| Pressemitteilung: Solidarität ROJ-TV! Presse- und Meinungsfreiheit kurdischer Medien in Deutschland schützen! Am 13. Juni 2008 hat
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den von Dänemark aus sendenden kurdischen
Fernsehsender ROJ-TV für Deutschland verboten. Auch die in Deutschland
ansässige Produktionsfirma VIKO wurde aufgelöst. ROJ-TV wird seit März 2004 von Kopenhagen aus über Satellit ausgestrahlt und ist seither auf Grundlage des deutschen Presserechts ihrer journalistischen Arbeit nachgegangen. ROJ-TV erreicht mit seinen Kultur- und Nachrichtensendungen in kurdischer, türkischer, arabischer und persischer Sprache täglich mehrere Millionen Menschen im Nahen Osten und Europa. In der Türkei, wo Nachrichtenssendungen in kurdischer Sprache weiterhin verboten sind, aber auch für Hunderttausende kurdischstämmiger Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist ROJ-TV eine wichtige alternative Nachrichtenquelle gegenüber den meist chauvinistisch aufgeladenen türkischen Medien. Das Verbot von ROJ-TV stellt einen massiven Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit dar. Die Politik der deutschen Regierung ist ein Angriff auf die Stimmen der Kurdinnen und Kurden in Europa und steht im Einklang mit der repressiven und undemokratischen Politik der türkischen Regierung gegenüber fortschrittlichen kurdischen Kräften in der Türkei, die auf kriegerische Auseinandersetzungen statt einen Dialog der gesellschaftlichen Interessensgruppen orientiert. Die Friedenstimmen dürfen nicht zum Verstummen gebracht werden! Die kurdische Freiheitsbewegung
hat ihre Bereitschaft zu Frieden und einem Dialog bewiesen. Die PKK hat
mehrmals einseitige Waffenstillstände ausgerufen, die von türkischer Seite
keine Entgegnung fanden. Trotz aller Friedensangebote seitens der PKK
hält der türkische Staat an seinem Kriegskurs fest, infolgedessen es in
den letzten Monaten wieder zu verstärkten Gefechten zwischen der türkischen
Armee und kurdischen Guerillaeinheiten kam. Weil in ROJ-TV auch kurdische Exilpolitiker und Vertreter der Befreiungsbewegung ihre Vorschläge für eine politische Lösung der kurdischen Frage vorstellen können, haben die Türkei und die USA seit langem auf eine Schließung des Senders gedrängt. Diesem Ansinnen ist das Bundesinnenministerium mit seinem antidemokratischen Verbot jetzt nachgekommen. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen fordert in einem Schreiben an den Innenminister Schäuble, das Verbot von ROJ-TV rückgängig zu machen und eine Umkehr in der Politik gegenüber Kurdinnen und Kurden in der BRD: Weg von einer Kriminalisierung - hin zu einem Dialog. Lüneburg, 10. Juli
2008 www.antifa-lg.de
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