| Öcalan
grüßt den Taksim-Widerstand
Am 07.Juni besuchte
zum sechsten Mal eine Delegation der Partei für Frieden und Demokratie
(BDP) den inhaftierten PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan auf der Gefängnisinsel
Imrali. Nach dem Besuch auf Imrali gaben die TeilnehmerInnen der Delegation,
der BDP Kovorsitzende Selahattin Demirtaş und die stellvertretene BDP-Fraktionssprecherin
Pervin Buldan in der BDP Hauptzentrale in Istanbul eine Pressekonferenz,
auf der sie die Botschaft von Öcalan mit der Öffentlichkeit teilten.
Demirtaş stellte fest, dass der letzte Besuch auf Imrali am 14. April
stattfand, gab mit folgenden Worten die Botschaft Öcalans wieder: „Zunächst
einmal möchte ich allen meine Grüße ausrichten. Damit der gegenwärtige
Prozess weiter gesund voranschreiten kann, halten die Gespräche zwischen
mir und dem Staat weiter an. Die Tatsache, dass es gegenwärtig keine bewaffneten
Auseinandersetzungen gibt, ist ein Ergebnis dieses Prozesses und meiner
Bemühungen. Ich bin bisher der Verantwortung, die auf meinen Schultern
lastet, gerecht geworden. Ich hoffe, dass nun auch die Regierung ihrer
Verantwortung gerecht wird. Diejenigen, die glauben, dass sie mich in
diesem Prozess benutzen und belügen können, irren sich gewaltig. Ich bin
nämlich meiner historischen Verantwortung vollends bewusst. Ich wünsche
mir auch, dass die Gegenseite diese Möglichkeit [für den Frieden] richtig
einschätzt und sie nutzt.“
An den Aufstand von Taksim richtete Öcalan folgende Worte: „Ich begrüße
den Widerstand und halte ihn für bedeutungsvoll. Natürlich führt diese
Haltung auch zu einem politischen Wendepunkt. Allerdings soll sich niemand
von den nationalistischen, putschistischen Kreisen benutzen lassen. Die
demokratischen, revolutionären, fortschrittlichen und kurdischen Kreise
müssen verhindern, dass diese Bewegung unter deren Fittiche gerät.“
Nachdem Demirtaş die Botschaft von Abdullah Öcalan vortrug, kritisierte
er die willkürliche Unterbindung der Besuche auf Imrali durch die türkische
Regierung. Sowohl der rechtliche Anspruch auf Anwalts- als auch auf Familienbesuche
bei Öcalan wird durch das Justizministerium regelmäßig unterbunden. Demirtaş
erklärte, dass sie binnen 15 Tagen eine erneute Besuchserlaubnis auf Imrali
erwarten.
Quelle: ANF 07.06.2013,
ISKU
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