Zum Hungerstreik politischer kurdischer Gefangener im Iran

Der Gesundheitszustand der seit dem 25. August hungerstreikenden kurdischen politischen Gefangenen im Iran verschlechtert sich zunehmend. Aus dem Gefängnis in Seqiz wurden mindestens drei Aktivisten ins Krankenhaus überstellt. Dabei handelt es sich um Ebdullah Huseyni, Xelil Mistefa Receb (aus Südwestkurdistan / Syrien) und Arif Ebdullazade.

Für Menschenrechtsorganisationen ist es schwer, Informationen über die Situation in den Gefängnissen zu bekommen. Vielen Gefangenen ist der Kontakt zu Angehörigen untersagt. Bekannt ist lediglich, dass der Hungerstreik in mindestens zwölf Gefängnissen durchgeführt wird und eine Erfüllung der Forderungen der Gefangenen durch das iranische System ausbleibt. Von Angehörigen war zu erfahren, dass sich einige der Gefangenen die Lippen zugenäht haben.

An dem von PJAK- und PKK-Gefangenen begonnenen Hungerstreik, beteiligen sich auch der zum Tode verurteilte kurdische Lehrer, Journalisten, Studierende, Menschenrechtler und Feministinnen. Sie fordern eine Anerkennung ihrer politischen Identität, eine Beendigung der unmenschlichen Vorgehensweisen und Folter in den Haftanstalten, eine Verbesserung der Haftbedingungen ohne Unterscheidung von zivilen und politischen Gefangenen, die Ermöglichung einer Kontrolle der Gefängnisse durch iranische und internationale Menschenrechtsorganisationen sowie radikale Reformen entsprechend menschlicher Werte der Gerichte der islamischen Republik.

In iranischen Gefängnissen befinden sich über 400 PJAK- und PKK-Gefangene. Wie viele von ihnen sich an dem Hungerstreik beteiligen, ist unbekannt. Nach ANF vorliegenden Informationen sind es in Urmiye 35, in Sine 16, in Mako 18, in Seqiz 5, in Teheran mindestens 5 und in Merivan mindestens ein Gefangener. Es ist aber zu vermuten, dass die tatsächliche Anzahl der Hungerstreikenden noch höher ist.

Feleknas Uca als Abgeordnete des EP hat unterdessen bei den iranischen Behörden einen Antrag auf Besuchsgenehmigung der Gefangenen im Hungerstreik gestellt.

Quelle: ANF, 02./03.10.2008, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan