IHD-Jahresbilanz veröffentlicht

Nach Angaben der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins IHD in Diyarbakir sind im Jahr 2007 393 Menschen bei Gefechten ums Leben gekommen, davon 191 Sicherheitskräfte, 196 bewaffnete Militante sowie sechs Zivilisten. Hierbei handelt es sich um die höchste Zahl seit acht Jahren. Verletzt wurden bei Gefechten 343 Personen. 19 Personen sind bei extralegalen Hinrichtungen getötet worden, davon 17, die erschossen wurden, nachdem sie dem polizeilichen Befehl „Stehen bleiben“ nicht gefolgt waren. Weitere 17 wurden bei solchen Vorfällen verletzt. „Morden unbekannter Täter“ fielen 2007 nach IHD-Angaben 56 Personen zum Opfer. Drei Personen wurden aufgrund ihres Glaubens angegriffen und getötet. Durch Minen und andere Explosionen kamen 15 Personen ums Leben, davon neun Minderjährige. Verletzt wurden bei solchen Vorfällen 54 Personen, 22 davon Minderjährige.

Bei „Ehrenmorden“ wurden vom IHD elf Tote registriert, davon neun Frauen. 127 Personen begangen Selbstmord, davon 44 Männer. 62 Personen machten einen Selbstmordversuch. Weiter stellte der IHD 16 „verdächtige“ Todesfälle von Frauen fest, deren Ursache nicht ganz geklärt werden konnte.

An Folter- und Misshandlungsfällen finden sich 232 im IHD-Jahresbericht. Davon haben 61 auf Polizeistationen, 75 außerhalb offizieller Gewahrsamsorte sowie 68 in Haftanstalten stattgefunden.

Gegen 1528 Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen freier Meinungsäußerung eingeleitet und 534 Personen deshalb verurteilt.

599 Personen, die als Flüchtlinge in die Türkei kamen, wurden festgenommen und es kam zu 8177 Abschiebungen.

Die Leichname von insgesamt 53 HPG-Kämpfern wurden nicht an ihre Angehörigen übergeben.

Quelle: ANF, 16.01.2008, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan