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Karayilan, Vorsitzender des Exekutivrats der KCK, zu den Forderungen Erdoğans
Während der türkische
Ministerpräsident Erdoğan in den türkischen Medien permanent von dem Rückzug
der kurdischen Guerillaeinheiten spricht, werden die Meder-Verteidigungsgebiete,
das Rückzugsgebiet der Guerilla in Südkurdistan, Bombardierungen der türkischen
Luftwaffe ausgesetzt. Zeitgleich sind Vorbereitungen für ausgedehnte Militäroperationen
in Nordkurdistan zu verzeichnen. Allein am heutigen Tag konnten an vier
unterschiedlichen Orten Operationen der türkischen Armee beobachtet werden.
Auf der Rückkehr seiner Reise aus den Arabischen Emiraten bewertete Erdoğan
den Besuch der BDP-Delegation auf der Gefängnisinsel Imrali. Dabei sprach
er erneut von dem Rückzug der Guerilla und erklärte, dass der eigentliche
Prozess erst dann beginnen würde.
Während Erdoğan jedoch den Rückzug der Guerillakräfte fordert, halten
die Militäroperationen im Norden Kurdistans und die Luftangriffe auf Südkurdistan
weiter an. Allein in der vergangenen Woche flogen türkische Kampfflugzeuge
über die irakische Grenze in die Meder-Verteidigungsgebiete die von der
Guerilla kontrolliert werden.
Bereits im Vorfeld der 2. Delegationsreise der Partei für Frieden und
Demokratie (BDP) erklärte der Vorsitzende des Exekutivrats der Gemeinschaft
der Gesellschaften Kurdistans (KCK) Murat Karayilan, dass eine zwingende
Voraussetzung für das Fortschreiten des Prozesses die Abkehr der Türkei
von ihrer Vernichtungspolitik und -mentalität sei.
„Während tagtäglich die KCK-Operationen, Militäroperationen, Luftangriffe
und die Isolation auf Imrali fortgeführt werden, ebenso liegen die Morde
von Paris noch unaufgeklärt auf der Hand, handelt es sich bei der Darstellung,
dass sie [die türkische Seite] alles getan hätte und nur noch die KurdInnen
die notwendigen Schritte tätigen müssen, um eine große Verzerrung [der
Realität].
Der Staat und die Regierung haben gewisse Dinge zu tätigen. Wenn keine
dieser Dinge gemacht werden, ist zu hinterfragen, wie legitim es ist,
von der kurdischen Seite Schritte zu erwarten, besonders wenn von allen
Seiten [die beschriebenen] Angriffe erfolgen. Außer den Gesprächen einer
Staatsdelegation mit Öcalan und den Besuch einer politischen Delegation
auf Imrali wurde in dieser Phase noch kein vertrauenserweckender Schritt
getätigt. Konträr dazu forcieren sich die Bestrebungen Möglichkeiten zu
finden, um uns zu liquidieren. Daher tragen wir hinsichtlich der Aufrichtigkeit
dieses Prozess große Skepsis. Es kommt ein Plan zum Vorschein, wonach
die kurdische Seite so unter Druck gesetzt werden soll, dass es bei ihnen
zu Diskrepanzen kommt, um ihr so einen vernichtenden Schlag versetzen
zu können. Dies ist Aktuell das Bild.“
Quelle: ANF, 25.02.2013,
ISKU
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