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Angehörigen der Opfer von Roboski bereiten eine Anklage gegen die USA
vor
Ali Barış Kurt-ANF
İstanbul - Nach einem Bericht im Wall Street Journal, laut dem der Luftangriff
bei Roboski, der den Tod von 34 Zivilisten zur Folge hatte, nach einer
geheimdienstlichen Auskunft USA ausgeführt wurde, bereiten sich die Angehörigen
der Opfer auf eine Anklage gegen die USA vor. Die BDP-Abgeordneten Kaplan
und Kürkçü sagten dazu der Firat News Agency, dass die Lügen der AKP-Regierung
und des Generalstabs der türkischen Armee entlarvt worden sind, und dass
es sich bei dem Massaker nicht wie behauptet um einen Fehler gehandelt
habe, sondern seitens der Türkei und den USA ausgeführt wurde.
Der BDP-Fraktionsvorsitzender Kaplan erklärte, dass durch den Bericht
im Wall Street Journal die Lügen AKP-Regierung und des Generalstabchefs
aufgedeckt wurden. „Nach dem Massaker gab der türkischen Geheimdienst
MIT bekannt, dass sie mit der Sache nicht zu tun hätten. Daraufhin kam
seitens des türkischen Ministerpräsidenten dieselbe Äußerung. Nun wurden
die Täuschungsversuche und Lügen aufgedeckt. Wir haben es hier mit einer
externen geheimdienstlichen Information zu tun. Dies haben wir schon von
Beginn an gesagt. Wir sagten, dass die geheimdienstliche Nachricht entweder
von Israel oder den USA ausgeht. Der Botschafter der USA Francis Ricciardone
gab auch bekannt, dass er sich nicht dazu äußern könne. … Auch die Regierung
trägt zur Desinformation bei. Dies muss unbedingt von der Staatsanwaltschaft
genauestens untersucht werden. Von wem ging der Befehl aus? Von wem stammen
die Aufnahmen? Dies alles muss aufgedeckt werden. Sämtliche Personen,
die im Verkehr der geheimdienstlichen Nachricht involviert sind, gilt
es zu verhören. Von wem ging seitens der Regierung der Befehl aus? Welcher
Pilot hat den Befehl ausgeführt? Es gilt all diejenigen ausfindig zu machen,
die damit zu tun hatten, weil sämtliche Informationen und Äußerungen der
Regierung, wie erwiesen, nicht wahrheitsgemäß waren.“
Kaplan appellierte an die Angehörigen der Opfer von Qilaban (Uludere)
und die Anwälte des internationalen Rechtssystems: „Familien der Opfer
von Qilaban sollten ihr Recht auf Anklage wahrnehmen. Über deren AnwältInnen
könnte damit sofort begonnen werden. Eine internationale Untersuchung
sollte begonnen werden. In diesem Zusammenhang sollte gegen die USA ein
Verfahren eröffnet werden.“
Ertuğrul Kürkçü, Abgeordnetet der BDP von Mersin bewertete die Situation
wie folgt: „Zunächst einmal ist es offensichtlich, der Generalstabschef
versucht hier die Wahrheit zu verdecken, damit der Fall juristisch nicht
verfolgt werden kann. … Aus dem genannten Zeitungsbericht ist zu erkennen,
dass bei diesem Massaker ein geheimdienstlicher Transfer zwischen der
USA, der Türkei und dem Irak geherrscht hat. Es handelt sich dabei um
keinen flüchtigen Fehler gehandelt hat. Wir können nachvollziehen, dass
von oberster Stelle des Staates ein Eingriff zu erkennen ist.
Wir dürfen das eigentliche Problem nicht aus den Augen verlieren. Es geht
hier nicht darum was der Staat ist, sondern darum, um wen es sich bei
den DorfbewohnerInnen handelte. Jeder, der für dieses Massaker verantwortlich
ist, muss vor Gericht gestellt werden. Die USA hat sich in den Mittelpunkt
gestellt. Deren Verantwortliche äußerten eine ‚bestehende Verantwortung
in der Weitergabe von geheimdienstlichen Informationen‘. Darauf gilt es
einzugehen und in Anbetracht der juristischen Möglichkeiten alle Wege
ausschöpfen.“
Quelle: ANF, 16.05.2012,
ISKU
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