Repressionswelle in Kurdistan

Die Protestaktionen aus Anlass des Jahrestages der Verschleppung Abdullah Öcalans aus Kenia in die Türkei am 15. Februar 1999 sind von verschärfter Repression gezeichnet. Am blutigsten verliefen die Proteste in den Städten Mako und Poldesit im iranischen Ostkurdistan, wo neun Menschen von Sicherheitskräften getötet wurden. Über zwanzig Demonstranten wurden zum Teil schwer verletzt. Allein in Mako wurden 400 Personen festgenommen, in Yolegegi und Sut weitere 300. Die Spannungen dauern an.

In Mersin-Akdeniz sind von 17 bei Protesten Festgenommenen acht Personen verhaftet worden, darunter zwei Korrespondentinnen der Nachrichtenagentur DIHA, Evrim Dengiz und Nesrin Yazar.

In Adana wurden bei einer Kundgebung 223 Personen festgenommen, von denen bisher hundert dem Haftrichter vorgeführt wurden, der gegen 41 Personen Haftbefehl aussprach.

In Tatvan wurden bei Protesten 38 Personen festgenommen. Gegen fünf Personen, darunter den örtlichen DTP-Vorsitzenden Sabahattin Özen, wurde Haftbefehl ausgesprochen.

In Urfa wurden bei Protesten vier Personen verhaftet, darunter der örtliche DTP-Vorsitzende und ein IHD-Aktivist.

In Dersim sind nach Aussagen eines in Adana gefassten PKK-Überläufers bei Razzien acht Personen festgenommen worden, darunter mehrere DTP-Mitglieder.

In vielen anderen Städten setzten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Quelle: ANF, DIHA, Gündem, 16.-18.02.2006, ISKU

Übersetzung aus dem Türkischen
ISKU | Informationsstelle Kurdistan