| Kurdischer
Jugendlicher bei Protesten zum 15. Februar getötet
Bei den gestrigen
Protesten zum Jahrestag der Entführung des PKK-Vorsitzenden am 15. Februar
1999 wurde gestern in Amed (Diyarbakir) der 19-jährige Şahin Öner von
einem gepanzerten Polizeifahrzeug des Typs Skorpion überfahren und getötet.
Den Angehörigen wurde heute der Leichnam ausgehändigt. Sie beschuldigten
die Sicherheitskräfte, Şahin Ömer getötet zu haben. Er wird noch heute
beerdigt werden.
Türkische Medien behaupteten dagegen, dass Öner ums Leben gekommen sei,
weil eine selbstgebastelte Bombe vorzeitig in seinen Händen explodiert
sei. Allerdings veröffentlichte die Nachrichtenagentur Dicle (DIHA) Fotos
des Leichnams von Öner, auf denen keinerlei Verletzungen an seinen Händen
zu sehen sind.
Die Augenzeugin Keziban P. berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur
Firat (ANF) den Tathergang wie folgt: „Ein gepanzertes Polizeifahrzeug
hat den Jugendlichen überfahren. Wir hatten geschrien, dass sie anhalten
sollen, aber sie taten es nicht. Dann lag er auf dem Boden. Als er seinen
Kopf bewegt hat, sind sie auf ihn zugekommen, haben ihn an seinen Kragen
gepackt und ins Fahrzeug gezerrt. Wir haben weiter geschrien. Ich werde
nie vergessen, was ich heute gesehen habe. Zum Tatort ist kein Krankenwagen
oder so gekommen. Sie haben ihn einfach in den Panzerwagen gezerrt und
mitgenommen. Meine Tochter hat mehrfach einen Krankenwagen gerufen, aber
keiner ist gekommen. Er lag auf dem Boden, aber er lebte. Zwei Personen
haben ihn in das Fahrzeug gezerrt. Der ganze Stadtteil hat gesehen, was
passiert ist. Dann sind die Polizisten zu einer Frau am gegenüberliegenden
Haus gegangen und haben ihr gesagt, dass sie aussagen soll, sie hätte
nichts gesehen."
Der Ladenbesitzer Yılmaz D. erklärte gegenüber ANF, dass er nicht sehen
konnte, ob der Junge etwas in der Hand gehabt hatte. Allerdings sei der
Skorpion in den Stadtteil gerast und habe den Jungen überfahren. Ein weiterer
Augenzeuge, Nurettin N., berichtet vom Hergang der Tat: „Der Junge sah
wie zerquetscht aus. Auf seinen Rücken waren die Spuren ersichtlich. Die
Frauen schrien, ob denn niemand den Jungen retten könne. Dann kam das
Fahrzeug zurück und sie nahmen den Jungen mit. Ich weiß nicht, wohin sie
ihn gebracht haben.“
Quelle: ANF, 11.02.2013,
ISKU
|