KKK: Durch
die „Bunkerstrafe" kann der Krieg außer Kontrolle geraten
20 Tage „Bunkerstrafe“
für Abdullah Öcalan
Der Besuch seiner
Geschwister Mehmet Öcalan und Havva Keser bei Abdullah Öcalan auf der
Gefängnisinsel Imrali wurde mit der Begründung verweigert, gegen Öcalan
sei eine Disziplinarstrafe von zwanzig Tagen Einzelzelle verhängt worden.
Die zuständigen Militärs am Schiffsanleger Gemlik hätten erklärt, es liege
eine Gerichtsbeschluss darüber vor. „Ich wollte den Beschluss lesen, aber
auch das wurde mir verweigert“, erklärte Mehmet Öcalan. „Auch die Zeitungen,
die wir mitgebracht hatten, wurden nicht angenommen“.
Rechtsanwalt Bekir Kaya erklärte, dass sich sein Mandant ohnehin in einem
Ein-Personen-Gefängnis befinde. Zudem beinhalte diese Form der Disziplinarstrafe,
die auf Antrag der Verwaltung verhängt werde, auch eine Beschränkung des
Rechtes auf Telefongespräche, Briefkontakt und Familienbesuch. Die Verteidigung
Öcalans versuche, die Hintergründe dieser Maßnahme zu erfahren, aber es
lasse sich kein Ansprechpartner in dieser Angelegenheit finden, da aufgrund
der Feiertage das zuständige Gericht in Bursa geschlossen sei.
„Die 'Bunkerstrafe“
ist eine schwere Beleidigung und Provokation
Der Vorstand des
Exekutivkomitees der Gemeinschaft der Kommunen Kurdistan (Koma Komalên
Kurdistan KKK) warnte, dass die gegen Abdullah Öcalan verhängte 20-tägige
Bunkerstrafe (verschärfte Isolation) dazu führen könne, dass der Krieg
völlig außer Kontrolle gerate. Die KKK rief das kurdische Volk überall,
wo es sich befindet, zum Aufstand auf.
Der Vorstand der Koma Komalên Kurdistan erklärte, der türkische Staat
habe „seit letztem Jahr die Politik gegen den Kurdenführer Abdullah Öcalan
nach und nach in eine Vernichtungspolitik verwandelt und dies auch 2006
fortgesetzt." Mit dem heutigen Tag habe diese Politik ein neues Niveau
erreicht.
Bezüglich der gegen Abdullah Öcalan verhängten Bunkerstrafe erklärte der
Vorstand des Exekutivrates der KKK „Die Isolationszelle in einem Isolationsgefängnis
ist der konkrete Beweis für das Beharren auf der Vernichtungspolitik.
Sie bedeutet, dass die grundlegenden Empfindlichkeiten unseres Volkes
und der Freiheitsbewegung mit Füßen getreten werden. Es handelt sich um
eine schwere Provokation und Beleidigung."
Öcalan werde ohnehin seit sieben Jahren in einer Einzelzelle in Isolation
gehalten. „Dass die türkischen Autoritäten sagen, diesmal Öcalan am Festtag
mit einer Bunkerstrafe belegt zu haben, bedeutet eine Eskalation der Vernichtungspolitik
gegen ihn", betonte die KKK.
„Die Bedeutung dessen ist ganz klar: Die Republik Türkei provoziert mit
ihrer Politik gegen unsere Führung eine Eskalation des Krieges und zeigt
ganz offen, dass sie sich in keiner Weise um eine Lösung der kurdischen
Frage kümmert, sondern ihre Politik der Verleugnung und Vernichtung weiter
fortführt."
Aufruf zum
Serhildan
„Wir als kurdische
Seite waren stets dafür, diesen Krieg im Rahmen der Regeln und kontrolliert
zu führen und haben eine dementsprechende Politik gemacht. Auch haben
wir die Lösung der kurdischen Frage in der Einheit [mit der Türkei, Anm.
d. Ü.] gesucht, und zwar beharrlich. Der türkische Staat jedoch beschwört
mit seinen neuerlichen Handlungen die Gefahr herauf, dass der Krieg völlig
außer Kontrolle gerät. Damit setzt er auch dass Zusammenleben des kurdischen
und des türkischen Volkes aufs Spiel." Für diese „unverantwortliche
und gefährliche Politik seien ausschließlich der türkische Staat und seine
Regierung verantwortlich."
Die Erklärung enthält auch einen Aufruf an die türkische Bevölkerung:
„Wir rufen das gesamte kurdische Volk auf, gegenüber dieser Vernichtungspraxis
gegen unsere Führung wachsam zu sein, seine Würde zu verteidigen und überall
Aufstände zu entfachen. Wir rufen auch die türkischen Intellektuellen,
KünstlerInnen, SchriftstellerInnen, DemokratInnen und verantwortungsbewussten
Individuen auf, sich gegen diese Politik des Staates und der Regierung
zu stellen."
Außerdem richtete die KKK einen Aufruf an internationale Institutionen:
„Wir rufen die humanitären Organisationen und internationalen Institutionen
auf, Initiative gegen die jüngsten Praktiken gegen unsere Führung zu ergreifen."
DIHA, 11.01., ANF, 11.01.,
ISKU
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