| Das
Kollektiv Ax û Av
Das Kollektiv „Ax
û Av“ in Wêransar hatte im letzten Jahr seine Arbeit mit dem Bau von ökologischen
Lehmhäusern begonnen. Aktuell befinden sich elf dieser Häuser kurz vor
ihrer Fertigstellung. Die Familien, welche innerhalb dieses Kollektivs
ihre neue Heimat gefunden haben, sind gegenwärtig mit dem Anbau ihrer
Lebensmittel beschäftigt. Während die Frauen bereits ab den frühen Morgenstunden
im Gewächshaus des Kollektivs beschäftigt sind, arbeiten die Männer auf
dem Acker.
Eine der Frauen, Necla İliş, berichtet, dass sich die Frauen im Gewächshaus
um ihre Pflanzensprossen kümmern, die später in den Garten umgepflanzt
werden sollen. Aus den Sprossen werden Tomaten, Auberginen, Gurken, Paprika
und, die für das Kollektiv bekannten, Selengo-Gurken gezogen. Alle diese
Sprossen werden selbstverständlich biologisch, ohne jegliche Verwendung
von künstlichen Dünge- oder Spritzmitteln, angebaut. Aktuell arbeiten
zehn Frauen im Gewächshaus. Der größte Teil der landwirtschaftlichen Arbeit
ist für den Eigenverbrauch. Nur ein bestimmter Anteil der angepflanzten
Lebensmittel wird in den Verkauf gegeben. Im letzten Jahr war die Nachfrage
nach Selengo-Gurken besonders hoch. Mit den Erlösen aus dem Verkauf werden
dann die Kosten, die durch den Bau der Lehmhäuser entstehen, beglichen.
Der Sprecher des Kollektivs, Hamza Büyüktaş, erklärte, dass der diesjährige
Anbau von Weizen die Situation der BewohnerInnen von Ax û Av (dt.: Erde
und Wasser) sehr erleichtern werde. Im letzten Jahr hatte das Kollektiv
nach der Gründung wirtschaftliche Probleme, doch dies werde sich durch
den diesjährigen Anbau verändern, so Hamza. Auch bedankte sich der Sprecher
ausdrücklich bei der Stadtverwaltung von Wêransar, die nicht nur das Grundstück
für das Kollektiv zur Verfügung gestellt habe, sondern auch beim Bau der
Lehrhäuser stets unterstützend zur Seite stand. Die jetzigen Häuser seien
kurz vor ihrer Fertigstellung. Aber das Kollektiv werde danach noch neue
Häuser in Angriff nehmen. Hamza unterstrich nochmals ausdrücklich, dass
all diese Häuser nur aus natürlichen Materialien wie Wasser, Stroh und
Erde gebaut werden und vor allem wirtschaftlich schwachen Familien zur
Verfügung gestellt werden.
Quelle: DİHA, 29.04.2012,
ISKU
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