Politik der ethnischen Säuberung Opferzahl steigt auf 500 Der Exekutivrat der KCK verurteilte den Anschlag und rief alle Kurden dazu auf, sich für die Yeziden einzusetzen. Der Anschlag habe bewusst im Vorfeld des geplanten Referendums zur Kerkuk-Frage stattgefunden: „Mit diesem Referendum wird nicht nur die Zukunft Kerkuks festgelegt werden, sondern auch das Schicksal von kurdischen Siedlungen wie in Sengal, Maxmur und Xanequin. Die Anschläge richten sich gegen das Referendum, die Stabilität in den betreffenden Gegenden soll zerstört werden. Es wird eine Entvölkerung, eine Massenflucht aus den Gebieten angestrebt, um eine Anbindung an die arabischen Provinzen zu erreichen. Kurz gesagt findet eine Politik der ethnischen Säuberung statt.“ Mesut Barzani als Präsident der Region Kurdistan bezeichnete unterdessen „ausländische Geheimdienste“ als Organisatoren der Anschläge. Bezweckt werde mit den blutigen Angriffen eine Flucht kurdischer Bürger aus den Gebieten Kerkuk, Musul und Diyala. Die kurdischen Sicherheitskräfte seien angehalten, in die betroffenen Gebiete zu gehen und dort die „Feinde der Kurden und ihren Helfershelfern“ das Handwerk zu legen. Die Europaparlamentarierin Feleknas Uca, die selbst Yezidin ist, bezeichnete in einer schriftliche Erklärung die Anschläge als „geplantes Konzept“, mit dem die yezidischen Kurden vernichtet und aus ihrer Heimat vertrieben werden sollten. Sie rief die kurdische Regierung dazu auf, für die Sicherheit der yezidischen Kurden zu sorgen. In Musul und Umgebung ist nach den Anschlägen ein Ausgangsverbot erteilt worden. Die kurdische Regierung hat einen offiziellen Trauertag für die Anschlagsopfer ausgerufen Die DTP kündigte an, eine Abordnung nach Sengal zu entsenden. Beim Yezidentum handele es sich um eine der ältesten Religionen des Mittleren Ostens, die aufgrund der in den letzten Jahren angestiegenen Angriffen und Massakern vom Aussterben bedroht sei. Auch KNK, Kon-Kurd und Zübeyir Aydar als Präsident des Kongra Gel verurteilten in Erklärungen die Anschläge und riefen zur Solidarität auf. Hunderte Kurden machten sich auf den Weg in die Krankenhäuser von Dohuk und Ninova, um Blut zu spenden.´ Die Hilfsorganisation
Heyva Sor hat eine Spendenkampagne für die Opfer der Anschläge gestartet.
Quelle: ÖP/ANF, 16.08.2007 |
Übersetzung
aus dem Türkischen |
| ISKU | Informationsstelle Kurdistan |