| Kriminalisierung
und Repression kurdischer Aktivisten in der BRD
Der ehemalige Vorsitzende
des kurdischen Mezopotamya Kulturvereins in Frankfurt Faik Ş. berichtet
gegenüber unserer Zeitung, wie die Repressionen gegen ihn seit seiner
Wahl zum Vereinsvorsitzenden schlagartig zugenommen haben.
Faik Ş, der seit 20 Jahren in Europa lebt, berichtet von Hausdurchsuchungen,
der Aufhebung seines Aufenthaltstitels, Beschattung seiner Wohnung und
Verfolgung seiner Ehefrau und seiner Kinder durch Polizeibeamte.
Als Begründung für die Aufhebung des Aufenthaltstitels habe man ihm gegenüber
angegeben, dass er eine Vielzahl von Demonstrationen und Kundgebungen
angemeldet habe. Zudem habe man versucht, ihn für die Ausschreitungen
beim kurdischen Kulturfestival im September dieses Jahres in Mannheim
verantwortlich zu machen. „Ein Kriminalpolizist behauptete mir gegenüber,
dass ich diese Ausschreitungen organisiert hätte, was schlichtweg absurd
ist, weil ich in der Zeit gar nicht in Deutschland war“, berichtet Faik
Ş.
Auch wurden Verwandte von ihm von der Kriminalpolizei aufgesucht. Die
Beamten sollen bei diesen Besuchen versucht haben, Faik Ş. bei seiner
Verwandtschaft anzuschwärzen indem sie ihn als Terroristen zu diffamieren
versuchten. Gegen diese Polizeibeamten hat Ş. nun Anzeige erstattet, auch
wegen der Verfolgung und Beschattung seiner Kinder und seiner Ehefrau
will Ş. rechtliche Schritte einleiten. Er habe einen Antrag beim Europäischen
Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht und hierzu einen Brief an das
Justiz- und das Innenministerium gesendet.
Quelle: Yeni Özgür
Politika, 21.12.2012, ISKU
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