Zehntausende bei Kulturfestival in Gelsenkirchen

Am 14. Internationalen Kurdischen Kulturfestival in Gelsenkirchen haben Zehntausende Menschen aus verschiedenen Ländern Europas teilgenommen. Das Festivalprogramm wurde vom YEK-KOM-Vorsitzenden Mehmet Demir mit einer Ansprache eröffnet, in der er darauf hinwies, dass in Europa 1,5 Millionen lebten, die meisten davon in Deutschland. „Wir sind eine Community, die aufgrund von Krieg, Vertreibung, Repression, Ungleichheit und fehlender Demokratie nach Europa migriert ist. Auf der Basis unserer legitimen Rechte legen wir Wert darauf, ein Teil der Gesellschaft in Deutschland zu sein. Um unsere Rechte zu schützen, organisieren wir uns.“

Weiter kritisierte Demir, dass auch in der Bundesrepublik aufgrund von politischer Berechnung seit Jahren die Freiheiten der Kurden eingeschränkt würden: „Unsere Zeitungen werden verboten, unsere Menschen bedroht und verhaftet.“

Neben dem Kulturprogramm und Redebeiträgen auf zwei Bühnen waren auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen diverse Stände aufgebaut. Besonderes Interesse galt einem Stand der Betreiber einer neu eingerichteten Internetseite (sehid.com), auf der die Gefallenen im kurdischen Befreiungskampf archiviert werden. An Laptops konnten Angehörige nach Informationen über vermisste Guerillakämpfer suchen.

Quelle: ANF, 02.09.2006, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan