| Die
Stimme des Friedens gegen die Kriegstreiber erheben und für den Frieden
kämpfen
"Unser Vorsitzender
Abdullah Öcalan hat bei der Konsultation am 9. Oktober 2009 erklärt, dass
die politischen und militärischen Bemühungen um die Lösung der kurdischen
Frage an einem Punkt der Stagnation angelangt sind, und unsere Bewegung
dazu aufgerufen, ein weiteres Mal Friedensgruppen zu entsenden, um diese
Stagnation zu überwinden, den Weg für die Politik freizumachen und zur
Entwicklung eines demokratischen Friedensprozesses beizutragen. Gestern
wurde dieser Aufruf öffentlich verbreitet. Die Leitung unserer Bewegung
hat diesen Aufruf unseres Vorsitzenden diskutiert und stimmt ihm zu. Unser
Beschluss ist gleichzeitig eine Reaktion auf die Vorschläge einiger Freunde,
die ähnliche Anregungen gemacht hatten. Es werden drei verschiedene Friedensgruppen
in die Türkei gesendet.
Eine dieser Friedensgruppen wird in Kandil zusammengestellt, eine im Lager
Mahmur und eine in Europa. Ihr Ziel ist es, den demokratischen Friedensprozess
in der Türkei voranzutreiben, zu einer entspannteren Atmosphäre beizutragen
und psychologisch den Weg für einen wirklichen Frieden zu bereiten. Dieser
Aufruf unseres Vorsitzenden ist gleichzeitig ein Aufruf und eine Botschaft
an den türkischen Staat. Wir erklären einmal mehr, dass wir von unserer
Seite diesem Aufruf folgen und so aufrichtig, beharrlich und entschieden
für Frieden und eine demokratische Lösung eintreten. Dies tun wir aus
unserer Verantwortung für unser Volk und ein Leben in Freiheit und Demokratie
heraus. Wir hoffen, dass dieser Schritt einen positiven Effekt auf die
Entwicklung des Prozesses haben wird.
Nach langer Zeit ist wieder eine Bunkerstrafe über Abdullah Öcalan verhängt
worden, die Militäroperationen gehen weiter, es werden weiterhin kurdische
Politiker verhaftet und verleumdet, in- und ausländische Kreise, die nicht
nach Demokratie, sondern nach einem kontrollierten Konflikt trachten,
führen Provokationen durch, extralegale Hinrichtungen wie zuletzt in Çaldıran
gehen weiter und im Fall Ceylan Önkol, einem weiteren Beispiel einer extralegalen
Hinrichtung, versucht man, sich mit der Begründung aus der Verantwortung
zu stehlen, sie sei „nicht durch einen Mörser getötet worden, also trage
man keine Verantwortung“. Dass wir in einer solchen Atmosphäre Friedensgruppen
senden, sollten allen Seiten zu denken geben. Uns geht es in erster Linie
darum, die Mentalität, die zur Stagnation des Prozesses führt und ihn
blockieren will, durch eine Stärkung der Tendenz für eine demokratische
Lösung zu überwinden.
Unsere Bewegung erklärte am 13. April eine einseitige Aktionspause. Daraufhin
setzte die Regierung der Republik Türkei unter verschiedenen Namen einen
Öffnungsprozess auf die Tagesordnung. Dieser Prozess stagniert zum gegenwärtigen
Zeitpunkt. Er stockt mittlerweile trotz aller Erklärungen führender AKP-Funktionäre,
und es gibt gefährliche Signale, die folgenschwere Konsequenzen haben
könnten. Eine Bagatellisierung und Sabotageversuche gefährden den Prozess
zusehends. Wir wollen vor allem verhindern, dass es zu schweren Konflikten
kommt, die zum Verlust von Leben führen könnten.
Um die gegenwärtige Stagnation zu überwinden, bedarf es des verstärkten
Einsatzes aller friedliebenden und demokratischen Gruppen. Alle, die im
In- und Ausland auf demokratische Weise öffentlich für Frieden und Stabilität
eintreten, sollten sich ihrer Verantwortung für den Fortgang des Prozesses
stellen. Wir rufen alle diese Kräfte auf, sich noch stärker für die Ausweitung
des demokratischen Lösungsprozesses einzusetzen.
Wir rufen unser Volk dazu auf, diesen Initiative des Vorsitzenden Apo
richtig zu verstehen, sich zu beteiligen, die Friedensgruppen zu unterstützen,
sie als Friedensbotschafter zu betrachten und so das eigene Beharren auf
einer demokratischen Lösung und die eigenen Entschlossenheit kundzutun.
Die gesamte Bevölkerung von Kurdistan sollte wissen, dass es heute nicht
um ein Zurückweichen geht, sondern dass wir uns in einer kritischen Phase
befinden. Daher sollte niemand die Selbstverteidigung vernachlässigen,
sondern jeder mit kraftvollen Massendemonstrationen die Stimme des Friedens
gegen die Kriegstreiber erheben und so für den Frieden kämpfen.
Wir rufen alle demokratischen Institutionen in der Türkei und in Kurdistan
dazu auf, die Friedensgruppen zu unterstützen und dafür zu kämpfen, dass
der Prozess vorankommt.
KCK-Exekutivrat 16.10.2009
Quelle: kurdish-info,
18.10.2009
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