| KCK
aufgrund der Angriffe vor neuen Entscheidungen
Hüseyin Mahir, Mitglied des
politischen Komitees der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistan (KCK)
erklärte, dass mit den aktuellen Festnahmen eine neue Verhaftungswelle
begonnen habe, die bald zu manchen intern relevanten Entscheidungen führen
werde. Mit der Erkenntnis: „Es liegt nicht in unserer Hand, aber wir sind
zu neuen praktischen Entscheidungen gezwungen“, ruft Mahir die Kurden
angesichts der großen Gefahr in die Berge.
Hinsichtlich der aktuell eskalierenden Repression und Verhaftungswelle
gegen die kurdische Bevölkerung und wegen des Scheiterns der demokratischen
Öffentlichkeit in der Türkei werde die kurdische Freiheitsbewegung, so
Hüseyin Mahir, ihre entsprechenden Beschlüsse demnächst veröffentlichen.
Über dieses Vorhaben gab Mahir gegenüber ANF eine Erklärung ab.
Mahir betont, dass die Bewegung die verschärften Isolationshaftbedingungen
des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan sowie das derzeitige Verhalten der
Regierung nicht mehr hinnehmen werde: „Das kurdische Volk ist einer noch
nie da gewesenen, umfassenden Belagerung ausgesetzt. Einer Belagerung,
die einen kulturellen Genozid zum Ziel hat.“ Das Ganze sei von Kräften
des internationalen Kapitals initiiert worden, die AKP habe dabei die
ausführende Funktion übernommen.
Mit falschen Begründungen wie „das Schiff ist kaputt“ oder „Öcalan erteilt
der Bewegung Befehle, deswegen sitzt er in Isolationshaft“, die manipulativ
in den türkischen Medien kursierten, solle die Bewegung von Öcalans Perspektiven
isoliert und, ebenso wie die kurdische Bevölkerung, desorientiert, geschwächt,
verwirrt und ihr Wille gebrochen werden. Das und die Angriffe in Südkurdistan
und im Kandil seien der Nutzen von Öcalans Isolationshaft.
„Man will eine kurdische Hamas“
Laut Hüseyin Mahir sei zurzeit eine historische Phase angebrochen, in
der Ministerpräsident Erdoğans Äußerung „Kampf dem Terror, [Gerichts-]Verhandlungen
der Politik“ keinerlei Seriosität habe. Daher:
„Die Angriffe der letzten Zeit sind die intensivsten in der Geschichte.
Dessen müssen wir uns bewusst werden und uns dementsprechend verhalten.
Der Staat will uns durch Massaker und Ausrottung marginalisieren, schwächen
und unseren Willen brechen. Er will eine kurdische Hamas formieren und
alte Reformisten organisieren. Dies zeigt eine deutlich distanzierte Haltung
und Praxis.“
„Der Staat hat sich im Massakrieren
professionalisiert, die Kurden im Widerstand“
„Obwohl wir eine demokratischere Politik bevorzugt, die letzten Wahlergebnisse
anerkannt, die Bemühungen des Volkes in eine demokratische Politik gelenkt
und eine demokratische Verfassung erstrebt haben, begegnet der Staat uns
mit jeglicher Art von Angriffen und Vernichtung sowie militärischen und
politischen Operationen. Die Kurden werden heftigen Widerstand leisten,
um diese Pläne ins Leere laufen zu lassen. Wenn die Türkei sich in Sachen
Massaker professionalisiert hat, wobei ich mich auf Erdoğans Äußerung
‚die Zeit der Profession ist angebrochen’ berufe, so sind wir große Experten
im Widerstand geworden!“
„Wir sind die eigentliche Autorität in Kurdistan, und zwar eine demokratische
Autorität. Darüber hinaus erkennen wir keine andere an, weil der Feind
uns als nicht als legitime Kraft betrachtet, nicht unseren Willen und
unsere Identität akzeptiert. Er greift uns entsprechend an. Deswegen ist
der türkische Staat für uns als Freiheitsbewegung und kurdisches Volk
ebenso illegitim. Wir erkennen ihn in keinster Weise an.“
„Die Berge schützen uns vor
den Angriffen“
Angesichts der aktuell ausgeweiteten Angriffe und der Notwendigkeit, für
die Bevölkerung jede denkbare Alternative dagegen zu entwickeln, verweist
Mahir bei der Guerilla auf den Schutz der Berge.
Er fordert besonders von den türkischen Revolutionären, Sozialisten und
Demokraten, ihre Stimme gegen die Angriffe auf das kurdische Volk zu erheben,
da dieses alleingelassen sei.
Außerdem würden türkische Linke und Demokraten nicht die notwendige Solidarität
demonstrieren, während die kurdische Bevölkerung ihren Protest gegen die
Operationen ausweite und umfassender mobilisiere: „Unser Wunsch wäre,
dass die demokratischen und revolutionären Kräfte der Türkei eine radikalere
Haltung zeigen, da Schweigen keine Lösung ist.“
„Wir könnten einseitige
Entscheidungen treffen“
„Weil sich das kurdische Volk in großer Gefahr befindet, muss jeder seine
historische Verantwortung übernehmen. Andernfalls werden die Angriffe
und Festnahmen fortgesetzt.“
Hinsichtlich der einseitigen Entscheidungen hinterließ Mahir folgende
Botschaft:
„Der aktuellen Phase und Kampfpraxis muss eine ebenbürtige Beteiligung
entsprechen. In der Tat spielen in diesem Konflikt die kurdische Jugend
und das kurdische Volk eine führende Rolle. Da wir unser Volk seit Jahren
in Richtung demokratische Politik gelenkt haben, wurde bis jetzt keine
so radikale und aufgezwungene Situation erlebt. Doch sehen wir uns, besonders
nach den Wahlen, als die AKP demaskiert wurde, zu gewissen einseitigen
Entscheidungen veranlasst. Ob Beschlüsse unsererseits oder Entscheidungen
seitens des Staates; es wird zu einem großen Krieg kommen. Es liegt nicht
in unserer Hand, wir sind auf direktem Wege in eine solche Phase. Unser
Volk ist sich dessen bewusst. Die Kurden werden sich zu Millionen sammeln
und tagelang auf den Straßen protestieren. Jeder gewissenhafte Patriot
muss alles Mögliche versuchen, damit die Pläne des Staates ins Leere laufen.“
Quelle: ANF, 16.10.2011,
ISKU
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