch mehrere Gespräche in Hewler geben und man
sich mit allen beteiligten Parteien in Hewler zusammensetzen werde. Zu
den Volksverteidigungseinheiten (YPG) erklärte er: „Wir wollen einige
Dinge klären. Die YPG ist eine internationale Kraft. Es ist weder die
Kraft der ERRK, noch der PYD. Sie ist die Kraft der Völker Rojavas.“ Man
werde in einem morgigen Treffen, an dem sich alle Parteien von Rojava
(Westkurdistan) beteiligen werden, Streitigkeiten beilegen, besonders
die Thematik der Gründung von bewaffneten Kräften außerhalb der YPG.
Müslim erinnerte daran, dass die Grenze zwischen Rojava und der südkurdischen
Autonomieregion für Hilfsmittel und zur Deckung der Grundbedürfnisse der
Menschen geöffnet wurde, aber betonte auch gleichzeitig, dass er die Nutzung
von Grenzübergängen als politisches Werkzeug nicht für richtig halte:
„Es wird immer eine Konkurrenz zwischen politischen Parteien geben. Doch
es gibt zwei Dinge die wir bezüglich der kurdischen Regionalregierung
für wichtig erachten. Erstens, die Regionalregierung muss zu den Parteien
Rojavas unparteiisch sein. Zweitens, dürfen die Grenzübergänge nicht als
Druckmittel gegen die Bewölkung und als politisches Werkzeug benutzt werden.
Ich hoffe, dass solche Dinge in Zukunft nicht weiter vorkommen werden.“
Müslim erklärte, dass die Angriffe von bewaffneten Gruppen auf Afrin,
aus der geopolitischen Bedeutung der Stadt herrühren. Die YPG sehe es
als ihre Aufgabe die Dörfer Afrins vor mehrheitlich salafistischen Angreifern
zu beschützen.
Die Bevölkerung Afrins habe sich durch den Flüchtlingsstrom, der allein
aus Halep 500–600.000 Menschen umfasst, nahezu verdoppelt: „Wir versuchen,
diese Menschen so gut es geht zu versorgen. Sogar in Europa wurden Kampagnen
gestartet.“
Quelle: ANF, 18.06.2013, ISKU
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