Ausgrabungen vor ehemaligem JITEM-Verhörzentrum: 19 Schädelknochen gefunden

Bei den andauernden Ausgrabungen vor einem ehemaligen Verhörzentrum des türkischen Gendarmarie-Geheimdienstes JITEM an den Stadtmauern von Amed (Diyarbakir) ist die Anzahl der gefundenen Schädelknochen auf 19 gestiegen. Der Menschenrechtsverein IHD beschwerte sich indes darüber, dass sie daran gehindert werde, vor Ort Informationen über die Ausgrabungen zu erhalten. Es haben sich 27 Familien beim IHD gemeldet, deren Angehörige in den Verhörzentren des JITEMs „verschwunden“ waren.
Zunächst hieß es am 11. Januar 2012, dass bei Restaurierungsarbeiten einer Burg an den Stadtmauern von Amed menschliche Knochenfunde und Kleidungsreste von zunächst acht Menschen gefunden worden seien. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft weitere Ausgrabungen vor Ort angeordnet. Laut einer Erklärung des türkischen Ministers Mehdi Eker sind bei den Ausgrabungen auf einem Gebiet von 4–5m² ausschließlich die Schädelknochen gefunden worden. Kleidungsstücke oder sonstige Gegenstände, die auf die Identität der Menschen schließen lasse, seien bisher nicht gefunden worden.

Quelle: ANF, 22.01.2012, ISKU

ISKU | Informationsstelle Kurdistan