Luftangriffe auf Südkurdistan

Erneut sind die Medya-Verteidigungsgebiete in Südkurdistan von der türkischen Luftwaffe bombardiert worden. Getroffen wurden bei dem zweistündigen Angriff mit ca. 15 Kampfbombern am 25. September gegen 22 Uhr in der Kandil-Region vor allem zivile Siedlungen. Der türkische Generalstab behauptet, es sei darauf geachtet worden, Zivilisten keiner Gefahr auszusetzen. Das Gegenteil belegen Fotos der getroffenen Ortschaften, die von der Nachrichtenagentur ANF veröffentlicht wurden. (http://www.firatnews.nu/gallery/id3517/)

PJAK und PKK erklärten nach dem Angriff, bei dem ein Guerillakämpfer ums Leben kam, diese von den USA unterstützte Aktion sei voraussehbar gewesen. Mindestens acht Siedlungen wurden getroffen, dabei sei es zu Verletzten gekommen. Weiterhin wurden Nutztiere getötet und es entstand Sachschaden. Eigentliches Ziel seien das PJAK-Hauptquartier sowie zwei Kontrollpunkte gewesen, erklärte die PJAK. Die Guerilla habe aus Flugabwehrstellungen Widerstand geleistet, eine große Anzahl von Zivilisten habe aus den betroffenen Dörfern flüchten müssen.

Nach der Bombardierung wurden in dem betroffenen Gebiet Bomben und Raketen aufgefunden, die nicht explodiert waren. Die türkische Luftwaffe unternimmt weiterhin Aufklärungsflüge in der Region.

Der türkische Staatspräsident Gül erklärte anlässlich eines Empfangs in Ankara, bei dem Luftangriff habe es sich um eine „Punktoperation“ gehandelt, durch die „niemand“ gestört worden sei. Es gebe wohl kaum eine Armee oder ein Land, das „im Antiterrorkampf soviel Sorgfalt auf den Schutz von Zivilisten“ lege.

Das Innenministerium der Region Kurdistan begnügte sich mit einer schriftlichen Erklärung, in der die Bombardierung verurteilt wurde. In der Bevölkerung herrsche Angst, die Regierung des Irak sowie die internationalen Kräfte seien aufgefordert, ebenfalls gegen diese Form von Angriffe zu protestieren, mit denen die territoriale Integrität des Irak und der Region Kurdistan verletzt werde.

Quelle: ANF, ÖP; 27./28.09.2008, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan