| Der Iran richtet hin und der Westen schaut zu In den Todeszellen des iranischen Regimes warten zwölf kurdische Gefangene auf den Tod. Zwei von ihnen können jeden Moment hingerichtet werden. Am 11. November wurde der kurdische Gefangene Ihsan Fetahiyan im Gefängnis von Sine hingerichtet. Ein letztes Wiedersehen mit seinen Angehörigen wurde ihm verweigert. In seinem letzten Brief hatte Fetahiyan eine offene Antwort auf die Versuche des iranischen Regimes, das mit der Todesstrafe Kurden vom Widerstand abhalten will, gegeben: "Wenn die Herrschenden denken, sie könnten die kurdische Frage und Kurdistan abschaffen, indem sie mich töten, so ist das eine leere Illusion. Dieses Ziel werden sie niemals erreichen, auch nicht mit meinem Tod oder dem Tod weiterer Tausender kurdischer Jugendlicher. Mit jedem Tod entsteht ein neues Leben." Die Hinrichtung von Fetahiyan fand vor den Augen der westlichen Welt statt, die für sich den Anspruch erhebt, Wiege der Menschenrechte und der Demokratie zu sein. Die westlichen "Demokratien", die Himmel und Erde in Bewegung setzen, wenn es um das iranische Nuklearprogramm oder antiamerikanische und antijüdische Ausfälle des Staatspräsidenten Ahmedinecad geht, schweigen zu den Hinrichtungen kurdischer Aktivisten. Nach Angaben von Amnesty International sind im Iran 2008 346 Hinrichtungen vollzogen worden. Nach ANF-Berichten sind 2009 bisher mindestens 266 Menschen vom iranischen Regime hingerichtet worden. Die Dunkelziffer ist vermutlich weit höher. 2007 hatte die EU den 10. Oktober als "Tag gegen Hinrichtungen" deklariert. Aber die gleiche EU schweigt zu den Hinrichtungen im Iran. Die Hinrichtung von Ihsan Fetahiyan hat unter den Kurden eine Protestwelle ausgelöst. Als die vorausstehende Hinrichtung bekannt wurde, wurde umgehend im Internet eine Unterschriftenkampagne gestartet. Um weitere Hinrichtungen zu verhindern, fordern Kurden von den westlichen Staaten und insbesondere von internationalen Menschenrechtsorganisationen, Druck auf den Iran auszuüben. Heute warten zwölf Gefangene, die wegen Unterstützung oder Mitgliedschaft in der PKK oder der PJAK zum Tode verurteilt worden sind, auf ihre Hinrichtung durch den Strang. Zwei von ihnen, Hebibulla Letifi und Serko Maarfi, können jeden Moment hingerichtet werden. Der 30-jährige Serko Maarfi stammt aus Bane und wurde als mutmaßliches PJAK-Mitglied am 2. Oktober 2008 verhaftet. Nach monatelangen Verhören unter Folter wurde er im Januar 2009 zum Tode verurteilt. Zur Vollstreckung der Todesstrafe wurde er in Seqiz in eine Einzelzelle verlegt. Die Henker befinden sich bereits im Gefängnis. Hebibulla Lefifi ist ein 26-jähriger kurdischer Student. Er wurde 2007 in Sine wegen Unterstützung der PJAK verhaftet und im August 2008 zum Tode verurteilt. Anfang Oktober diesen Jahres wurde er gemeinsam mit Fetahiyan aus der Sammelzelle geholt und zur Hinrichtung in eine Einzelzelle verlegt. Bei den anderen zur Todesstrafe verurteilten kurdischen Gefangenen im Iran handelt es sich um FERZAD KEMANGER, FERHAD WEKİLİ, ELİ HEYDERİYAN, FESİH YASEMİNİ, RUSTEM ARKİYA, ZEYNEB CELALİYAN, FERHAT ÇALIŞ, RAMAZAN AHMET, ENWER ROSTEMİ und ŞAKİR BAKİ. Quelle: ANF, 15.11.2009, ISKU |
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