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war einmal… Am 19. Juli 2008
meldete der Fernsehsender n-tv unter der Überschrift „Anschlagspläne der
PKK : Schäuble gefährdet“. Laut FOCUS habe darauf das Bundeskriminalamt
(BKA) in einer vertraulichen Gefahrenanalyse aufmerksam gemacht. In kurdischen
Medien würde Schäuble als Verantwortlicher für das Betätigungsverbot des
Senders ROJ TV genannt. In der jungen welt
vom 21. Juli war zu lesen, dass das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen
den Vorabbericht des FOCUS-Magazins dementiert habe. Es lägen keine Erkenntnisse
im Zusammenhang mit den genannten Anschlagsplänen vor. Auch der Innensenator
von Berlin, Ehrhart Die Versuche der Geheimdienste, mit obskuren Meldungen die Presse zu instrumentalisieren, sind nicht neu. Gehen wir zurück in die Vergangenheit: Beispiel 1 Sommer 1995: Tausende
von kurdischen Gefangenen in der Türkei sind wegen der inhumanen Haftbedingungen,
Folter und Unterdrückung in Kurdistan in einen Hungerstreik getreten.
Kurdinnen und Kurden in Deutschland bekunden ihre Solidarität mit ihnen
und treten ebenfalls in den Hungerstreik – so auch in Berlin. Am 26. Juli
wird eine Mahnwache im kurdischen Kulturzentrum geräumt. Eine der Hungerstreikenden,
Gülnaz Baghistani, stirbt. Am Vortag des Trauerzuges meldeten alle Zeitungen, Beispiel 2 Anfang April 1996 behauptete der damalige Außenminister und frühere BND-Präsident Dr. Klaus Kinkel gegenüber der Kölner Zeitung „Express“, es gebe Morddrohungen der PKK gegen Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und ihn selbst. Er sprach von einer Kriegserklärung der PKK an den deutschen Rechtsstaat. Kolportiert wurde dann, dass sich Sicherheitsexperten über Kinkel verärgert gezeigt hätten. Das BKA habe die Meldung als „windig“ eingestuft. Dennoch waren die Sicherheitsmaßnahmen massiv verschärft worden. Selbst die flämische
Zeitung „De Morgen“ berichtete aus „geheimen Berichten“. Danach wollten
militante Kurden den Rennfahrer Michael Schumacher umbringen – „auf der
Rennstrecke und anderswo“. Schumacher selbst habe sich über den Zeitungsbericht
überrascht gezeigt. Es muss befürchtet werden, dass deutsche und türkische Geheimdienste, aber auch so manche Politiker, in den nächsten Tagen oder Wochen gezielte Desinformationen in die Öffentlichkeit bringen und eine Situation herbeischreiben lassen, für die sie keine Verantwortung übernehmen wollen. Wir appellieren an die deutschen Medien, sich hierfür nicht missbrauchen zu lassen. AZADÎ e.V. Rechtshilfefonds
für Kurdinnen und Kurden in Deutschland 21. Juli 2008 |